Donnerstag, 23. Januar 2025: Route des Vins du Médoc 5 / Grand cru classé Margaux

Getrunkene Weine:

Château du Tertre 1983: Fürchterlicher Kork – leider ungeniessbar!

Château Rausan-Ségla 1993: Efeuranken, Oregano, grüne Peperoni – war nie besser, wird nie besser.

Château Prieuré-Lichine 1994: Leichter Kellermuff, in Abwechslung mit Stall. Dazu aber auch noch dunkle Früchte und am Gaumen eine Saftigkeit, die niemand so erwartet hätte! Dass der Abgang etwas bitter endet – who cares!

Château Rauzan-Gassies 1985: Vom Rauzan-Gassies hatten wir schon schauderhafte Trinkattacken zu überstehen, aber dieser 85er präsentiert sich ohne Witz als saftiger, vifer, edel gereifter klassischer Bordeaux! Chapeau!

Château Boyd-Cantenac 1989: Dezent Bratensauce, Süssholz, Tabak, süssliche dunkle Beeren. Am Gaumen fehlende Frische, für einen 89er eher enttäuschend.

Château Lascombes 1982: Dörrfrucht, Rumtopf, dezenter Muff, vermutlich zu warme Lagerung. Aber immerhin noch trinkbar.  

Château Palmer 1991: Dieser Palmer schmeckt so sehr nach Kaffee, dass selbst die Kaffeebohnen neidisch würden – fehlt nur noch der Kuchen und die Klatschgeschichten! Vermutlich ein Kandidat für den besten 91er Bordeaux – wir sind sowas von verblüfft!

Château du Tertre 2000: Etwas viel Schokoladenschmelz und Süsse, da sind wir definitv in einer neuen Bordeaux-Epoche angelangt! Irritierend ein leichter Grünstich im Hintergrund, der sich einfach nicht wegschlucken lässt.

Château d’Issan 2003: Schwarze Johannisbeeren, Zedernholz, Schwarztee, am Gaumen leicht bitter und metallisch im Abgang. Ein schwieriger Bursche.

Château Giscours 2008:
Überraschend rotbeeriger Duft, Zedernholz, Schokolade, Tee. Feine Säure, viel Frische, langes Finale.

Château Lascombes 2011: Tabak, Kaffee, Schokolade, angenehme Fruchtsüsse, schmeichlerisch weiches, mittellanges Finale.

Château Malescot-St-Exupéry 2018: Voluminös, mächtig fruchtbepackt, lakritzig, schokoladig, am Gaumen vollmundig, dicke Post, aber mit jeder Menge Charakter und einem powervollen, langen Abgang.

Château Margaux 1987: Seidige Textur, Noten von Tabak, schwarzen Beeren, feine Gewürze. Am Gaumen saftig, minzig, nur ein Hauch von Unreife, der Abgang ist lang und sehr elegant. Vielen Dank, René!

Verbleiben:


Deuxième crus
Château Brane-Cantenac
Château Durfort-Vivens

Troisième crus

Château Cantenac-Brown
Château Desmirail
Château Ferrière
Château Kirwan
Château Marquis d’Alesme-Becker

Quatrième cru
Château Marquis de Terme
Château Pouget

Cinquièmes crus
Château Dauzac

Book an appointment with MeinWeinkeller

Donnerstag, 16. Januar 2025: die besten Pinots aus der Schweiz!

Getrunkene Weine:

2018 Blanc de Noir, Weingut Eichholz (Irene Grünenfelder), Graubünden: Himbeeren, aber auch apfelig, hat die Frische verloren.

2003 Pinot Noir Eglisauer Stadtberg, Urs Pircher, Zürich: Dörrfrucht, Maggi – hinüber.

2007 Pinot Noir Findling, Pinitium (Gehring, Lenz, Neukom, Stucki): Noch etwas Frucht vorhanden, dahinter Oxidationsnoten, Erde, am Gaumen mit Schärfe, ohne Druck.

2013 Pinot Noir Selection Nr. 4, WeinSTAMM, Schaffhausen: Erdbeerkonfitüre, Kirschen, Würze, vordergründige Säure, herbes, kurzes Finale.

2018 Staatswii Blauburgunder Spätlese, Rötiberg, Schaffhausen: Laktisch, Karamell, dunkle Frucht, alkoholisch, ohne Ausdruck.

2022 Pinot Noir, Sven Fröhlich, Graubünden: Sehr trüb, etwas stimmt mit dieser Flasche nicht. Flüchtige Säure, dumpf. Sven Fröhlich kann’s besser, das wissen wir!

