Donnerstag, 12. September 2024: Route des Vins du Médoc 2 / Pauillac

Getrunkene Weine:

1995 Château Batailley (5e cru classé): Tabakig, durchaus noch mit Frucht, ein wenig streng im mittellangen Finale.

2009 Château Clerc Milon Rothschild (5e cru classé): Laktisch, Brombeeren und reife Kirschenfrucht, im Hintergrund etwas Tabak, Karamell, rund und schmeichlerisch, langes, leicht mineralisches Finale.

2009 Château Lynch-Bages (5e cru classé): Süssliche, ja opulente Nase, als wären wir in der Neuen Welt angekommen! Cassis, schwarze Kirschen, Tabak, Schokolade, Lakritz, weich und rund, überaus langes Finale.

2009 Château Pontet-Canet (5e cru classé): Schwarze Frucht im Übermass, Schokolade, floral und mineralisch, Graphit. Exotische Gewürze, explosiv und muskulös am Gaumen, extrem langes Finale. Könnte mit einem Spitzen-Napa verwechselt werden.

2012 Château Pichon Baron (2e cru classé): Animalisch, minzig, schwarze Beerenfrucht, Lakritz, am Gaumen weniger intensiv, mit leicht grünen Noten im langen, druckvollen Abgang.

2005 Château Pichon Baron (2e cu classé): Kalte Asche, dunkle Früchte, Graphit, feste Tanninstruktur, präsente Säure, kräutriges, langes Finale. Ein atypischer 05er.

1998 Château Pichon Longueville Comtesse de Lalande (2e cru classé): Animalik, Tabak, Zigarrenkiste, Leder, old School Bordeax – Himmel, wir sind geflasht! Das Ganze eingepackt in Kräuter und Gewürze, wow ist das schön!

1988 Château Grand-Puy-Lacoste (5e cru classé): Süssholz, Minze, wirkt etwas angestaubt und endet flach, aber nach dem Pichon-Lalande hätte es jeder andere Bordeaux schwer gehabt.

1986 Château Lynch-Bages (5e cru classé): Eine nicht ganz saubere Flasche, schrammt knapp an Kork vorbei. Vor allem am Gaumen kennen wir diesen Prachtsbordeaux ganz anders.

1989 Château Mouton Rothschild (1er cru classé): Zedernholz, Zigarre, dunkle Beeren, aristokratisch und komplex, Minze, Gewürze, alles in der richtigen Dosis. Fabelhafte Tiefe, fabelhafte Länge, sehr gepflegt. Für einen Moment ist es mäuschenstill im Club.

https://gcc-1855.fr/appelation/pauillac/

Premiers crus
Château Lafite-Rothschild
Château Latour
Château Mouton-Rothschild (seit 1973) 1989

Deuxième crus
Château Pichon-Longueville-Baron 2005, 2012
Château Pichon-Longueville-Comtesse de Lalande 1998

Quatrième cru
Château Duhart-Milon-Rothschild

Cinquièmes crus
Château Batailley 1995
Château Haut-Batailley
Château Croizet-Bages
Château Clerc-Milon-Rothschild 2009
Château Grand-Puy-Ducasse
Château Grand-Puy-Lacoste 1988
Château Haut-Bages-Libéral
Château Lynch-Bages 1986, 2009
Château Lynch-Moussas
Château d’Armailhac, früher Château Mouton-Baronne-Philippe
Château Pédesclaux
Château Pontet-Canet 2009

Donnerstag, 5. September 2024: Knaller!

Wir durften eine Reihe toller weisser und roter Chateauneuf du Pape geniessen:

Weissweine:

La Bastide Saint Dominique Chateauneuf du Pape Blanc, Chapelle 2019: Die Nase zeigt reife Äpfel, Kamille und Lindeblüten. Am Gaumen cremig, buttrig mit schöner Säure.

Domaine de Cristia Chateauneuf du Pape Blanc, Vieilles Vignes 2010: Goldene Farbe, in der Nase schmeichelt Honig, Äpfel und Hagenbutte. Am Gaumen kräftig, schöne Frische, reife Äpfel, harmonisch, frische bittere Grapefruitnoten.

Rotem & Hounir Saouma Chateauneuf du Pape Blanc, MAGIS 2018: phuuaaa, i like! (erste Degubemerkung), was für ein Teil!!! Vielschichtig, toastiges Holz, Komplex aber positiv verschmierte Aromen – tausende Aromen, die wir aber nicht festmachen können – aber so geil!. Harmonisch, tief, breit, lang – alles was dein Gaumen verzaubert! Aus am Gaumen sind wir unfähig die komplexen Aromen zu benennen – einige Versuchsfetzen: weisser Pfirsich, Zitrone, weisse Blumen, weisse Fruchtbaumblüten – was immer das heisst – einfach GEIL!!!!

Rotweine:

Domaine de Pères de l’Eglise Chateauneuf du Pape, L’Héritage de Pollus 2019: Die Nase verhalten mit Johannisbeer, Holunder, versteckte Orangen. Im Mund eher brandige Bitterkeit, grün, etwas Peperoni, jung, spürbare Tanine.

Bosquet des Papes Chateauneuf du Pape, Les 7 de Pignan 2020: Von 7 Kleinparzellen in und um das Lieu-dit Pignan. Eine Fruchtnase mit Himbeeren und Brombeeren. Am Gaumen schwarze Früchte, Zimt, Schoko, aber nicht dick. Alkohol wirkt noch recht brandig. Sehr jung – fast scharf im Abgang. warten! – Nach drei stunden elegant weiterentwickelt und es zeigen sich edle Noten von Blutorangen. In 5-10 Jahren wieder probieren.

