Donnerstag, 23. Februar 2017: Merlot – Traubensorten im Visier!

Auf vielfältigen Wunsch starten wir wieder mit der Serie Traubensorten. Ab sofort jeden letzten Donnerstag im Monat.

Diesen Donnerstag starten wir gleich mit einem Knaller: M E R L O T! Tessin, Italien, Frankreich – spielt keine Rolle von wo, wichtig ist: es muss MERLOT sein. Such in deinen Kellernischen und bring uns etwas Interessantes mit, falls du Lust hast!

Otti und Marc freuen sich auf einen spannenden Merlotabend mit Euch!

 

Donnerstag, 16. Februar 2017: Rhône Nord…

Getrunkene Weine:

– Condrieu 1990, Delas: Oxidiert, ist auseinandergefallen, zudem eine Säure, die die Zahnhälse auffrisst. Da sei wieder mal aus dem Oxford-Lexikon Jancis Robinson zitiert, nämlich dass der Condrieu meist im Alter von zwei bis vier Jahren getrunken werden sollte.

– Condrieu La Doriane 2015, Guigal: Das leicht Reduktive verschwindet schon nach kurzer Zeit, und dann taucht einfach etwas Grossartiges auf: Aprikosen, Pfirsich, Clementinen, üppig umfangreich, die Viognier-Traube herrlich repräsentierend, am Gaumen massiv, breit und sehr sehr lang! Ein Meisterwerk, in den nächsten fünf Jahren zu geniessen. 99 Parker gibt’s nicht jeden Donnerstag im Club!

– Hermitage Ex Voto Blanc 2010, Guigal: Die Steigerung! 100 Parker-Punkte. Danke Andi! Grandiose, offene Nase mit Noten von Orangen, Pfirsich, Blumen, Lychee, Minze, Blutwurz (sagt Ruedi), am Gaumen seltene Harmonie, Säure schlicht perfekt, mineralisch untermalt, endlos lang – Wahnsinn! Jetzt oder in zehn oder in zwanzig oder in dreissig Jahren – dieser Wein wird Jahrzehnte locker überstehen. Genial!

– Hermitage Chevalier de Sterimberg 1996, Jaboulet-Ainé: Geduld heisst die Mutter der Porzellankiste…   Anfangs Apfelkuchen, Creme Brulée, ranzige Butter, Sherrynoten, leicht stichig, knochentrocken und unharmonisch. Drei Stunden später: Sherrynote: weg, ranzige Butter: weg. Geblieben: Apfelkuchen, Creme Brulee, druckvoll, herrlich gereift – eine tolle Bestätigung, wie gut Roussanne und Marsanne (im Unterschied zu Vioginier) aus einem guten Jahrgang reifen kann. Cool!

– Côtes-du-Rhône 2011, Saint Cosme: Nach den gewaltigen Weissweinen hatten die Roten es diesmal schwer: rote Beeren, recht fruchtig, leicht laktisch, Oliven, gedörrte Zwetschgen, wenig Pferdestall. Mittellanger Abgang.

– Cornas Domaine de Saint-Pierre 2000, Jaboulet-Ainé: Pfeffrig, Tabak, animalisch, am Gaumen hart, mit spitzer Säure. 2000 war in der nördlichen Rhône nicht gut. Das merkt man diesem Wein an.

– Côte Rôtie 2000 Tardieu-Laurent: Blut, Iod, Leder, Tabak, animalisch, Oliven, Pfeifensaft, am Gaumen leider auch etwas mit gar viel Säure, kein Schmeichler.

– St. Joesph Vignes des Hospices 2010, Guigal: rauchiger Speck, fleischig, Graphit, schwarze Beeren, sehr kompakt, harmonisch, mit extrem viel Druck am Gaumen und einer betörenden Länge, genügend Tannine, um den Wein nochmals für ein Jahrzehnt zu versenken. 2010 war ein Hammerjahrgang in der gesamten Rhôneregion!

Donnerstag, 9. Februar 2017: Amarone!

Getrunkene Weine:

– Amarone della Valpolicella Pagus Bisano 2003, Valpantena: Dörrfrüchte, Zwetschgen, am Gaumen leicht brandig.

– Amarone della Valpolicella Classico 1990, Allegrini: Absolut faszinierend! Süssholz, Himbeeren, Schwarztee, burgundisch, weiche Textur. Der schmilzt richtiggehend auf der Zunge!

– Amarone Vigneto Monte Sant’Urbano 1990, Speri: Selten so spannende Sachen gerochen… Weinbeeren, Süssholz, alter Kasten (aber der bei der Oma), am Gaumen rund, weich, Herrliche Süsse und sehr lang! Kein bisschen Alkohol, der stört. Zumindest beim Trinken – über den Morgen danach reden wir nicht…

– Amarone della Valpolicella 1990, Masi: Leichte Altersnoten, animalisch fleischig, dazu nasse Socken, mittellang.

– Amarone Vigneto Monte Sant’Urbano 1985, Speri: Schwarztee, Süssholz, Nüsse, so gut wie keine Altersnoten, unglaublich, der Wein ist über 30jährig! Am Gaumen stört etwas die Säure, aber der Abgang ist sehr lang!

– Amarone Costasera 2000, Masi: Maggi, nasse Wolle, auszehrend. Next please…

– Amarone della Valpolicella 2000, Tommasi: Druckvoll, aber leider etwas zu alkoholisch. Weiche Textur, Dörffrüchte, gute Länge.

– Bosan Amarone della Valpolicella 2003, Cesari: Ein störender Acetonton überdeckt die Frucht. Erstaunlicherweise ist der nach ein paar Stunden weg!

– Amarone della Valpolicella di Carlo 2007, Lenotti: Schön und rund, es stimmt eigentlich alles. Aber fesseln tut’s einen nicht.

– Valpolicella Superiore 2003, Dal Forno: Und wieder und immer wieder: braucht Luft, Luft, Luft! Dennoch: dieser Vanilletouch, der auf Pfefferminze macht, stört… gäll, Ursi?

– Valpolicella Superiore 2007, Dal Forno: Noch sperrig und wild, kratzbürstig, wenn das sich mal etwas legt…

– Amarone della Valpolicella Riserva Sergio 2008, Zenato: Laktisch, Zartbitterschokolade, langer Abgang.

– Torcolato 1986, Maculan: Kandiszuckernoten, Tee, faszinierend, schlägt manchen gleichaltrigen Sauternes mit links!