Donnerstag, 29. September 2022: Toro D.O

Die Tage sind kühler und auch im Club vertragen sich wieder kräftige Weine – wie aus der Weinbauregion Toro D.O. in Castilla i Léon in Spanien.

Wikipedia weiss dazu:

Toro ist eine Weinbauregion im Umkreis der spanischen Stadt Toro in der Region Kastilien-León.

Das am Fluss Duero an der Grenze der Provinzen Zamora und Valladolid gelegene Gebiet hat eine lange Weinbautradition mit fast schwarzen und sehr alkoholhaltigen Weinen, die aber mangels Kellertechnik häufig fehlerbehaftet waren. Wo noch Ende des 19. Jahrhunderts zirka 35.000 Hektar Rebfläche standen, blieben 1996 noch 750 Hektar übrig. Einzig der Winzer Manolo Fariña erzeugte bereits seit den 1980er Jahren einen neuen Stil von Toro-Weinen. Er erntete die Reben deutlich früher und arbeitete mit kühlbaren Stahltanks. Außerdem lagerte der Wein in neuen Holzfässern aus Eiche. Die Qualität überzeugte und das Gebiet Toro erhielt 1986 als Anerkennung den Status einer D.O. (Denomiacion de origen). Dadurch wurden renommierte Weingüter aus anderen Regionen auf das Gebiet aufmerksam und erkannten das enorme Potential. Ausgelöst wurde ein regelrechter Toro-Boom mit vielen Neugründungen und Investitionen. Mittlerweile haben etliche Weine aus dem Toro ein internationales Niveau und die Rebfläche beträgt wieder 4400 Hektar. Der Qualitätssprung der letzten Jahre ist mit dem des Gebiets Priorat durchaus vergleichbar, die Preispolitik jedoch noch durchaus moderat.

Auf kalkhaltigem Boden am Nordufer des Duero wachsen in einem ausgesprochenen Binnenklima mit langen, heißen Sommern bei niedrigen Erträgen Rotweine aus der Rebsorte Tempranillo. Hier wird eine Spielart dieser Rebe, die Tinta de Toro eingesetzt. Begünstigt wird der Anbau der Reben durch die Höhe der Lagen, die sich im Mittel zwischen 600 und 800 msnm befinden. Dadurch sind die Nächte auch während der Reifezeit der Reben angenehm kühl. Dies ist eine der Grundvoraussetzungen für den Anbau von Qualitätsweinen. Ein herausragender Wein dieser Region ist beispielsweise der mit der Maximalzahl von 100 Parker-Punkten bewertete Termanthia 2004 des Weinguts Numanthia Termes.

Marc und Otti freuen sich auf die kräftigen Weine aus deinem Fundus

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Donnerstag, 15. September 2022: Toscana 90er Jahre

Getrunkene Weine:

2016 Riesling Buntsandstein Kabinett trocken, Theodorus (Deutschland, Pfalz): Steinobst, aber auch zitrische Noten, knackig, mit leicht stechender Säure, salziges mittellanges Finale.

1995 Trebianco, Castello dei Rampolla: Die Frische dieses Rampolla ist zwar „schon“ leicht ramponiert, aber wer Mostbirnen, Pilze und Honig liebt, liegt hier richtig.

1999 Siepi, Castello di Fonterutoli: K O R K! Absolut untrinkbar.

1990 Riserva Brunello di Montalcino Castelgiocondo, Frescobaldi: Die Magie von Maggi taucht auch hier wieder mal auf, dazu Pflaumenkonfitüre und Süssholz. Die Altersnoten überwiegen an der Luft von Minute zu Minute.

1998 Lupicaia, Castello del Terriccio: Leichter Kork oder zumindest keine saubere Flasche – Chlor, Medizin, Kellermuff.

1996 Lupicaia, Castello del Terriccio: Zedernholz, Zellenmuff, Zelgligarderobe nach einem gut frequentierten Mittwochnachmittag, Leder und mit viel Fantasie noch ein paar rote Beerenschwaden. Dann versiegt der Duftstrom – und wir schreiten weiter zu den nächsten 96ern…

1996 Solengo, Argiano: Brombeeren, „warm“, Lakritz, schön gereift.

1996 Brunello di Montalcino Castelgiocondo, Frescobaldi: Würziger Brunello mit feinen Zimtnoten, Muskatnuss, Zwetschgen, kandierten Früchten. Über dem Zenith, aber noch mit Freuden zu trinken.

1997 Poggio Valente Morellino di Scansano, le Pupille: Leicht medizinal, Kampfer, Fruchtkompott, weisser Pfeffer, Leder. Noch erstaunlich gut im Saft.

1997 Summus, Castello Banfi: Üppig ausser dem gottlob nur leichten Furzdüftli, Minze, Gewürznelke, Tabak. Weicher, mittellanger Abgang.

1996 Guado al Tasso, Antinori: Wunderschöne dunkle Frucht, getrocknete Blätter, Kaffee, sehr harmonisch und richtig lässig – ein Hochgenuss!

1990 Fontalloro, Fèlsina Berardenga: Fleischig und kompakt – niemand gäbe ihm dieses Alter! Würzig, mit süsslicher Beerenfrucht, nur die Säure sticht vielleicht ein Mü zu deftig hervor. Der Abgang ist lang und wir glücklich!

1993 L’Apparita, Castello di Ama: Brotkruste, Blutorange, Thymian, Lakritz, Wacholder, Brennessel. Harmonisch durch und durch, mit sehr gut integrierter Säure, vielschichtig und lang – was will man mehr?!

1995 Chateau Musar, Gaston Hochar (Libanon): Der Libanon-Knaller zum Schluss! Nur leicht animalisch, ein eleganter Musar, anfangs mit Leimnoten, die sich irgendwann auflösen oder irgendwo klebenbleiben, Blutorangen, spanische Nüssli, süsser Schmelz – das war vielleicht ein geiler Schlummi zum Schluss – gute Idee, Roman und vielen Dank allen, die zu diesem abwechslungsreichen Abend beigetragen haben – grazie a tutti!