Donnerstag, 13. März 2025: Amphoren-Weine

Orange Weine, Qvevriweine aus Georgien und Amphoren-Weine aus aller Welt stehen im Vergleich. Viele Weingüter experimentieren mit Amphoren und wollen mit historischer Weinbereitung neue Aromen ausloten.

Getrunkene Weine:

Champ-Long, Argile, 2022: 100% Rousanne, reife Frucht, leicht oxidativer Apfel, Nüsse, Wiesenblüten und etwas Heu, milde Säure, leicht bitter, längerer Abgang.

OTT, QVEVRE 2010: Erinnert an sauren Most, Floral, Feuerstein, häfig, Vanille, Heu, Blumenwiese, milde Säure, Lang. Für die einen ein eher ’schwieriger‘ Wein.

Tissot, Savagnin, 2019, Amphore: Kräuter, Zimt, Gewürze, Quitte, intensiv Apfel Boskop, Tee, Mostbirnen, hat er Aceton?, Funky, oxidativ. Trocken, Tannine – für die einen leicht auszehrend, lang mit Kräutern.

Gravener, Bianco, 2007: Karamel, Apfel, Tarttatin, Vanille, Rumtopf, würzig, Wermut, Orange, Rosinen. Trocken mit frischer Säure, lang und warm.

Champ-Long, Argile, rouge, 2023: Mineralisch, rote Früchte, Cassis, Brombeeren, Kräuter, laktisch, Kakao, Schokolade, Kirschen, Tee, Himbeergelee. Trocken, frische Säure, zupackend, lang und würzig.

Sant’Or, Ariortiko, 2019: sozusagen ein Pirat, der nur beim Händler in der Amphore war ;-), schöne druckvolle Frucht, Brombeeren, laktisch, mineralisch, Kräuter, saftige Säure, Tannin und sxusolkircken …ahhh … Sauerkirschen.

Tissot, Trousseau 2020, Amphore: halt wie ein Trousseau so ist – wild, kräutrig und eckig, schwierig bzw. eigenwillig. Rote Früchte, Feuerstein, Grünschnitt, Leder, Kirschen, Harz. Trocken mit mittlerer Säure .. bis Sauer, Sauerkirschen, mittlerer und scharfer Abgang.

…. und alle freuen sich auf den Dessert 🙂

Donnerstag, 6. März 2025: Burgund special – Chablis Grand cru & Gevery-Chambertin

Getrunkene Weine:

1979 Chablis 1er Cru, André Ziltener Père & Fils: Kork flutscht rein und raus kommen Sherry-Noten. Untrinkbar.

2011 Chablis Grand Cru Vaudésir, Pascal Bouchard: Zitrusschale, buttrig, Brioche – erinnert fast an einen reifen Champagner.

2015 Chablis Grand Cru Les Blanchots, Domaine Long-Depaquit (Albert Bichot): Mandarinen, blumig, buttrig, mineralisch, trotz der üppigen Struktur mit feiner Säure.

2015 Chablis Grand Cru Grenouilles, La Chablisienne: Frühlingsblumen, kandierte Orangen, harmonisch eingebettet in eine mineralische, kalkige Mineralität. Am Gaumen Ähnlichkeit mit einem Sauvignon Blanc.

2018 Chablis Grand Cru Les Preuses, Domaine William Fèvre: Zitrusfrüchte, Orangen, ein Hauch von Muskat, sanft, aber mit feiner Säure, langes, mineralisches Finale.

2018 Gevrey-Chambertin „Les Evocelles“, Domaine Quivy: Erinnert von seiner Üppigkeit her fast an einen spanischen Garnacha. Zwetschgen, Minze, Kaffee, rund.

2010 Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes, Dupont-Tisserandot: Kirschen und Erdbeeren, Blutorangen, Dörrfrüchte, saftig, reif – jetzt trinken.

2015 Gevrey-Chambertin La Justice, Jérôme Galeyrand: Kirschenfrucht, Blutorange, Blumen, Kaffee, Piment, fleischig und saftig, grossartige Länge.

