Donnerstag, 1. März 2018: Serie Bordeaux – Jahrgang 2000!

Getrunkene Weine:

– de Fieuzal blanc 2000: Anfangs wirkt er über dem Zenith, doch die Luft tut ihm gut: er wird immer besser und besser! Noten von Melonen, Honig, die leichten Sherrytöne sind spurlos verschwunden, die Bitterkeit im Abgang kein Thema mehr – komisch, ein Wein, der von zu alt zu voll im Saft wechselt. Hab‘ mich heute früh im Spiegel angeschaut – der Wein hat leider nicht dieselbe Wirkung bei Menschen…

– Charmail 2000: Rauchspeck, Graphit, schwarze Beeren, feiner Tabak gedörrte Zwetschgen. Am Gaumen dann leider nicht die Kraft, die man erwartet hätte, endet eher kurz und mit leichter Bitterkeit.

– Cap de Faugères 2000: Fast schon marmeladig, einfach, endet zudem recht bitter.

– Faugères 2000: Kaffeenoten, Lakritze, schön gereift, am Gaumen rund und mit guter Länge.

– Monbrison 2000:  leider extremer Kork, untrinkbar.

– du Tertre 2000: zu Beginn etwas Nagellack, der sich aber verflüchtigt; wenig Animalik, Eukalyptuszältli (die von der EPA), Lakritze, Tabak, männlicher Wein, mit ansprechender Säure und einem langen Abgang.

– Kirwan 2000: Intensive Schwarzbeerenfruchtnoten, fast schon ins marmeladigsüsse tendierend. Kaffee und feinster Tabak; am Gaumen leider nicht ganz die erwartete Eleganz, etwas ruppige Gerbstoffe, endet aber recht lang.

Larrivet Haut-Brion 2000: Rauchspeck, Lakritze, hat eine tolle Eleganz, am Gaumen sehr viel Druck und lang.

Grand-Mayne 2000: Ein wunderbares Merlotbukett, ginge glatt als Toptessiner durch… Dunkle Beerennoten, Schokolade, Kaffee, wirkt opulent, am Gaumen noch jung wirkend, sehr kräftig und sehr lang – der einzige Wein an diesem Abend, bei dem alle noch Alterungspotential sehen.

 

 

Donnerstag, 22. Februar 2018: Teneriffa – Canaren – Vulkanweine

Alle Jahre wieder urlaubt Otti auf den Canaren, geht dabei auf Wein- und Leckereienfang und präsentiert am ersten Donnerstag seiner Rückkehr einen lässigen und lehrreichen Abend – danke, Otti!

Getrunkene Weine:

– Altos de Tr3Vejos Volcanic Wines albillo-verdello 2016, Finca Trevejos: Blumig, Zitrusnoten, erfrischend, mit guter Säurestruktur.

– 7 Fuentes 2013, Soagranorte S.L.: Vulkannoten, Schwefel, schwarze Beeren, Zitrus, Oregano, veritable Säure – ein Charakterbolzen, den man einfach gern haben muss!

– Vera de la Fuente Vijariego Negro 2015, Vera de la Fuente: Helle Farbe. Porphyrnote, Karamell, Beerenmixjoghurt, weich und modern – eigentlich schade, ein bisschen mehr Authenzität würde dem Wein guttun.

– CAN Listan Negro Y Vijariego 2015, CAN Tajinaste: Sehr fruchtig, Brombeeraromen, Milchschokolade, sehr druckvoll, mit weichen Tanninen – Gaumenschmeichler.

– Hiboro Crianza Syrah 2014, Bodega La Hijuela Tacaronte: Oregano, Pfeffer, noble Textur, Terroir, am Gaumen wiederum komplex, rund und mit beachtlicher Länge.

– Táganan Parcela Margalagua 2015, Envinate: Sehr helle Farbe. Lavasteine, Schwarztee, schwarzer Pfeffer, fein und elegant, kein überladener Wein, aber mit Tiefgang und Ausstrahlung.

– Albahra Vinos Mediterráneos 2015, Envinate: sehr fruchtig, Hagebutte, Himbeeren, exotisch, auch hier ist der Bogen zu Pinot nicht falsch, am Gaumen komplex, mit guter Säure und überaus lang. Envinate – ein Name, den man sich merken muss!