2014 Pinot Noir Wurzeln-Heimat-Glück, Carina Kunz, Graubünden: Erfrischend zurückhaltend, in sich ruhend, trotz der «Kühle» mit Ausstrahlung. Saftig, gute Säure, recht langes Finale.

2014 Unter der Linde Grand Cru, Weingut zur Linde (Michel Jaussi), Aargau: Holzwürze, dunkle Beeren, Blutorange, breite Struktur, rund, druckvolles Finish.

2019 Thalheim Chalofe, Tom Litwan, Aargau: Erst mal gehörig Kohlensäure aus der Flasche schütteln, dann springen sie hervor, die leckeren Aromen: Blutorange, reife dunkle Beerenfrucht, Lakritz, Terroir. Saftig, mit frischer Säure, der Abgang ist lang.

2015 Schloss Weinfelden Burgunder, Weingut Burkhart, Thurgau: Das Holz versteckt sich nach wie vor nicht, aber dahinter schäkern Blutorangen, helle Beerenfrucht, florale Akzente miteinander. Schmelzig, trinkig, lang.

2020 Pinot Noir 1!, Vino Bono (Michele Bono), Zürich: Rote Beerenfrucht, Zimt, rund, üppig, mit Schmelz. Wir denken mit etwas Wehmut an den 2011er zurück…

2017 Pinot Noir Vignes Vignes, Simon Maye, Wallis: Schwarze Kirschenfrucht, Blutorange, weisser Pfeffer, sehr saftig und dicht, finessenreich, langes Finale.

2000 Ambassadeur des maines Adrian Mathier, Adrian Mathier, Wallis: Der Winner des Abends! Quasi das Wallis als Ehrenrettung – ausgerechnet… Rauch, rote Beerenfrucht, Rooibostee, Blutorangen, auch Waldboden mit ein paar Pilzen, ungemein saftig, fleischig, noch frisch und voll auf der Höhe – wow!

2021 Sgraflin Pinot Noir, Fadri Itin, Graubünden: Zimtig, rotbeerig, zugänglich, trotz des Karamells nicht überladen wirkend. Ananasnoten im recht langen Abgang.

2012 Pinot Noir Passion, Donatsch, Graubünden: Noch viel Holz im Spiel, Brotrinde, reife rote Früchte, Blutorangen, rauchig, saftig, leicht süssliches, sehr langes Finale.

2011 Monolith Pinot Noir, Weingut Obrecht, Graubünden: Sehr mineralisch, tiefgründig, fleischig, noch vital und mit Ausstrahlung. Salziges, langes Finale. Ein versöhnliches Ende eines schwierigen Abends, bei dem wir uns vor allem zu Beginn fragen mussten, ob das Thema falsch verstanden wurde…

Ehrentrunk Zürcher Blauburgunder, Staatskellerei Zürich, Zürich: Zur Entlassung aus der Militärdienstpflicht. Mit dem besten Dank offeriert vom Regierungsrat des Kantons Zürich. Dieser Zürcher Blauburgunder schmeckt derart metallisch, als wäre er in einem Gewehrlauf ausgebaut worden. Ehrlich gesagt, der «Ehrentrunk» wäre für mich der einzige Grund, freiwillig ein Leben lang im Militärdienst zu bleiben, nur um ihn nie als Abschiedsgeschenk zu bekommen…

2014 Château-Chalon Vin Jaune, Fruitière Vinicole de Voiteur, Jura: Und dann kommt zum Schluss Marcel und haut uns einen Château-Chalon um die Löffel, dass uns Hören und Sehen vergeht. Da Schnuppern noch geht, riechen wir Nüsse, Mandeln, Iod, dezent Karamell und am Gaumen kitzelt Salz. Phänomenal!

Donnerstag, 9. Januar 2025: Mein WOW-Wein 2024!

Getrunkene WOW-Weine:

2019 Chardonnay White Bones Adrianna Vineyard, Catena Zapata (Argentinien): WOW – diese Kräutervielfalt, das fängt bei Minze an und hört bei Lavendel noch lange nicht auf, unverwechselbar Chablis, sagt Ruedi, und hat nicht ganz Unrecht, WOW, was für ein herrlicher Sauvignon Blanc, sagen viele und liegen damit kreuzfalsch. Und WOW, niemand hat das Gefühl, dies sei sein Wein! Auch René nicht…

2023 Sur Lies 2as Prensas Arinto dos Açores, Azores Wine Company (Portugal): WOW – diese Blumenvielfalt, Boskop, Zitrus, voll exotisch, mit Lanolin, einer ganzen Wagenladung Salz und dann WOW, diese messerscharfe Säure, das ist für einige nicht mehr WOW, sondern AU! Nur Marc lehnt sich zurück und flüstert: Mein Wein – 19 Jancis Schätzchenpunkte – Wauuuuuw!