1979 Gevrey-Chambertin „Clos Prieur“, Thomas Bassot: Getrocknete rote Früchte, Waldboden, Malz, dezent Kampfer, am Gaumen eine herrliche Süsse – was für ein hervorragend gealterter Gevrey-Chambertin!

2001 Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes, Sérafin Père & Fils: Kaffeenoten, Cola, Erdbeeren, fleischig, kompakt, ein Hauch von Bittermandelngeschmack im langen Abgang.

2006 Latricières-Chambertin Grand Cru, Château de Pommard: Dezent Stall, Pilze, Speck, dunkle Kirschen, kühle Eleganz – wirklich köstlich!

2009 Charmes-Chambertin Grand Cru, Domaine Taupenot-Merme: Verführerisches Bukett von Kaffee, Lavendelholz, Zigarrenkiste. Süsse Frucht, konzentriert, geprägt von der typischen 09er Überschwänglichkeit.

1983 Riesling Auslese Brauneberger Juffer GK, Günther Steinmetz: Eine Mischung aus Käsegeruch, Kork und feuchtem Kellerboden. Wird leider auch mit Luft nicht besser.

Donnerstag, 27. Februar 2025: nördliche Rhône

Getrunkene Weine:

2021 Condrieu La Petite Côte, Yves Cuilleron: Süsse Aprikosen, Pfirsich, Birnen, salzige Mineralität, weisse Blüten. Mittelkräftig, frisch, lebendig.

2018 Condrieu Lieu-Dit Verlieu, Yves Cuilleron: Pfirsich und Birnen, Honig, zerlaufende Butter. Ölig, honig-würzig, wirkt schwer und schon recht fortgeschritten.

2008 Hermitage blanc, Tardieu-Laurent: Berauschend duftend, Vanille, etwas Karamell, Toast, Grapefruithäutchen, Apfel, Honig, samtig – sinnbetörend wie ein Moment, in dem die Welt für einen Augenblick stillsteht und man sich einfach nur in den Aromen verliert.

2019 Saint-Joseph La Dardouille, Emmanuel Darnaud: Frisch gemahlener Pfeffer, lakritzig, schwarze Schokolade, süsse Pflaumen und Cassis, dekadent üppig und vollmundig, aber schwer, ihm zu wiederstehen.

2020 Saint-Joseph Lieu-Dit, E. Guigal: Brombeerdüfte umgarnen die Nase, Teer, Lakritz und schwarzer Pfeffer stoßen dazu, und feinkörnige Tannine schmiegen sich so elegant an den Gaumen, dass selbst Samt neidisch wird!

2016 Saint-Joseph Vignes de l’Hospice, E. Guigal: Noch stark vom Holz geprägt, schwarze Schokolade, Vanille, Brombeeren. Enorm würzig, muskulös, noch im jugendlichen Alter – warten!

2015 Hermitage Farconnet, J. L. Chave Sélection: Nach mehreren Stunden Luft hat sich der Farconnet 2015 von seinen Stallnoten verabschiedet und kommt jetzt im feinen Zwirn daher – saftige dunkle Beeren, Veilchen, Pfeffer und schwarze Oliven. Die Brett-Noten? Weggaloppiert!  

2010 Côte-Rôtie La Germine, Duclaux: Diese Flasche ist leider ein trauriges Drama aus flüchtigen Säuren und chemischen Noten – mehr Nagellackentferner als große Rhône-Romantik. Schade!

1998 Côte-Rôtie, René Rostaing: Charismatisch, mit einer rauchigen Würze, die an gegrillten Speck mit einer ordentlichen Portion Pfeffer erinnert. Am Gaumen schwebt er zwischen Kraft und Finesse, mit einem solchen Charme, dass du kurz überlegst, ihm einen Heiratsantrag zu machen.

2018 Côtes-du-Rhône, Château des Tours: Ein rotes Beeren-Festival schleicht sich graziös in den Ballsaal der Weine, wo Aromen von Himbeeren, Kirschen und Erdbeeren wie elegante Tänzer durch den Raum gleiten – und dabei weht eindeutig mehr als nur ein Hauch von Rayas herüber…

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