Donnerstag, 27. Februar 2020: Barbaresco

Bei uns im Weinclub stand bisher die DOC Barbaresco im Schatten der vielen degustierten Baroli.

Wikipedia: Entstehung: Als Geburtsstunde des Barbaresco kann die Gründung der Cantina Sociale di Barbaresco im Jahr 1894 angesehen werden. Die zusammengeschlossenen Produzenten der Cantina brachten mit dem Jahrgang 1894 die ersten Weine auf den Markt, die offiziell als Barbaresco bezeichnet wurden. Vor dieser Zeit wurde der Großteil der im Barbaresco Gebiet produzierten Nebbiolotrauben für die Herstellung des Barolo verwendet und es finden sich nur vereinzelte Informationen über Weine, die den Namen ihres Herkunftsortes getragen haben. In der Mitte der 1920er Jahre musste die Cantina sociale di Barbaresco aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Erst 1958 wurde die Erzeugergenossenschaft unter dem Namen Produttori del Barbaresco neu gegründet. Diese gilt bis heute als eine der renommiertesten Winzergenossenschaften Italiens, da sie über viele Jahre einen sehr hohen Qualitätsstandard erreicht hat und bereits seit 1967 einen Teil ihrer Weine als Einzellagenauslesen (Cru) vermarktet.

Marc und Otti freuen sich auf diesen Abend und vielleicht liegt ja noch eine Trouvaille in deinem Keller.

Donnerstag, 20. Februar 2020: Ports for Freaks!

Vielen Dank, Ruedi und Beni, für den tollen Abend!

Getrunkene Weine:

Champagne Blanc de Blancs Terre du Mesnil 2011, André Robert: Gelungener Start mit einem fein nach Vanille, Brioche, Butter, Aprikosenblüten und Flieder duftenden Champagner.

White Port Half dry, Casal dos Jordoes: Nussig, medizinal, recht süss, wirkt exotisch.

Quinta do Mourão 10 Years White Port, S. Leonardo: Recht würzig, etwas Karamell, getrocknete Früchte – da ist noch Luft nach oben…

Quinta do Mourão 20 Years White Port, S. Leonardo: Viel Karamell, das ist, wie wenn man das grösste Karamellstück im Mövenpickglace erpickt… Meersalz, Lakritz, feine Cognacnote, Vanille – das ist nicht nur interessant, das macht richtiggehend Spass!

Quinta do Mourão 30 Years White Port, S. Leonardo: Basis-Jahrgangwein 1975. Waldhonig, getrocknete Früchte, fein würzig, etwas vielschichtiger als der 20jährige. Dass White Ports sooo gut wein können – wir staunen!

Pausenwein 1: L’Orientale Bastide du Claux Luberon 2015, Domaine Morey: 50% Syrah, 50% Grenache – ein Versuch war’s wert – aber im Fahrwasser mit Ports ein chancenloses Unterfangen. Der Rote geht sang- und klanglos unter…

Pausenwein 2: Vintage Port 1997, Quinta do Vesuvio: Dieser Versuch hingegen gelingt! Herrlicher, noch jugendlich wirkender Jahrgangsport!

Quinta do Mourão 10 Years Tawny Port, S. Leonardo: Jetzt hat es aber der Tawny verdammt schwer nach diesen überragenden 20- und 30-jährigen White Ports sowie dem feinen Vintage. Leider schmälert ein leichter Essigstich den Gesamteindruck zusätzlich.

Quinta do Mourão 20 Years Tawny Port, S. Leonardo: Auch hier „trauern“ wir dem inzwischen leergetrunkenen 20jährigen White Port nach… Der 20 Years Tawny hat zwar eine raffinierte Safrannote, aber der Alkohol ist nicht so schön eingebunden, und er wirkt nicht ganz so harmonisch.

Quinta do Mourão 30 Years Tawny Port, S. Leonardo: Sodeli, jetzt sind wir auch bei den Tawnys angekommen… Basiswein aus dem Jahrgang 1972. Herrliche Nase! Subtil, vielschichtig, mit Orangenschale, Zimt und haufenweise anderen Gewürzen. Am Gaumen dann explosiv, der Alkohol ist bestens integriert, cremiger, sehr langer Abgang. Toll!

Quinta do Mourão 40 Years Tawny Port, S. Leonardo: Hier ist der Basiswein aus dem Jahrgang 1948! Kandiszucker, Blutorange, Vanille, noch öliger als der 30 Years Tawny – aber der Quantensprung fand vom 20- zum 30jährigen Tawny statt.

Eigenartig – noch nie war der Heimweg so kurvig…

Donnerstag, 13. Februar 2020: Spanien – Ribera del Duero

Getrunkene Weine:

2012 Cava Carles Andreu Brut Nature Reserva: Boskop, Brioche, , frisch. Cremiger Schaum, leichte Bitternote, hohe Säure.

2004 Pago del los Capellanes El Nogal: K O R K !

1989 Pesquera Crianza: Tabak, schwarze Kirschen, Lakritz, erdig, sandige Tannine, leicht bitteres Finale.

1990 Pesquera Crianza: Noch komplexer als der 89er, zudam am Gaumen tadellos rund, dicht – wunderbar!

1997 Pesquera Crianza: Extreme Animalik, zudem dünner als 89 und 90. Knapp noch trinkbar.

1998 Cillar de Silos Torresilos: K O R K!

2001 Corona de Castilla Elite Reserva: Schwarze Beeren, Waldboden, Lakritz, am Gaumen schon weit fortgeschritten, leicht auszehrend.

2001 Fuentespina Pagos Viejos Reserva Especial: Noch viel schwarze Frucht, Lakritz, Tabak – sehr schön! Am Gaumen mit Biss, es fehlt etwas an Schmelz. Gute Länge.

2004 Pagos del Rey Condado de Oriza 409: Schwarze Früchte, üppig, Vanille, fast wie ein Port, viel Druck.

2007 Abadia de Acón Acón Seleccion: Kaffee, Schokolade, Holz, breit und wuchtig. Ein Mannsweib von Wein.

2014 Dehesa de los Canónigos Solideo: Konfitürig, etwas gar viel Alkohol, wirkt am Gaumen etwas eindimensional.

2016 Matarromera Crianza: Schwarze Kirschen, sehr kräftig, viel Würzigkeit, herzhafte Säure.

2010 Resalte Expresion: Schwarze Früchte, dunkle Schokolade, kalte Asche. Am Gaumen recht dicht, sandige Tannine, gute Länge.

2014 Bracamonte Crianza: Sauerkirschen, würzig, saftig, mit guter Säurestruktur und einem mittellangen Abgang.

2010 Durón Reserva: Wie der Bracamonte würzig, schwarzfruchtig und mit herzhafter Säure. Essenswein.

2015 Alión Alión: Wuchtig, üppig, tiefschwarz, viel zu jung. Am Gaumen kräftige Tannine, fleischig, braucht Zeit.

2009 Aalto PS: Schwarz wie die Nacht, braucht Luft. Schwarze Kirschen, Graphit, Zedernholz, entwickelt extrem Druck, bleibt sehr lang. Ruedi ruft „repupiert“! Keiner versteht, was er damit meint, aber uns gefällt’s…

2005 Vega Sicilia Valbuena: Vielschichtig, aristokratisch, grosse Klasse – ein würdiger Abschluss eines unvergesslichen Abends! Vielen Dank allen! Ruedi murmelt „WBW“ – diesmal verstehen wir’s: wunderbarer Wein…