Donnerstag, 19. Februar 2015: Chateau Musar

Chateau Musar von Gaston Hochar – die Legende! Unser Weinclubspezialist Ruedi kennt die Weine besser als jeder andere und brachte eine sensationelle Auswahl an Musar-Weinen mit – danke, Ruedi!

Degustierte Weine:

– Chateau Musar 2004: noch vieeel zu jung, und doch schon schön zu trinken. Hat es bei Musar einen Schritt Richtung Moderne gegeben, dass ein 04er schon so anmächelig und brettfrei riecht?

– Chateau Musar 1998: Rossstall, süsser Schmelz, und dennoch eigentlich noch viel zu jung.

– Chateau Musar 1996: Zedernholz, dezent animalisch, am Gaumen Apfel, mehr Säure als gewohnt.

– Chateau Musar 1995: Floral, Süssholz orientalische Gewürze, Leder; am Gaumen ganz leicht kohlensäurig, aber breit und lang.

– Chateau Musar 1994: Datteln, geht Richtung Sherry – leicht oxydativ – undichter Kork?

– Chateau Musar 1989: Röstig, Kaffee, Leder, Tee, Schwarztee, ganz gross; am Gaumen sensationelle Dichte, sehr langes Finale.

– Chateau Musar 1988: Mineralisch, Pilz, etwas Brett – klingt negativ, ist es aber nicht. Diese Nase nimmt einen gefangen, man könnte stundenlang am Glas schnuppern. Am Gaumen ist es ein Musar wie im Bilderbuch – vielschichtig, mysthisch – einfach phantastisch! Hält nochmals locker 20 Jahre und länger.

– Chateau Musar 1978: leichte Sherrynote, aber eine zauberhafte Süsse, die auch am Gaumen bezirzt – ein herrlicher Abschluss eines unvergesslichen Abends!

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Donnerstag, 12. Februar 2015: Syrah/Shiraz!

Vielen Dank allen, die mit wunderbaren Syrah/Shiraz zu diesem gelungenen Abend beigetragen haben. Die Weine wurden blind verkostet.

Degustierte Weine:

– Hermitage Chevalier de Sterimberg blanc 2010, Jaboulet-Ainé (nördl. Rhône): Florale Nase, Mandarine, Quitten; am Gaumen buttrig, recht fett, stützende Säure im langen Abgang. Ein erstes Mal wow!

– The Stocks Shiraz 2005, Woodstock (Australien): Brombeeren, leicht kompottig, Lakritze, Kaffeenoten; am Gaumen etwas Minze, konzentriert, mittlere Länge. Jetzt trinkreif.

– Costières de Nîmes Syrah 2012, Michel Gassier (Languedoc-Roussillon): Curry, Riz Casimir, Weihnachtsgebäck, sehr jung, Pfeffer; am Gaumen rund, pfeffriger Abgang.

– Syrah Goldridge Russian River 2009, Dehlinger (USA): Leder, getrocknetes Fleisch, Pfeffer, Graphit, Lakritze; am Gaumen hervorragende Struktur, noch jung, sehr langes Finale. Ein zweites Mal wow!

– John’s Blend Margarete’s Shiraz No 5 1999 (Australien): Bratensauce, medizinal, wenig Maggi, Süssholz, Zedern; am Gaumen pfeffrig, lang – für Freunde gereifter australischer Shiraz ein Hochgenuss!

– Hermitage La Chapelle 2001, Jaboulet-Ainé (nördl. Rhône): Graphit, schwarze Früchte, Pfeffer, mineralisch (erdig?), leicht animalisch; am Gaumen voller Körper, saftig, moderate Tannine – wow!

– Cornas Renaissance 2009, Auguste Clape (nördl. Rhône): Brombeeren, Blut, Pfeffer, Traubenzucker; am Gaumen dicker Stoff, wirkt noch viiiiel zu jung, sehr langes, charismatisches Finale – wieder wow, wow, wow!

 

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Donnerstag, 5. Februar 2015: Serie Bordeaux – Pauillac

Degustierte Weine:

– Blanc de Lynch-Bages 2006: Sehr traubige Nase, reife Aepfel, Lanolin; am Gaumen viel Säure, eher kurz.

– Haut-Bages-Libéral 1988: Waldboden, Pilze; am Gaumen süsslich, mittelgewichtig, den meisten macht er noch einigen Spass.

– Pédesclaux 1990: eher dezente Nase, rote Beeren, Baumnüsse, Kaffeenoten; am Gaumen süsslicher Extrakt, leider kurzer Abgang.

– Grand-Puy-Ducasse 1988: Aristokratisch, Schoko, mineralisch; am Gaumen leichte Bitterkeit, recht adstringierend. Nicht die Süsse der ersten beiden Weine aufweisend.

– Grand-Puy-Ducasse 1991: Lakritzig, Kaffeenoten, erstaunlicher Trinkgenuss trotz dieses miesen Jahrganges.

– Batailley 1995: Gewürznelken, schwarze Beeren, Lindenblütentee, Tabak, Leder; am Gaumen mittlerer Körper, mit Druck im Final, jetzt auf dem Höhepunkt.

– Pontet-Canet 1998: Graphit, schwarze Beeren, animalisch; am Gaumen leicht grüne Noten, bleibt aber lang – nicht mehr länger zuwarten.

– Grand-Puy-Lacoste 2002: Erstaunlicherweise Erdbeerennase, Zedernholz; am Gaumen fehlt es etwas an Muskeln, aber dennoch macht er jetzt viel Spass.

– Haut-Bages-Libéral 2004: Laktisch, etwas verschlossen im Moment, Heidelbeerjoghurt; am Gaumen etwas viel Holz, aber doch mit Substanz, langer Abgang.

– Duhart-Milon-Rothschild 2003: Röstaromen, Speck, Espresso; modern angehaucht, aber mundfüllend, mit einem sehr langen Abgang.

– Doisy-Védrines 1997: Viel Botrytis, gedörrte Aprikosen, Williamsbirne; am Gaumen feine Fülle, jetzt und auch in zwanzig Jahren ein Trinkgenuss.

 

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