Donnerstag, 29. Februar 2024: Lagen Barolo & Barolo Riserva

Barolo: Als Rebsorte ist nur Nebbiolo zugelassen. Die Trauben dürfen nur aus den ausgewiesenen Gebieten der elf Gemeinden stammen. Der Ertrag ist auf acht Tonnen pro Hektar beschränkt. Der hieraus gewonnene Wein darf nach der vorgeschriebenen Reifezeit 70 % des Traubengewichtes nicht überschreiten (entspricht 56 hl/ha). Lagerzeit für Barolo 38 Monate, davon mindestens 18 im Holzfass; für Barolo Riserva 62 Monate, davon mindestens 18 im Holzfass. (Wikipedia)

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Die Lagen im Barolo haben nicht die qualitative Bedeutung wie z.B. im Burgund: Um dieser immer unübersichtlicher werdenden Situation Herr zu werden, beauftragte das Schutzkonsortium die Gemeinden des Anbaugebietes, eine Liste der Weinbergslagen zu erstellen. Kommunale Agrarkommissionen, die sich hauptsächlich aus Winzern zusammensetzten, erarbeiteten so für jede Gemeinde ein Verzeichnis, in dem jede Lage einen eindeutigen Namen tragen und parzellenscharf abgegrenzt sein sollte. In diese Arbeit flossen die Erfahrung von Alteingesessenen, Katasterpläne und zahlreiche historische Dokumente ein. Das Ergebnis sind die „menzioni geografiche aggiuntive“, die ergänzenden geografischen Angaben, die seit dem Weinjahr 2010 innerhalb der DOCG Bestimmungen gesetzlich gültig sind.[10] Diese offiziellen Lagenbezeichnungen sagen nichts über ein eventuelles qualitatives Potential aus, sondern stehen gleichberechtigt nebeneinander. Es existiert also keine offizielle hierarchische Ordnung innerhalb der Lagenbezeichnung, wie sie beispielsweise im Burgund existiert. Da viele Lagennamen aber historischen Ursprungs sind und es ein tradiertes Wissen um das Qualitätspotential einzelner Weinbergslagen gibt, ist eine „inoffizielle“ Hierarchisierung dennoch vorhanden und wird zudem vom Weinmarkt und den hier zu erzielenden Preisen abgebildet. (Wikipedia)

Im Jahr 1976 veröffentlichte der Winzer Renato Ratti eine einflussreiche Lagenkarte, die zum ersten Mal eine präzise Bestimmung erstklassiger Einzellagen lieferte

Donnerstag, 22. Februar 2024: Etikettentrinker? Mein schönstes Etikett, Folge 2!

Platz 1 – 3, Kategorie „schönste Etikette“:

1. Andremily White 2020; 2. Château La Gaffelière 1973; 3. Château-Chalon, Domaine Grand, 201
Auswahl 2024

Vielen Dank an Karol, der die nicht einfache Auswertung der abgegebenen Bewertungszettel souverän löste! Auf eine Rangliste nach Qualität wurde verzichtet, man war sich aber einig, dass die Weissen obenausschwangen. Klarer Sieger sowohl Etikette wie Qualität: Andremily White 2020.

Getrunkene Weine:

2020 Riesling Les Terrasses Wormeldange Koeppchen, Domaine Alice Hartmann (Luxemburg): Feine Pfirsichnoten, Ananas, leicht floral, mineralisch untermalt, mit feiner Säure und guter Länge.

2022 Roussanne Organic, Org de Rac (Swartland, Südafrika): Grapefruit, Zitrusfrüchte, kräutrig und blumig, cremig, Abgang salzig und mittellang.

2020 White wine, Andremily (Kalifornien, USA): 41% Roussanne, 36% Chardonnay, 15% Viognier, 8% Marsanne. Ausladende Nase, reifes Steinobst, Zitrus, weisse Blumen, Wachs. Herrlich ölig, breit, berauschend, würzigmineralisches, ausserordentlich langes Finale. Was für ein Hammerwein!

2021 Zeus Narancsbor, Szászi Birtok (Ungarn): Spannender Naturwein aus Ungarn, riecht und schmeckt stark nach Apfelsaft. Minzig, zitronig, am Gaumen extrem nach Schwarztee. Nicht jedermanns Geschmack, aber durchaus spannend.

2015 Château-Chalon, Domaine Grand (Jura, Frankreich): Sehr salzig, Iodtinktur, nussig, eine Prise Safran, Feuerstein. Eine Welt für sich, in der sich nicht alle zurechtfinden.

2022 Rohrdorfer Blauburgunder, Louis & Helga Wiederkehr (Aargau, Schweiz): Süsslich, dropsig, rote Frucht. Simpler Wein, landete zu Recht auf dem letzten (Qualitäts)-Platz.

