Donnerstag, 17. Mai 2018: Bottle Battle zum Zweiten!

Die Spielregeln lauteten: 1. Nimm eine Flasche Weiss- oder Rotwein mit, 2. Nicht älter als Jahrgang 2000 (also 2000-2017), 3. Im Preissegment zwischen 20 und 200 Franken,      4. Du hast diesen Wein schon mal getrunken und für sehr gut befunden. Die Weine wurden blind degustiert und anschliessend bewertet. Hier die Rangliste:

1. Buccella Merlot 2012, (Kalifornien, USA): Die Ultrafruchtbombe mit Tiefgang verdankt ihren Sieg dem Umstand, dass sie zwar nur von einer Person (Bravo, Marcel… :-)) auf Platz eins gesetzt wurde, von allen andern aber entweder auf Rang zwei oder drei. Das hat zu einem respektablen Vorsprung gereicht!

2. Château Petit-Village 2010, (Bordeaux, Frankreich): Dieser feine Pomerol aus einem Spitzenjahr hätte klar gewonnen, wenn nicht zwei Abweichler ihn auf den letzten Platz gesetzt hätten. Alle andern sahen ihn auf Rang eins oder zwei. Es war der einzige Rotwein an diesem Abend, der noch viel zu jung war.

3./4. Giorgio Primo 2006, La Massa (Toskana, Italien): Er wurde bei der Verkostung direkt nach den Fruchtmonstern Buccella und Gran Enemigo degustiert und hatte es daher schwer. Im Laufe des Abends machte der noble Sangiovese-Merlot-Cabernet-Sauvignon-Petit-Verdot-Super-Tuscan die grösste Wandlung durch und wäre am Schluss des Abends weiter nach vorne gerückt.

3./4. Gran Enemigo 2010, El Enemigo (Mendoza, Argentinien): Geteilter Platz mit dem Giorgio Primo. Haufenweise Cassis genügte, um von den Meisten auf den vierten Rang gesetzt zu werden, zwei sahen ihn auf Platz drei. So gesehen der mehrfheitsfähigste Wein: niemand fand ihn sensationell, aber auch niemand fand ihn schlecht.

NIcht überraschend auf Platz 5 und 6 die Weissweine…

5. Chablis Grand Cru Les Clos 2004, William Fèvre (Burgund, Frankreich): Von den zwei üblichen Querschlägern wurde dieser herrlich gereifte Chablis auf Platz zwei beziehungsweise drei gesetzt, jemand sah ihn auf Platz vier, alle andern auf dem vorletzten Platz.

6. Arbois Savagnin 2014, Jacques Puffeney (Jura, Frankreich): Dieser fast drei Jahre unter einem Hefeflor oxidativ ausgebaute Savagnin erschütterte alle bis auf zwei – ja, es waren immer die gleichen – danke Marcel, dass wir zusammengehalten haben… :-). Platz eins, Platz drei, alle andern sahen ihn auf dem letzten Platz und redeten von verseuchter Flasche. Es wird Zeit für zwei Themen im Weinclub: CHABLIS (höchstwahrscheinlich am 12. Juli, JURA (dieses Datum nehmen wir dann kurzfristig, wenn sich bereits viele Leute angemeldet haben… 🙂

Fazit: wer mit seiner Flasche gewinnen will, nimmt am Besten eine Fruchtbombe aus Uebersee mit oder – erstaunlich – einen Bordeaux aus einem Topjahr. Wer sicher verlieren möchte, nimmt einen dieser herrlichen Juraweine mit und hat damit Marcels und meine Stimme auf sicher…

Ganz am Schluss – wir waren soooo am Diskutieren über oxidativ ausgebaute Weine – gab’s dann noch den unglaublich facettenreichen und spannenden Banyuls Rancio Al Tragou 1988, Vial Magnères (Banyuls, Frankreich), ein immerhin 25 Jährchen ausgebauter Blend von Grenache und Carignan.

 

Donnerstag, 3. Mai 2018: Serie Bordeaux – alles ausser…

 

Getrunkene Weine:

– Château Lestage 1979, Listrac-Médoc: Trüb, Kellermuffton, grün, metallisch – kurzum: macht überhaupt keinen Spass.

– Château Bel-Air La Royère 1998, Premières Côtes de Blaye: Minze, Schwarztee, „kühl“, Bärendreck, am Gaumen streng, leicht metallisch und bitter.

– Château la Cardonne 1982, Médoc: Karton, Wundsalbe, grün, trinkbar, aber Spassfaktor gleich Null.

– Château Clarke 2009, Listrac-Médoc: Gummi, fettiges Leder, im Gummiboot gelagert, metallisch – das soll 2009 sein? Sehr enttäuschend!

– Château Reverdi 2011, Listrac-Médoc: Toastig, Kaffee, Karamell, schwarze Früchte. That’s it. Zu einfach.

– Château de la Commanderie 2013, Lalande-de-Pomerol: Pflaumig, sehr fruchtig, dazu leicht erdige Noten; saftig, viel Säure, leicht grün im mittellangen Abgang.

– Château Grand Ormeau 2013, Lalande-de-Pomerol: Pflaumiges Bukett, Schokolade, saftig, am Gaumen recht kompakt.

– Château Moulin du Barrail 2005, Bordeaux Supérieur: Minze, Zwiebelkompott, ganz ok, hat recht Druck und eine gewisse Fülle am Gaumen. Wichtig: die Kohlensäure vorher kräftig rausschütteln, sonst wird’s nix mit dem Bordeauxgenuss!

– Château La Croix Canon 2000, Canon Fronsac: Spanische Nüssli, ausgewogene Frucht, bekömmlich, saftig, fein.

– Château de Carles 2004, Fronsac: K O R K !

– Haut-Carles 2009, Fronsac: Ueppige Sache, dunkle Beeren und viel Lakritze, füllig und schmeichlerisch.

– Haut-Carles 2009, Fronsac (leicht andere Etikette): Inhalt gleich.

– Château Clément-Pichon 2015, Haut-Médoc: Recht konzentriert und sehr fruchtig, etwas Röstaromatik, am Gaumen ein Schmeichler, gute Länge – für die Gastronomie genau der richtige Bordeaux!

– Château Chasse-Spleen 1998, Moulis: Nasses Seil, animalisch, Teer, am Gaumen mit sehr viel Druck und guter Länge.

– Château Loupiac-Gaudiet 1997, Loupiac: fein gereifter Süsswein, dezent floral, Creme-Brulée, dazu etwas Leimnoten. Gut integrierte Säure, gute Länge.