Donnerstag, 1. Oktober 2026: K&K und der Balkan

Getrunkene Weine:

2025 Rumeni Muskat, Malec (Slowenien):
Blumig, fruchtig, leicht lieblich – der Muskat macht auf Charmeoffensive. Und kommt damit erstaunlich weit.

2019 Furmint, Verus (Slowenien):
Ein Hauch Schiesspulver, Zitrus, Honig, viel Würze, Lindenblüten und Mirabelle – dazu eine Säure, die offenbar mit Feuerwerk aufgewachsen ist. Der Furmint hat ordentlich Munition.

2019 Chardonnay Groblja Vedrignano Il Cru, Domaine Vicomte de Noüe-Marinic (Slowenien):
Mango und Grapefruit, ordentlich Holz, ölig und hinten raus steinig-mineralisch. Der Chardonnay hat offenbar in Burgund studiert – und die Abschlussarbeit in Slowenien abgegeben.

2012 GRK Herakles, Madirazza (Kroatien):
Ganzer Obstkorb, Melonenschnitz, leicht angeschlagener Apfel, Zitronenmelisse und Kamille. Dazu ein erfrischend bitteres Finale. Herakles? Eher Obstsalat mit Kampfgeist.

2016 Grüner Veltliner Smaragd Achleiten, Domäne Wachau (Österreich):
Reife Ananas, Zitrone, Lindenblüten, fein mineralisch – und mit zehn Jahren noch erstaunlich klar auf den Beinen. So darf Alter aussehen.

2007 Zlatan Plavac Barrique, Zlatan Otok (Kroatien):
Rauch, Efeu, Dörrpflaume, eingemachte Beeren – dazu Bergwerk-Tannine und reichlich Sperrigkeit. Der 2007er kommt offenbar direkt aus dem Stollen.

2010 Nemea Old Vines, Estate Papaioannou (Griechenland):
Pflaume, Tomatenmark, dunkle Schokolade, balsamisch. Hinten raus zieht er eine Schleife – zwar kürzer als „Papaioannou“ und „Agiorgitiko“ ausgesprochen werden, aber nur knapp. Zehn Sekunden plus. Respekt.

2023 Merlot, Menenghetti (Kroatien):
Pflaumenkonfitüre, Schokolade, modern, aber mit Charme. Da würde selbst der Löwe in der Serengeti über diesen Menenghetti vor Freude brüllen.

2013 Plavac Mali Pharos Maximus, Hvar Hills (Kroatien):
Pflaumen, Tabak, Zedernholz, dazu etwas Mineralität im Hintergrund. Hinten raus herb und bitter. Überextrahiert? Oder einfach nur sehr überzeugt von sich selbst.

2023 Beerenauslese Terrassen, Domäne Wachau (Österreich):
Pink Grapefruit, Blumen, Mango – parfümiert bis in die letzte Ecke, dennoch vielschichtig. Süss, aber von der Säure sauber auf Kurs gehalten. Beerenauslese mit eingebautem Turbolader.

Lass uns gemeinsam königlich, kaiserlich schlemmen und schlürfen! …. und lernen!

Donnerstag Degustation

Donnerstag, 22 Oktober 2026 | 19:00 – 22:00

Meinweinkeller – VINOTTI, Hegistr. 39a, Winterthur, 8404

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Donnerstag, 24. September 2026: Brunello di Montalcino – Collemattoni & more

Wir probierten alle neuen Jahrgänge des Brunello Weingutes Collemattoni und ergänzten die Runde mit gereiften Brunello di Montalcino:

Champagne Guy Michel, Vinothèque 2007: Ein herrlicher reifer Champagner mit Brioche, Cremig, Birnen, Apfel, herbe Zitrone, nussig, mit einer toller Mousse.

Casteani, Serin, Vermentino, Maremma 2021: Leicht reduktive Nase, cremig, reif, Blumenwiese, zitronig mit leichter Süsse.

Collemattoni, Adone, Rosso Toscano 2022: Himbeermarmelade, rotfruchtig, Sauerkirschen, einfach, gefällig, easy drinking.

