Frontag, 21. September 2017: Wallis – Waadt – Westschweiz!

Die Schweiz im Fokus! Am letzten Swiss Wine Tasting Ende August hatte es mehr Besucher als an jeder Spanien/Italien/Frankreich-Degustation! Höchste Zeit, auch bei uns wieder mal ein paar Swiss made-Flaschen zu killen! Anfangen wollen wir mit der Westschweiz (Wallis, Genf, Waadt, Neuenburg, Freiburg, Bern, Jura). Das Tessin und die Ostschweiz kommen dann später an die Reihe.

Also, Manne, ab in den Keller – holt Eure beste Flasche aus der Westschweiz hervor und zeigt uns diesen Donnerstag, dass die Schweiz sich vor der ausländischen Weinschwemme nicht verstecken muss!

Otti und Marc freuen sich auf einen gemütlichen (West)schweizer-Abend! Tüo de nid gad zgidannt triichu…

 

 

 

Donnerstag, 14. September 2017: Vino Nobile di Montepulciano

Getrunkene Weine:

– Vino Nobile di Montepulciano Riserva 1989, Canneto: Maggi, Pilze – Fazit: aus und vorbei.

– Grifi Vino da Tavola 1986, Avignonesi: Wunderschöne Schwarzteenoten, die das bisschen Maggi locker überriechen. Borkum Riff-Tabak, Colafröschli, gedörrte Pflaumen, dies alles von einer wunderbar sanften Süsse umhüllt. Tänzerisch leicht am Gaumen, wieder diese Süss-Tabak-Orgie, perfekt zu Tanners (danke dir!) Orecchiette con Sugo di Salsiccia – Buonissimo!

– Desiderio Vino da Tavola Merlot 1988, Avignonesi: Recht laktisch, hat noch Frucht, Waldbeerjoghurt. Am Gaumen dann eher enttäuschend: die Säure ist zu aufsässig, zudem trocknet einem der ganze Mund aus. Wir wollen trinken, nicht verdursten…

– Vino Nobile di Montepulciano 1997, Bindella: Erstaunlich, wieviel Frucht noch vorhanden ist! Leicht animalisch, Bratensauce, Leder, konzentriert – zusammen mit Essen ein Hochgenuss!

– Vino Nobile di Montepulciano 1999, Calvano: Hat sich ebenfalls gut gehalten, trocknet am Gaumen allerdings aus.

– Vino Nobile di Montepulciano 2004, Azienda Casale Daviddi: Schwarze Beeren, Espresso, feine mineralische Noten; am Gaumen mit Druck, rauchig, gute Länge.

– Vino Nobile di Montepulciano 2007, Icario: Immer noch recht viele Holznoten, pflaumig, Minze, pfeffrig, Rauch; am Gaumen wieder viel Holz, mittellang.

– Asinone Vino Nobile di Montepulciano 2011, Poliziano: Schwarze, vollreife Früchte, Leder, Tabak, salzige Lakritz, feines Holz; am Gaumen subtile Mineralität, stützende Tannine, sehr lang. Fein!

– Brunello di Montalcino 2008, Tenuta la Fuga: Lakritze, schwarze Beeren, nobles Leder. Am Gaumen rund, konzentriert, noch jung wirkend, sehr lang.

– Vino Nobile di Montepulciano 2005, Caggiole Alte: Dunkle Beerenfrucht, recht modern, hat aber Druck.

– Grappa da vinacce di Vino di Montepulciano 2000, Avignonesi: Rauchiges Bukett, florale Noten, sehr viel Lakritze; am Gaumen sehr harmonisch, samtigweich, mit riesigem Druck. Der Druck im Kopf am Morgen danach ist allerdings auch nicht zu unterschätzen…

– Grappa da vinacce di Vin Santo 1997, Avignonesi: Hat etwas leicht Schweissiges in der Nase, wirkt etwas abgestanden. Schon zu lange offen? Am Gaumen etwas scharf, brennt auf der Zunge.

 

 

Donnerstag, 7. September 2017: Serie Bordeaux – 3eme Cru Classé Medoc

Getrunkene Weine:

– Latour Martillac blanc 2009: Limetten, Lindenblüten, Hagebutten, aromatisch; am Gaumen mundfüllend, feine Säure, macht so richtig Spass.

– Kirwan 1975: Waldboden, Laub, Champignons, Stahlwolle – nicht vom Kratzen her, sondern vom Geruch… Ist durchaus noch trinkbar und sofort als reifer Bordeaux erkennbar. Am Gaumen leicht auszehrend.

– Giscours 1979: Klar, der Zenith ist deutlich überschritten, aber trinkbar ist er noch alleweil! Peperoni, Ricola, etwas Stall, feuchter Waldboden, Pilz, am Gaumen starke Säure.

– Boyd-Cantenac 1988: Erfreut anfangs mit einer sauberen, klassischen Reifebordeauxnase. Leicht metallisch am Gaumen. Zerfällt leider schon nach kurzer Zeit.

– La Lagune 1979: Laub, Peperoni, Pilz, sehr viel Druck am Gaumen, hat sehr gut gehalten!

– La Lagune 1986: Viel Bärendreck, leicht erdig, hat eine zupackende Säure, aber Druck und eine gute Länge.

– La Lagune 1995: Wow, wie der noch jung wirkt! Kaffeenoten, Süssholz, würzig, sehr kompakt, pfeffrig, ausgewogen – ist der überhaupt auf dem Zenith? Der könnte vielleicht noch besser werden!

– Marquis d’Alesme Becker 1993: Kaffee, grüne Peperoni, Moschus, am Gaumen leicht grün, nicht harmonisch, die spitze Säure stört. Kurzer Abgang.

– Marquis d’Alesme Becker 2000: Maggikraut, unharmonisch, irgendwas ist da falsch gelaufen. Vielleicht eine fehlerhafte Flasche?

– Monbrison 2000 (Pirat, ist ein Cru Bourgeois): laktisch, leicht animalisch, Brombeeren, verströmt Wärme, hat Druck und eine gute Länge. So stellt man sich einen 2000er vor!

– Ferrière 2004: modern, fruchtig, Zwetschgen, Sauerkirschen, präsente Tannine, recht viel Säure.

– Doisy-Védrines 1996: Marzipan, feine Honignoten, nicht allzu süss, eigentlich gerade richtig – schön!

– Lafaurie-Peyraguey 2009: Zurückhaltend in der Nase, Zitrusnoten, klare Botrytisnoten, fette, fast schon überreife Mirabellen. Am Gaumen beeindruckend schön, üppig, ohne klebrig zu wirken, sensationelle Länge.