Vorschau Donnerstag, 24. Januar 2019: Pinot Noir: Schweiz oder nicht?

Bring – falls du einen hast – einen feinen Pinot mit, der entweder aus der Schweiz oder von irgend einem andern Land stammt. In einer „anspruchsvollen“ Blindverkostung werden wir versuchen, bei der Frage: Schweiz ja oder nein richtig zu liegen…

Ich befürchte, es wird gar nicht so einfach werden – wetten?

Arbeitet dieses herzige Pferd in einem Schweizer Rebberg???

Leider nicht: unter seinen Hufen spürt es den Boden von Romanée Conti…

Donnerstag, 17. Januar 2019: Down Under im Fokus!

Getrunkene Weine:

– Semillon Barossa 2004, Peter Lehmann: Kaum zu glauben, aber dieser an und für sich einfache Semillon hat locker gehalten! Feine Zitrusfruchtaromatik, Honig, Wachs, dezent Wachs, präsente Säure.

– Lovedale Semillon Hunter Valley 2003, Mount Pleasant: Hier konnte man davon ausgehen, dass der Wein noch fast jugendlich daher kommt – Hunter Valley halt! Lindenblütennoten, Lanolin, etwas Grapefruit, Brioche; mit guter Säurestruktur und einem recht langen Abgang.

– Yattarna Chardonnay 1999, Penfolds: Feine Honignoten, Brioche, buttrig, wirkt viel jünger, am Gaumen cremig, perfekt integrierte Säure, unglaubliche Länge. Toll!

– The Howling dog Durif 2005, Massena: Die Rebsorte Durif ist identisch mit der kalifornischen Petite Sirah. Ein spannender Charakterkopf mit schräger Aromatik, angefangen von Hustensirup, nassem Leder bis hin zu schwarzen Oliven und Sugus. Etwas störende Kohlensäure auf der Zunge.

– Mentor 1998, Peter Lehmann: Pfefferminze, Milky Way, rauchig, würzig; am Gaumen weich, recht lang. Hat erstaunlich gut gehalten, was am Superjahrgang liegen dürfte.

– Black Label 1997, Wolf Blass: Sehr stark Maggi in der Nase, deutliche Altersnoten; am Gaumen frischer und mit Druck, nach kurzer Zeit nehmen aber auch dort die Altersnoten überhand.

– The Steading 1998, Torbreck: Grenache, Mourvèdre und Shiraz herrlich vereint, mit Kraft und viel Stoff, feinem Tabak, richtig nobel und sehr, sehr lang.

– Astralis Shiraz 1997, Clarendon: Schwarze Beeren, Lakritze, Zugsalbe, ausgetrocknete Erde. Am Gaumen reif, rund, mit einer gediegenen Pfeffernote im langen Abgang. Gehört jetzt ausgetrunken, 1997 scheint schneller reif geworden zu sein als der gigantische 98er.

– Seven Acre Shiraz 1997, Greenock: Kleiner Stinker, recht floral, Holzkohle; anders als die bisher im Weinclub genossenen Seven Acres; am Gaumen rund und geschmeidig, mit sehr guter Länge und enormem Druck.

– Shiraz OId Adam 2002, Bremerton: Viel Süssholz, Schokolade, üppige Würze, rund und nobel. Klassisch Australien!

– Springflat Shiraz 2009, Wild Duck: Ein Blockbuster mit schwarzen Fruchtnoten, Lakritze, Mokka, am Gaumen etwas störender Alkohol, wuchtig und mit viel Druck.

– Fine old Tokay, Buller: Feigen, Nüsse, getrocknete Früchte, Honig, recht süss.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 10. Januar 2019: …. meine ‚Duftmarke‘ für’s neue Weinclubjahr!

Getrunkene Weine:

– Ambassadeur Fumé Gros Rhin de Chamoson 2013, Adrian & Diego Mathier (Wallis, Schweiz): Viel Holz, Karamell und Vanille, dazu aber auch sehr fruchtbetontes Bukett. Der Wein wirkt recht üppig, aber dennoch ausdrucksstark.

– Grüner Veltliner Mit Achtung 2015 (Kamptal, Oesterreich): Orangewine, so spannend wie ein Hitchcockkrimi, facettenreich, kompromisslos.

– Côtes du Jura 2011, Domaine Macle (Château-Chalon, Jura, Frankreich): Und weiter geht’s im Reich des Exotischen… Chardonnay und Savagnin oxidativ ausgebaut, eine eigene Welt für sich, lässt niemanden kalt.

Wow, die drei Weissen haben vielleicht eine Duftmarke hinterlassen – geht’s bei den Roten so weiter?

– Barolo 2010, Pio Cesare (Piemont, Italien): Grosser Jahrgang, bekannter Produzent. Schwarze Früchte, würzig, kalte Asche, Lakritz; am Gaumen geschliffen wirkend, aber nobel und jetzt eigentlich trinkreif. Ein toller Barolo!

– Châteauneuf-du-Pape Lucile Avril 2013, Domaine Durieu (südliche Rhône, Frankreich): Zu Beginn leichter Stinker. Sehr würzige Nase, feine Brombeer- und Cassisaromatik, Leder; am Gaumen breit und mit sehr viel Druck, langes Finale.

– Côtes du Rhône La Pialade 2013, Château Rayas (südliche Rhône, Frankreich): Eigenwilliger, sehr hellfarbiger Rotwein, duftet nach Erdbeeren, Oregano und andern Kräutern, Lakritz, Teer; am Gaumen Quitten und Früchtetee. Da ist man schon fast überfordert und würde blind eher auf einen Süsswein tippen! Faszinierend!

– Homestead 2014, Big Basin Vineyards (Kalifornien, Central Coast, USA): Und es geht weiter im Reigen von spannenden Weinen! Mourvèdre, Grenache, Carignan, Syrah und Cabernet Sauvignon friedlich vereint. Viel Lakritz, würzig, Schwarztee, dunkle Beeren, etwas Holz; am Gaumen saftig, mit guter Länge.

– Black Label 1994, Wolf Blass (Australien): Cabernet Sauvignon, Shiraz und Merlot. Sensationell gut gereift, richtig toll, mit Kampfer-, Eukalyptus-, Erd- und Lakritznoten. Am Gaumen süsser Schmelz, fast schon dropsig, da könnte man süchtig werden!

– Terreus 2009, Mauro (Castilla y Léon, Spanien): Mauros Meisterwerk, erstmals im Weinclub! Sehr intensive Aromatik, Banago, Karamell, dunkle, aber auch rote Früchte, dazu ausgeprägt mineralisch. Tolle Struktur, präzis wie ein Schweizer Uhrwerk, mit unglaublicher Kraft und einer enormen Länge.

– Meshach Shiraz 2000, Grant Burge (Barossa, Australien): Wow! Down Under vom Feinsten! Eukalyptus, Plumeria, Blut, Sandelholz, genial! Am Gaumen konzentriert, mit feinen Tanninen, einer berauschenden Süsse und einem sehr langen Abgang.

– Guiraud 1998 (Sauternes, Frankreich): Marzipan, Blätterteig, Sultanien, Safran. Feines Süss-Säurespiel, ein herrlicher Abschluss eines unglaublich vielseitigen, hochstehenden Weinabends – dank Euch, liebe Weinclubfreunde! Vielen Dank!