2018 Certezas Sémillon, Michelini i Mufatto (Argentinien): WOW – ein reiner Sémillon! Grapefruit, reife Quitte, Honig, ein Hauch von Lanolin, und WOW, jemand glaubt sogar Lardo zu erschnuppern! Sehr trocken, herbes, sehr langes WOW-Finale. Zwei glauben, dies sei ihr Wein – nur Benjamin liegt richtig, WOW!

2004 Barbaresco Rabajà Riserva, Produttori del Barbaresco (Italien): WOW – noch so jung wirkend! Kirschen, Veilchen, Zimt und sogar WOW: Blutorange! Ist das verführerisch, ist das toll, mindestens zweimal WOWWOW, doch: wer hat ihn mitgebracht? Niemand fühlt sich verantwortlich, nach der Auflösung klopfen wir Flurin auf die Schultern – WOW!

2020 Spätburgunder Im Grossen Garten GG, Knipser (Deutschland): WOWWOWWOW – dieser Wein ist wie Frau Holle: Während sie die Betten ausschüttelt, fallen bei uns keine Schneeflocken, sondern verführerische Duftwolken herab – Aromen von reifen Früchten wie Kirschen, Himbeeren und Erdbeeren, Blutorangen, floralen Noten, Kräutern – das ist WOW, das ist magisch! Und wo war Luca letztens auf Weinreise? WOW, in der Pfalz!

1971 Château Beychevelle (Bordeaux): WOW, wenn man Stallnoten schätzt, und WOW, dass wir niemals auf Bordeaux gekommen sind, WOW, dass dieser Wein über 50 Jahre auf dem Buckel hat und noch immer Spass macht. Ein grosses WOW an unsern Master – äh Marcel of Wine, der seinen Wein schon beim Einschenken erkannt hat – WOW!

2009 Madiran Les Préphylloxériques, Labranche-Laffont (Madiran, Frankreich): WOW – die Farbe dieses Weines ist schwärzer als die Nacht. Ok, WOW, der Saft stammt von uralten Tannatreben, aber WOW, diese Reben sind aus der Zeit vor der Reblausplage! Schwarz sind auch die Beeren, die man riecht, dazu markant Asche und Graphit, Schwarztee – WOW, ist dieser Wein vielleicht vielschichtig – Raymond weiss, wovon wir sprechen, schliesslich hat er ihn mitgebracht…

2015 Châteauneuf-du-Pape Auguste Favier Réserve, Saint Préfert (südliche Rhône, Frankreich): WOW – (fast) alle kennen den Auguste Favier, aber niemand erkennt ihn wieder! Wirkt etwas alkoholisch, schwer, mit viel Macchia, evtl eine nicht ganz saubere Flasche? Kein Wunder, fühlt sich niemand zuständig für den Auguste – Andy denkt wahrscheinlich für sich: WOW, endlich bin ich die Flasche los…

2006 La Pèira Terrasses du Larzac, La Pèira (Languedoc-Roussillon, Frankreich): WOW – Jorges Trumpfkarte, wenn es um schwarzbeerige, schokoladige, lakritzige Bomben geht, die trotzdem alle gerne haben! Warum? Weil sie – WOW – vollmundig, konzentriert und ausgewogen daherkommt – nochmals WOW!

2008 Pugnitello da San Felice, San Felice (Toskana, Italien): WOW – unbekannte Traubensorte, und WOW: zum halben Preis ergattert – WOW, Karol I! Zigarre, Zedernholz, Colafröschli, Harz, oder, um es etwas kürzer zu formulieren: WOW!

2019 Post Crucifixion, Michelini i Mufatto (Bierzo, Spanien): WOW – Benjamin zum Zweiten, diesmal mit einem aus uralten Reben bestehenden Mencia-Biest, vorwiegend rotbeerige Frucht, Blutorange, Rauch und mit dieser – WOW – typischen Bierzo-Würze!

1988 Massandra Zarskaya Datscha Kagor, Château Massandra (Krim, Ukraine): WOW – Massandra-Magie – ein Süsswein wie aus einer andern Welt: Sanddorn, Kandiszucker, Datteln, Baumnüsse, Korinthen – WOW: danke Ruedi!