Donnerstag, 2. Dezember 2021: Weinbaugebiete (Süd) Osteuropa & Tokaji

Die Weinbaugebiete östlich von Österreich und Italien gehören zur privilegierten Zone des nördlichen Weinbaugürtels. Schon lange haben wir keine Tokajier mehr getrunken und zudem möchte ich wissen, wie mein Lieblingsweisser aus Griechenland und mein roter aus dem 2 Sterne Restaurant in Ljubljana gereift ist. Zudem hoffe ich auf Entdeckungen aus Serbien und Kroatien, die mit jungen Wilden immer mehr Gehör finden.

Marc und Otti freuen sich in kleiner Runde auf spannende Diskussionen.

Es gelten die bekannten Covid-Regeln und Anmeldung bei Marc.

Donnerstag, 25. November 2021: Argentinien – some like it big

Getrunkene Weine:

2019 Torrontés Crios, Susana Balbo: Unkompliziert fruchtig, ohne Schnickschnack sprich Holzschwaden, knackige Frische, ein Hauch Restsüsse – das Weinleben muss nicht immer nur kompliziert sein!

2014 Ojo Negro Chardonnay, Dieter Meier: Noch erstaunlich gut in Form. Üppig, viel Holz, Karamell, cremiges Finale. Die einen lieben’s, die andern hassen’s…

2013 White Bones Chardonnay Adrianna Vineyard, Catena Zapata: Sowas von untypisch Chardonnay! Stark minzig, Kräuterbonbon, steinigmineralisch, Tikizältli, voller Charakter und Spannung, erstaunlich elegant, lang.

2003 Obra Prima Malbec Reserve, Familia Cassone: Da hatten wir mal ’ne bessere Flasche. Diese hier zeigt sich über dem Zenith, Dörrzwetschgen und eine Säure, die dich fast aufspiesst.

1999 Cadus Malbec, Nieto Senetiner: Schwarze Früchte, würzig, Herbstlaub, schon sehr weit. Dringend austrinken.

1994 Cabernet Sauvignon Estrella, Weinert: In der Nase fast wie ein Bordeaux! Dunkle Beeren, Gulaschsuppe, würzig, Cassis, am Gaumen herrlich süss, saftig, sehr lang. Fein!

2018 Malbec Appellation Gualtallary, Altos las Hormigas: Klar wie die frischeste Bergluft! Eleganz! Kühl! Sowas von schmackhaft! Am Gaumen mit ausgeprägter Säure, noch sehr, sehr jung.

2008 1884 The President’s Blend, Escorihuela: Hat sehr gut gehalten! Viel Tabak, noch voll feiner Frucht, fleischig, mit feiner Süsse, recht langes Finale.

2013 Malo Selection Tinto, Dieter Meier: Üppig und sehr reif! Wie meistens bei solchen Weinen: einige finden: vielschichtig, ein Hochgenuss! Andere: dickflüssig, vielzuviel Alkohol.

2005 Zeta, Zuccardi: Üppig, aber fleischig und nicht plump. Schokolade, Cassis, spanische Nüssli. Samtig, langes Finale.

2001 Serriger Schloss Saarsteiner Riesling Auslese, Schloss Saarstein: Ein Riesling zum Abschluss geht immer! Knackig frisch, hat Spannung, wirkt belebend, reinigt den Gaumen. Lecker!

Donnerstag, 18. November 2021: Grosse Chianti Classico’s & Vin Santo

Getrunkene Weine:

2019 Chardonnay Molino delle Balze, Rocca di Castagnoli: Zitrus, sehr blumig, mit guter Säure und Frische.

2017 Chianti Classico Riserva Agostino Petri, Castello Vicchiomaggio: Sehr fruchtig, vanillig, modern, ohne Tiefe.

2016 Chianti Classico Riserva, Carpineto: Man kann es drehen und wenden wie man will: dieser Dennerklassiker ist beim Jahrgang 2016 ein Kaufmuss – vor allem zu dem Preis (13 Stützli). Er ist wunderbar fleischig, sortentypisch, gradlinig und wird mit der Luft besser und besser.

2013 Chianti Classico Riserva, Brancaia: Kirschenfrucht, pflaumig, vom Nasenbild her mehr Merlot als Sangiovese. Zugänglich, recht fleischig, mit respektabler Länge. Jetzt im guten Trinkfenster.

2013 Chianti Classico Créspine Gran Selezione, Vignole: Modernes Geschoss mit viel Holz – da haben wir sie wieder: die einen feiern, die andern lamentieren… Jedem das Seine…

1997 Chianti Classico Riserva, Fonterutoli: Dass dieser Chianti so viele Jahre gut überstanden hat – Hut ab. Kaffee, hat sogar noch etwas Frucht, feine Süsse, keinerlei Altersnoten.

1993 Chianti Classico Riserva Rancia, Fèlsina Berardenga: Noch fast die grössere Überraschung als beim Fonterutoli: der Wein lebt noch – und wie! Süssholz, Weihrauch, Tabak, am Gaumen süsslich, herrlich! Dass er beim sehr langen Abgang leicht auszehrt – who cares!

1990 Chianti Classico Riserva Rancia, Fèlsina Berardenga: Und gleich noch ein gereifter Rancia! Eigentlich von den Punktrichtern viel höher eingestuft als der 93er, braucht dieser 90er schon ein bisschen den Rollator: Lanolin, Tabak, Lakritz, durchaus noch finessenreich, am Gaumen aber nicht mehr ganz harmonisch. Wirkt etwas müde – in ein zwei Jahren reicht der Rollator nicht mehr aus und es braucht den Rollstuhl – oder war es nur diese Flasche?

2015 Chianti Classico Gran Selezione San Lorenzo, Castello di Ama: Uff, die Highlights folgen sich Schlag auf Schlag! Wunderschöne schwarze Beerenfrucht, jahrgangsbedingt ein Kraftprotz, aber alles im soliden Rahmen! Betörend vielschichtig, spektakulär ausgewogen.

2015 Chianti Classico Gran Selezione Coltassala, Volpaia: Ihr wollt noch mehr feine Weine? Ok, einen haben wir noch: Blotorangen, Lakritz, Zartbitterschokolade. Jemand schmeckt Veilchen und murmelt: wegen Mammolo. Mammolo hin, Mammolo her, der Wein ist einfach geil, Punkt! Entschuldigung: .

2005 La Gioia Toscana, Riecine: And the show goes on and on… Haufenweise Lakritz, süsslicher Pfeifentabak, cremige Textur, langes Finale. Gehen wir heim oder ist da noch was?

1985 Fontalloro, Fèlsina: Niemals, niemals hätten wir diesen Wein in die 80er Jahre getan – er kommt zwanzig Jahre jünger daher. Ein sensationeller Abschluss eines gewaltigen Abends – halt, da stehen ja noch zwei Flaschen Vin Santo…

2013 Vin Santo del Chianti Classico, Rocca di Castagnoli: Leicht brandig, nicht das grosse Vin Santo-Abenteuer, aber wir haben ja noch einen…

1985 Vin Santo, Fèlsina: Getrocknete Feigen, sehr intensiv, ausreichend Säure, um die Süsse abzupuffern. Genial! Zusammen mit den von René selbstgebackenen Cantuccinis – mmmmmmmmhhhhhhhhhhhhhhhh.