Xavier Vignon Chateauneuf du Pape 2013: Altes Fass sehr spät abgefüllt. An der Nase Holunder und Appenzeller Käserinde oder zweite Interpretation: mediterrane Kräuter mit ätherischen Ölen. Bittere Früchte, Bitterorangen, Holunder, saftig, wirkt jung, Provence Kräuter, lang, wird mit der Luft immer besser.

Xavier Vignon Chateauneuf du Pape Cuvée Anonyme 2011: Geruch nach dicker konzentrierter Frucht, Brombeeren und Joghurt. Am Gaumen sämige Früchte, Schoko, modern, dicht, Anflug von Dörrfrüchten von überreifen Trauben.

Rotem & Hounir Saouma Chateauneuf du Pape ARIOSO 2015: puhfffff, unglaubliches Nasenspiel, vielschichtiges Spiel von roten und schwarzen Beeren, laktisch. Spielt im Mund Karamba, komplex, vielschichtig, tief, kräftig, breit, … was gibt es noch für Superlativen. Die Aromen wieder unglaublich breit und aus den hunderten von Aromen extrahieren wir Brobeeren und schwarze Johannesbeeren. Einstimmig ein wahrer Hammerwein!! Übrigens auch dieser Wein aus Kleinparzellen in und um Lieu-dit Pignan.

Clos des Papes Chateauneuf du Pape 1985: Diese Nase! Unglaublich – einige nennen (positiv) versengtes Fleisch. Am Gaumen spielen Herbstnoten und Blutorangen, Kräuter-Spiegel, welke Blätter, Herbstspaziergang auf feuchtem Waldboden, vielschichtig, langer Abgang.

Donnerstag, 29. August 2024: Barbaresco

Rotweine und Weissweine aus dem Barbaresco – Eleganz, Tiefe, Rafinesse!

Getrunkene Weine:

2017 Rizzi Alta Langa Metodo Classico, Pas Dosè, Rizzi: 85% Chardonnay, 15% Pinot Noir, Zero Dosage. Brioche, Blumenwiese samt Rosenhecke, Apfel, recht cremig, frisch.

2023 Roero Arneis, Bruno Giacosa: Eisbonbon, sehr fruchtig, dürfte etwas mehr Säure vertragen.

2021 Nebbiolo Langhe, Produttori del Barbaresco: Sehr gelungener Langhe Nebbiolo mit feiner Minznote, Kirschen und Brombeeren, Kaffee, Gaba Lakritz-Pastillen. Schön saftig, feine Säure, recht langes, mineralisches Finale.

2014 Barbaresco, Produttori del Barbaresco: Ein toller Erfolg für den eher schwierigen Jahrgang 2014! Feine Kirschfrucht, Teer, Lakritz, Leder, am Gaumen dann eher dünn und leicht auszehrend im mittellangen Abgang.

2015 Barbaresco, Produttori del Barbaresco: Konzentriert, voller Kraft, süsse feine Kirschfrucht, mit Luft auch Blutorange, lebendige Säure, saftig, ein Hengst von Wein!

2016 Barbaresco, Produttori del Barbaresco: Nobel, voller Würde und Kraft, voll ausgereifte Frucht, ergänzt mit einer ganzen Zaine voller Gewürze, Zitronenmelisse, Kaffee, Teer. Am Gaumen saftig und komplex, perfekte Säure, feinkörnige Tannine, sehr langes, druckvolles Finale.

2019 Barbaresco, Produttori del Barbaresco: Noch ungestüm, balsamisch, Blutorangen, Kaffee, Petrichor (Anmerkung der Redaktion: Das Wort setzt sich aus altgriechisch πέτρα pétrā „Fels, Felsstück“ oder πέτρος pétros „Stein“[1][2][3] und ἰχώρ īchṓr „Blut der Götter[1][2][4] zusammen und wurde 1964 von zwei australischen Forschern der CSIRO, Isabel J. Bear und Richard G. Thomas, in einem Artikel für die Fachzeitschrift Nature geprägt.[5] Im Artikel beschreiben die Autoren, wie der Geruch durch ein Öl entsteht, das bestimmte Pflanzen während Trockenperioden absondern, welches wiederum von Tonböden und Gesteinen absorbiert wird. Während des Regens wird das Öl, zusammen mit einer anderen Verbindung namens Geosmin, in die Luft freigesetzt. Durch die Verbindung entsteht der markante Geruch. In einem Folgebericht zeigten Bear und Thomas 1965, dass das Öl die Keimung von Samen und das frühe Pflanzenwachstum verzögert.[6][1]). Energiegeladen, würzig, aber noch viel zu jung!

2016 Barbaresco Basarin, Moccagatta: Sehr viel Holz, Karamell, viel Alkohol. Süsslicher Barbaresco für alle, die es lieber rund und geschmeidig wollen.

2009 Barbaresco Serraboella, Cigliuti: Tannenharz, ätherisch, trockenes Laub, Zartbitterschokolade, fleischig und köstlich, mit grossartig langem Finale.

2012 Barbaresco Asili Riserva, Ca‘ del Baio: Laktisch, Himbeerfrucht, dezent animalisch, Banane, eher auf der modernen Seite. Leicht auszehrend im mittellangen Finale.

2012 Barbaresco, Gaja: Leder, Möbelpolitur, Blutorangen, Brombeeren, Kräutermischung, ätherisch, Zedernholz. Streng, aber mit grosser Ausstrahlung, der Abgang ist enorm lang.