1973 Château La Gaffelière „Die Quelle“, Spezialetikette (Bordeaux, Frankreich): Leder, Tee, Tabak, Rauch, Malz, noch trinkbar. Nach einer Stunde an der Luft pilzig und zum Auskippen verdammt. Immerhin Platz 2 bei den Etiketten…

2020 Arrepiado Collection Reserva, Arrepiado Velho (Alentejano, Portugal): Viel Holz, viele süsse Früchte, es fehlt an Tiefgang, Dichte und Biss.

2012 Tierras de Cair Reserva, Dominio de Cair (Ribera del Duero, Spanien): Leider zerstört eine Duftmischung aus Waschpulver/Shampoo jegliche Freude an diesem Wein. Schade!

2016 Tocià Valpolicella Ripasso Classico Superiore, Marchiopolo (Venetien, Italien): Animalisch, künstlich süss, im Abgang grün und bitter.

2018 Bovale Su’nico, Cantine Su’entu (Sardinien, Italien): Konfitürig, opulent, viel Alkohol, dahinter aber spannende mineralische Noten. Schwarztee, im Abgang leider leicht sprudelig.

2016 Cabernet Sauvignon Filius, Vasse Felix (Margaret River, Australien): Cassisbombe, gewürzt mit Paprika, etwas Tabak und Süssholz. Cremig, aber ohne grosse Ausdruckskraft und Dichte.

2010 2480 Cabernet Sauvignon Napa Valley, Hollywood & Vine Cellars (Kalifornien, USA): Eine viel zu schwere Flasche lässt Schlimmes befürchten, und die Bestätigung folgt auf dem Fuss bzw im Glas: dickflüssig, viel Süsse, Minze, Zwetschgen, Brombeermarmelade. Am Gaumen dann zwar wuchtig, aber austrocknend, der Abgang ist mittellang.

2007 God only knows Grenache, Cayuse Vineyards (Washington State, USA): Bélas Vivino-Notizen: Hervorragend, schön gereift – Aromen von Blutorange, Unterholz, Trüffel, Kirsche und Himbeere. Unglaublich intensiv, lebendig und lang anhaltend am Gaumen.

2010 Tokaji Szamorodni Eloquence, Holdvölgy (Tokaji, Ungarn): Getrocknete Aprikosen, Pfirsich und Nektarinen, Kandiszucker, Lindenblüten, herrlich würzig. Unglaublich schönes Säure-Süsse-Spiel, etwas Marzipan, das macht so richtig Spass!

So sah es vor einem Jahr aus…

Donnerstag, 15. Februar 2024: Gigondas

Getrunkene Weine:

2019 Vacqueyras Cuvée Gabriel, Château de Montmirail: Blumig, Zitrus, wachsig. Am Gaumen frisch, aber mit etwas wenig Druck und Säure.

2019 Riesling Erdener Treppchen GG, Dr. Hermann (Mosel, Deutschland): Lindenblüten, Wiesenkräuter, Steinobst, Ananas, salzige Mineralität. Frische, feine Säure, der lange Abgang wirkt eher feinherb wie trocken.

2005 Gigondas, Guigal: Kaffee, Leder, Pferdesattel, leicht medizinal, ein Hauch von Zedernholz, Zwetschgen und Tabak. Gute Länge, noch in erstaunlich schönem Trinkfenster.

2018 Gigondas Réserve, Réserve Saint Dominique: Sprudelig, auch minutenlanges Schütteln hilft nix – Flaschenfehler?

2021 Gigondas Jucunditas, Domaine de Cabasse: Süsse rote Früchte, Kaffee, Pfeffer, saftig, druckvolles, langes Finale.

2017 Gigondas Vieilles Vignes, Tardieu-Laurent: Blumige Nase, dunkle Beeren, Zimt, Moos, Orangenabrieb, Gabazältli. Vollmundig, saftig, mit langem Finale.

2019 Rasteau Fleur de Confiance, Domaine la Soumade: Kräuternoten, Blumen, Thujahecke, Lakritz, Blutorangen, Kirschen. Fleischig und pfeffrig, mit enormem Druck im langen Finish.

2019 Gigondas Les Roches, Domaine des Bosquets: 100% Syrah. Dörrzwetschgen, Sandelholz, balsamisch, sehr konzentriert, der Alkohol ist für einige zu dominant. Langes, tanninreiches Finale mit etwas Kohlensäure auf der Zunge.

2019 Gigondas La Colline, Domaine des Bosquets: 100% Grenache. Tabak, rote Früchte, würzig, Lakritz, Blutorangen. Vollmundig, langes Finale, aber auch hier ein leichtes Kräuseln auf der Zunge.

2019 Gigondas La Colline, Domaine des Bosquets: Da beide Flaschen schon verher geöffnet wurden, 2x dasselbe! Rote Kirschen, Schwarzwäldertorte, üppige Struktur samt viel Alkohol, der aber erstaunlich gut versteckt ist. Langes, druckvolles Finale, diesmal ohne Kohlensäure.

2014 Gigondas Le Claux, Château de Saint Cosme: Erfrischend dicht und null Schwülstigkeit, dezent Rosssattel, Rauch, Blutorangen, mineralisch, enorm saftig, jetzt im besten Trinkfenster!