Donnerstag, 9. Juli 2020: Weinbaugebiet Friaul

Das Anbaugebiet Friaul-Julisch Venetien, meist nur kurz Friaul liegt zwischen Österreich, Slowenien und der Ebene von Venetien. Die Hauptstadt der Region ist Triest. Obwohl die Region historisch unter wechselhaftem Einfluss gestanden hat und oft in Kriegshandlungen verwickelt war, wird seit der Antike durchgehend Wein angebaut. Durch verbesserte Kellermethoden wie die gekühlte Gärung ist die Gegend zur wohl besten Weißweinregion Italiens aufgestiegen, obwohl noch Rotwein angebaut wird. Die Unterregionen Collio, Colli Orientali del Friuli, Isonzo und Carso erzeugen die hochwertigsten und langlebigsten Weißweine. (Quelle Wikipedia)

Rebsorten: Das Friaul hat für eine Einzelregion ein großes Spektrum an Rebsorten, darunter viele hochwertige. Trotzdem mussten die Friauler Winzer in den vergangenen Jahren schmerzhaft erfahren, dass sie ihre herausragende Stellung teilen müssen. Eine Zeitlang waren diese Weine nach den hochpreisigen Franzosen so ziemlich das Beste, was Europa als Weißwein zu bieten hatte. Im Friaul sind 13 weiße Rebsorten zugelassen, darunter sehr viele hochwertige. Deren Weine sind vielschichtig und überraschend lagerfähig. Weiss: Pinot Grigio, Pinot bianco, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Riesling, Gewürztraminer, Müller-Thurgau Autochthone Weisse: Friulano, Ribolla Gialla, Picolit, Malvasia Istriana, Verduzzo Friulano, Glerá Fast die Hälfte aller Weine aus dem Friaul ist rot, obwohl die Region dafür wenig bekannt ist. Die meisten sind qualitativ ordentliche Alltagsweine. Die internationalen Sorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot bringen die besten Ergebnisse. Es gibt aber auch eine Reihe autochthoner Rebsorten: Refosco, Pignolo, Schiopettino, Tazzalenghe, Terrano. (Auszug Wikipedia)

Ich kenne die Weine aus dem Friaul als trockene Charakterweine. Zu den bekannteren Weingütern gehören Jermann, Livio Felluga und Vie di Romans. Ich habe für euch eine Auswahl Weisse und Rote zusammengestellt. Vielleicht können einige von euch die Auswahl ergänzen.

Marc und Otti freuen sich mit dir ein neues Gebiet in Italien zu entdecken!

Bildquelle: Falstaff

Donnerstag, 2. Juli 2020: Riesling – Mosel Saar Ruwer

Getrunkene Weine:

Piu Piu Pet Nat Riesling, FIO Wines: Aus den Jahrgängen 2010 und 2011. Pet Nat, wie er sein muss: erdig, mystisch, herausfordernd.

Molitor Brut Mosel Riesling Sekt 2008: Flieder, Holunder, Granny Smith, zupackende Säure.

Markus Molitor Riesling Kabinett Erdener Treppchen weisse Kapsel 2013: Steinfrucht, Melone, gute Säure.

Markus Molitor Riesling Kabinett Uerziger Würzgarten grüne Kapsel 2015: Kräuter, Mango, gelbe Stachelbeeren.

Markus Molitor Riesling Wehlener Sonnenuhr Goldkapsel 2015: Weinbergspfirsich, Mokkazältli, schöner Schmelz.

J.J. Prüm Riesling Zeltinger Sonnenuhr Spätlese trocken 1993: Marokkanische Minze, geniale Säure, leider leichter Kork.

Fritz Haag Riesling Brauneberg Juffer Sonnenuhr GG trocken 2011: Leichter Anflug von Petrol, Mirabellen, Weinbergspfirsich, sehr mineralisch.

