Do-Degustation vom 11. Oktober 2012: Biodynamische Raritäten aus Frankreich!

Du meine Güte, war dieser Abend spannend! Wir tauchten ein in die unbekannte Welt von Weinen aus Savoien und dem franz. Jura – faszinierend fremd, einzigartig anders – autochthone Rebsorten, die wir zuvor noch nie gehört hatten!

Degustierte Weine:

– Allobrogie Argile, Domaine des Ardoisières 2010 (Savoien): Trauben: Mondeuse blanc, Jacquère, Chardonnay. Sehr mineralisch, Aepfel, exotische Nase; am Gaumen schöne Dichte, viel Säure. (92 Parker-Punkte).

– Les Alpes, Dominique Belluard 2010 (Savoien): Traube: Gringet. Honig, Mineralität, überreife Gravensteiner, Bergamotte, Wachs; am Gaumen ausdrucksstark, aber gewöhnungsbedürftig. (92 Parker-Punkte).

– Le Feu, Dominique Belluard 2010 (Savoien): Traube: Gringet. Grosses Bukett mit Noten von Grannysmith-Aepfeln, mineralisch, Blumenwiese; am Gaumen breit, würzig, lang. Authentisch, gradlinig, macht Eindruck! (93 Parker-Punkte).

– Côtes du Jura, Jean Macle 2008: Trauben: Chardonnay und Savagnin, oxydativ ausgebaut. Verrückte Nase nach Curry, Nüssen, aber auch Zitrusfrüchten. Es umweht einen der mystische Hauch eines Château-Chalon; am Gaumen trocken, wieder Nüsse, sehr lang. Sicher nicht jedermanns Sache, aber wir verneigen uns vor einem überraus spannenden Wein.

– Mondeuse Tradition, Michel Grisard 2005 (Savoien): Traube: Mondeuse. Exotik pur! Weihnachtsgerüche, Zimt, Lebkuchen, eingemachte Kirschen; am Gaumen setzt sich dieses Sammelsurium fort, fast zuviel der fremden Geschmäcker, Abgang eher kurz.

– Terrasse du Larzac Le Grand Pas, Pas de l’Escalette 2008 (Languedoc): Trauben (u.a. Grenache): braucht viel, viel Luft, entwickelt sich immer besser, kommt aber nie an einen Mas Jullien oder Flors de Peira heran. (93 Parker-Punkte).

Fazit: spannender Abend mit neuen Weinerlebnissen! Unvergesslich!!!

Do-Degustation vom 4. Oktober 2012: Bordeaux Vintage 1991

Wieder einmal der Beweis, dass gute klassische Bordeaux-Château auch in schlechteren Jahren ausgezeichnete Weine produzieren! Wir degustierten:

– Château Meyney 1991: Null unreife Noten, im Gegenteil ein wunderbar gereifter, saftiger Bordeaux mit Noten von roten Beeren, Gewürzen (Curry), Leder; am Gaumen schöner Schmelz, nichts von Altersnoten, mittlere Länge.

– Chateau Lynch-Bages 1991: Auch hier null unreife Noten feststellbar: schwarze Früchte, Tabak, Graphit, Pfeffer; am Gaumen rund, eher schlanker Körper, bleibt relativ lang. Wahrscheinlich einer der besten 91er! Eine wirklich grosse Ueberraschung!

 

 

Ja, ja, die Reihe mit den tiefsten Zahlen, mit dem schrecklichen Schwarz drin, das ist 1991.

Do-Degustation vom 27. September 2012: Barbaresco!

Degustierte Weine:

– Barbaresco Punset 1985: Gummi, Autopneu, in Ehren ergraut, „harmonisch alt“.

– Barbaresco Castello di Neive Santo Stefano 1986: Leder, Tabak, Süssholz, Kaffee; am Gaumen wieder Süssholz, getrocknete Rosenblätter, macht unheimlich Spass, anhaltendes Finale. Klasse!

– Barbaresco Produttori di Barbaresco 2001: Kaffee, dunkle Schokolade, Lakritze, Veilchenparfüm; am Gaumen bittere Tannine, (zu)viel Adrstringenz, trocknet aus. Wird der jemals etwas runder?

– Barbaresco Produttori di Barbaresco 1988: Schweflig, etwas Leder, Süssholz; am Gaumen nicht harmonisch, macht keinen Spass mehr.

– Barbaresco Cottà Sottimano 2004: Bärendreck, dunkle Früchte, Gewürze, herrliches Aromenspektrum; am Gaumen vielschichtig, komplex, gewaltiges Finale. In ein paar Jahren wahrscheinlich noch besser!

– Barbera d’Alba Pian Romualdo Prunotto 2001: Um zu sehen, ob ein Barbera gegenüber einem Barbaresco abfällt oder nicht… Ganz andere Nase, Kaffeenoten, dunklere Farbe als die Barbarescos; am Gaumen erkennt man den Unterschied: nicht so vielfältig, einfacher gestrickt, hat nicht diesen gewaltigen Druck eines Cotttà.