Collemattoni, Rosso di Montalcino 2024: Lebendige spielerische rote Früchte in der Nase, Blutorangen. Am Gaumen noch etwas jung mit verdeckter Frucht, Sandelholz, sandige feine Tanine, burgundisch. Toller Rosso.

Collemattoni Brunello di Montalcino 2020: Die Nase meldet dunkle Kirschen, Schwarzwälertorte, feurige und balsamische Noten. Am Gaumen saubere Früchte und schöne Struktur, edel mit Tabak.

Collemattoni Brunello di Montalcino 2021: Betörende Nase mit tiefen dunklen Früchten, Kirschen, Blutorangen. Edel und funky. Am Gaumen füllig, stoffig, edel, saftig mit feinen Taninen – lagern.

Collemattoni Brunello di Montalcino, Albori 2019: Edle zurückhaltende Nase, Tropenholz, dunkle Früchte. Am Gaumen seidenfein, gehaltvoll, vielschichtig, viel Holz, Tanin, etwas Tomatenmark, mit grossem Lagerpotential.

Collemattoni Brunello di Montalcino, Vigna Fontelontano, Riserva 2019: Die Nase offenbart Kirschen, Cola, Kokos, Zimt, Lebkuchen und Tropenhölzer. Am Gaumen viel Power, Kraft, füllig, griffig, harmonisch, tief und lang, toller Wein.

Castel Giocondo, Brunello di Montalcino 2016: Reife Brunellonase, Kirschen und Caramel. Am Gaumen schöne Reife, würzig, leicht süss, mangelt an Tiefe, Tanin.

Castel Giocondo, Brunello di Montalcino 2007, Limited 150 years Edition: Die Nase zeigt marokanische Minze, dunkel und rotbeerig, grüne frische Würze, Tabak und Edelhölzer. Am Gaumen sämig, reif, füllig, cremig, warm und mit schöner Säure.

Il Poggione Brundello di Montalcino 2008: Tolle reife Brunello-Nase, dunkle Früchte, Cola und Lakritze. Am Gaumen herb, würzig, tiefgründig, feurige Wärme, sehr schöner Wein!

Cacci Piccolomini d’Aragona, Pianrosso 2015: Warme Brunello-Nase mit dunklen Früchten; Am Gaumen würzig, balsamisch, vielschichtig, tief und griffig, ein toller Wein!

Uccelliera Brunello di Montalcino 2015: sooo schade – leicht Zapfen 🙁 aber die Nase zeigt noch dunkle Früchte und der Gaumen ist spielerisch, griffig und tief; schade

Il Marroneto Brunello di Montalcino 2013: Nun bewegen wir uns in neuen Sphären – unglaublich tolle, tiefe, breite Nase; der Gaumen offenbart grosse Tiefe, dunkle Früchte, Nussaromen, ein grosser Wein – einfach geil!

Il Marroneto Brunello di Montalcino, Madonna delle Grazie 2010: Ausserirdisch, tiefe konzentrierte Nase, Vemuth, Lakritze und Steinpilz; am Gaumen präsentiert er sich konzentriert, ein Wahnsinn, Lakritze, Leder, Mahagoni, mit viel Biss, Tanin und bleibt eeewig, Schwarz wie die Nacht, Grip, tolle Struktur und doch wie ein Samthandschuh – ausserirdisch!!

Der Weinclub bei Collemattoni – Liegt der Erfolg an der phantastischen Höhenlage mit Blick auf Argiano, am sympatischen Frauenteam oder am Ausbau in grossen Fässern – oder alles & mehr

Donnerstag, 17. September 2026: Inselweine

Getrunkene Weine:

2024 Kima Cataratto, Possente (Sizilien):
Sizilien im Streichholzmodus: Zitrus auf Melonenschnitz, herbwürzig und mit leichtem Prickeln auf der Zunge. Kein Opernstoff, aber als Aperöler gerade noch auf der Gästeliste.

2024 Quojane di Serramarrocco Zibibbo, Barone di Serramarrocco (Sizilien):
Blütenparfüm trifft Grapefruit und Kumquat – frisch, würzig, mit ordentlich Zitrus und einem Hauch zu viel aufgesetztem Charme.