– Etna Rosso 2014, Tenuta delle Terre Nere: Zum Schluss noch ein sizilianischer Vulkanwein: Teenoten, mundfüllend, vollreife Beeren, auch hier Terroir pur, lang.

 – Arautava Listán Blanco Gran Reserva Dulce 2002, El Penitente: Nussige Aromen, sherrymässig, am Gaumen etwas scharf, spritig.

 

 

Bild: Casa del Vino in Sauzal – Plattform für die Weine Teneriffas und hervorragender Küche

 

Donnerstag, 15. Februar 2018: Weiter im Trump: Kalifornien – North Coast!

Getrunkene Weine:

– Chardonnay 1994, De Loach (Sonoma County): Feine Honignoten, Crême Brulée, gelbe Blumen, erstaunlich für dieses Alter! Gute Säure am Gaumen, mittlere Länge.

– Cabernet Sauvignon Diamond Mountain Ranch 1996, Sterling (Napa Valley): Grüne Peperoni, Eukalyptus, das Grüne nimmt mit der Zeit überhand – leicht auszehrend am Gaumen. Einige weisen auf die Parallele zu vielen 96er Bordeaux hin mit dieser dominanten Säure.

– Beringer Cabernet Sauvignon Private Reserve 1987, Beringer (Napa Valley): Einmal mehr ein alter Beringer Private Reserve, der nicht nur Spass macht, sondern begeistert! Exzellente Fruchtreserven, würzig, wenig Rosinen, am Gaumen schön und rund – so muss es sein!

– Raymond Cabernet Sauvignon Reserve 1996, (Napa Valley): Lakritze, Harz, Lorbeer, wirkt kühler als der Beringer, am Gaumen etwas streng, aber mit guter Länge. Wieder diese 96-er Säure…

– Oakville Cabernet Sauvignon 1996, Robert Mondavi (Napa Valley): Das gleiche Lied wie bei den andern 96ern: schöne Aromenvielfalt in der Nase, am Gaumen hingegen eher streng. Der Oakville hat zwar Druck und eine respektable Länge, aber das Auszehrende stört etwas. Oder sind wir einfach zu streng?

– Rubissow Trompettes 2007, Rubissow (Napa Valley): Zwei Drittel Cabernet Franc, ein Drittel Merlot. Leder, würzig, ein wenig Nagellack. Auch am Gaumen leider wieder dieser störende Nagellack.

– Syrah Timbervine 2009, Radio-Coteau (Sonoma County): Schwarze pralle Beeren, feine Würzigkeit, Pfeffer, am Gaumen mit Druck, im Gegensatz zu den 96ern richtiggehend samtigweich.

– Cabernet Sauvignon Money Road Ranch 2014, Gargiulo Vineyards (Napa Valley): Ein unglaublich exotisches Bukett wirft sich einem da an die Nase! Da gibt’s Erdbeeren, aber auch dunkle Beeren, Zedernholz, Banago, Zimt, Süssholz, zuckerübergossener Mandarinenschleckstängel. Am Gaumen schmeichlerisch, breit, mit enormem Schub.

– Limitless Cabernet Sauvignon 2012, Dark Matter (Napa Valley): Lakritze, Cassis, Karamell, dicke Post, du meine Güte. Am Gaumen kommen erstaunlicherweise plötzlich Erdbeernoten dazu, etwas Windexsalbe, gewaltig Druck, man spürt auch den Alkohol, der Abgang ist sehr lang.

– Six Eight Nine 2012, Six Eight Nine Cellars (Napa Valley): 50% Zinfandel, der Rest Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Petite Syrah. Dunkle Beerenkonfitüre, Schokolade, Süssholz, Karamell. Endet leider ein wenig kurz.

– Cabernet Sauvignon 2010, Hobel (Napa Valley): Cassis, Joghurt mit dunklen Beeren drin, feine Blumennoten, unglaublich vielschichtig auch am Gaumen, saftig und kolossal lang – toll! Ein Hobel vom Schreinermeister…

– Zinfandel Dessert Wine Non-Vintage, Sterling (Napa): Himbeerzältli, sehr speziell, nicht besonders süss. Aber spannend!

 

 

Unser neustes Magnummitglied – willkommen im Club, Bacon…