Johann Donabaum Riesling Wachauer Smaragd Limitierte Edition 2011: Leicht als Pirat zu erkennen! Ananas, grüne Peperoni, gelbe Pflaumen, enorm Druck, sehr lang.

Günther Steinmetz Riesling Piesporter Treppchen von den Terrassen 2013: Kräutrig, mineralisch, Grüntee, trocken.

Oekonomierat Rebholz Riesling Kastanienbusch GG 2016: Auch dieser Pfalzer „Pirat“ ist völlig anders als die Mosel-Rieslinge! Grapefruit, Eiszältli, Rauch, messerscharfe Säure, viel zu jung.

Van Volxem Riesling Volz 2009: Vanille, Karamell, Buttermödeli. Ein rechter Fettsack mit viel Holz und leichter Restsüsse.

Schloss Saarstein Riesling Auslese Serriger Schloss 1993: Schiesspulver, Petrol, Aprikosen, markante Säure.

Dr. Loosen Riesling Auslese Wehlener Sonnenuhr 1993: Honigmelone, Karamell, Grüntee, Lindenblüten, Zitronenmelisse, geniales Süss-Säurespiel.

Fritz Haag Riesling Auslese Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Goldkapsel 1993: Zitrus, Minze, wirkt sowas von frisch, ja sogar jugendlich! Toll!

Reinhold Haart Riesling Auslese Piesporter Goldtröpfchen Goldkapsel 1995: Pilzig, leicht muffig – schlecht gelagerte Flasche?

Schloss Lieser Riesling Beerenauslese 1993: Tee, weisser Würfelzucker, sehr süss, aber die Säure puffert ab. Wow!

Günther Steinmetz Riesling Eiswein Mülheimer Sonnenlay 1999: Himbeer, Safran – der Rest der Notizen ist leider nicht mehr zu entziffern…

Huxel XXL 2009 Pink Moon Winery: Der ultimative Süssschocker zum Schluss: extrem Ananas, Banane – leider auch etwas Nagellack.

Donnerstag, 25. Juni 2020: Weisse Bordeaux & Co

Getrunkene Weine:

Bonnet 2019: Limetten, Minze, süffig. Gutes P/L-Verhältnis. Im direkten Vergleich mit den andern kommen die Limiten klar zum Vorschein.

Louvière 2013: Grapefruit, blumig, buttrig, Holz. Mineralischer Abgang – ist und bleibt ein sicherer Wert!

Clos Floridène 1995: Rauchig, buttrig, ganz wenig Petrol. Erstaunliche Frische, schmeichlerische Süsse im langen Finale – ist das toll!

Malartic-Lagravière 2006: Apfel im Schlafrock, Gebäck, leider auch etwas mostig. Scheint schon recht weit fortgeschritten zu sein – oder schon auf dem absteigenden Ast?

S de Suduiraut Sec 2007: Hefe, Gebäck, unreife Aprikosen, pflanzliche und pilzige Noten. Spannend, aber tanzt aus der Reihe.

Smith Haut Lafitte 2005: Grapefruit, Zitrus, Mandarinli, Gebäck, Jod. Erfrischende Bitterkeit im sehr langen Finale.

Smith Haut Lafitte 2016: Nobel! Wunderschönes Holz, Grapefruit, Pfirsich, Orangenblüten. Sowas von schön! Harmonie pur am Gaumen, noch sehr jung – wow, ist das ein toller Weisswein!

Cos d’Estournel blanc 2014: Frische Fruchtnoten, Blumen, ganz anders als die Graves-Weine. Himbeerzältli, zerriebene Steine. Am Gaumen harmonisch, rassig, mit einem langen Finale.

Filhot 2005: Marzipan, Gebäck, wenig Safran. Recht süss, leicht adstringierendes Finale.

Bastor-Lamontagne 1997: Leider störender Muffton, wirkt nicht harmonisch.

„Nur“ Bordeaux Weiss – doch niemand vermisste die Roten…