2025 Lillo Grillo, Caruso & Minini (Sizilien):
Birnendrops und Ufobonbon, dazu würzige Zitrone und ein Hauch Mineralik. Aromatisch zwischen Bonbonladen und Rebberg – hinten raus übernimmt die Bittermandel das Kommando.

2020 Audarya Vermentino, Camminera (Sardinien):
Sardinien im Kräutergarten: Kamille, Macchia, Brennnessel und Zitrus – trocken und frisch, bis hinten raus einer den Kübel Akazienhonig umkippt.

2017 Cuvée Evdemon Assyrtiko, Argyros (Santorini, Griechenland):
Santorini pur: Amalfi-Zitrone, Feuerstein, Oregano und Salz, dazu eine Säure wie ein Stromschlag. 2017 auf dem Etikett, Rasierklinge im Glas – wer braucht schon Botox, wenn man Assyrtiko hat?

2020 Rosé YL Nielluciu, Yves Leccia (Korsika):
Streichholz, rote Beeren, Grapefruit und Butter – straffe Säure, balsamisches Teebaumöl. Korallenrosa, aber Stahlbeton im Rückgrat: Korsika schenkt keinen Schminkrosé ein.

2005 Terre Brune Carignano del Sulcis, Santadi (Sardinien):
Sardinien in der dunklen Ecke: Pflaumen, Rumtopf, Schokolade, Lakritze und Tabak – würzig, strukturiert und mit langem Abgang. Kein Strandurlaub, eher ein Besuch im sardischen Schwarzmarkt für Süssholz und Zwetschgen.

2001 Ribeca Perricone, Firriato (Sizilien):
Dörrfrucht, Sojasauce, Tomatenpüree und Rauchspeck – Sizilien trifft Altersheimküche. Der Ätna raucht noch, der Wein ist schon unten.

1996 Ceuso Vigna Custera, Ceuso (Sizilien):
Waldboden, Leder, Tabak, Harz und Animalik – Sizilien im Vintage-Modus, dunkle Frucht nur noch auf Stippvisite. Das Finale zehrt aus wie ein Ferienbudget am letzten Urlaubstag.

2018 Passorosso Etna Nerello Mascalese, Passopisciaro (Sizilien):
Rote Beeren, Kirschen, Tabak und Tee – klingt nach Ätna, trinkt sich aber eher wie ein Vulkan auf Stand-by. Die Säure hat heute frei, die Länge macht pünktlich Feierabend.

2015 Calderara Sottana Nerello Mascalese Etna Rosso, Tenuta delle Terre Nere (Sizilien):
Kirsche, Blutorange, Kräuter und Zimt – balsamisch, druckvoll und mit ordentlich Zug nach hinten. Der Ätna liefert: Hier wird nicht gespuckt, hier wird nachgeschenkt.

2019 Sestal, Ses Talaioles (Mallorca):
Brombeeren, dunkle Kirschen und Quittengelee – ordentlich Druck, aber etwas sperrig auf der Brust. Mallorquinischer Muskelprotz: Die Süsse ist Phantom, die Muckis sind echt.

2019 Premier Vin, Son Mayol (Mallorca):
Sauerkirsche, Pflaumenmus, Schokolade und Pfeffer – Mallorcas Antwort auf die Frage, ob Samthandschuhe auch Boxhiebe austeilen können. Modern, druckvoll und mit ordentlich Pfeffer im Hintern.

2016 4 Kilos Callet, 4 Kilos (Mallorca):
Johannisbeere, Himbeersirup, Bitterorange und Campari – rote Frucht trifft Kräuterapotheke, leichtfüssig und mit balsamischem Langstreckenlauf. 4 Kilos? Klingt nach Übergewicht, ist aber mallorquinische Leichtathletik.

2014 Gran Veran, Finca Biniagual (Mallorca):
Wenn Kokos, Karamell und Tomatenmark eine wilde Nacht verbringen, liegt am Morgen dieser Wein im Bett.

2012 Vinsanto 4 years Barrel aged, Argyros (Santorini, Griechenland):
Feigen, Datteln und Orangenschale – süsses Früchtchen mit säuerlichen Hintergedanken. Santorinische Süssholz-Affäre: erst unschuldig auf der Zunge, dann geht’s im Abgang zur Sache.