Donnerstag, 6. März 2025: Burgund special – Chablis Grand cru & Gevery-Chambertin

Getrunkene Weine:

1979 Chablis 1er Cru, André Ziltener Père & Fils: Kork flutscht rein und raus kommen Sherry-Noten. Untrinkbar.

2011 Chablis Grand Cru Vaudésir, Pascal Bouchard: Zitrusschale, buttrig, Brioche – erinnert fast an einen reifen Champagner.

2015 Chablis Grand Cru Les Blanchots, Domaine Long-Depaquit (Albert Bichot): Mandarinen, blumig, buttrig, mineralisch, trotz der üppigen Struktur mit feiner Säure.

2015 Chablis Grand Cru Grenouilles, La Chablisienne: Frühlingsblumen, kandierte Orangen, harmonisch eingebettet in eine mineralische, kalkige Mineralität. Am Gaumen Ähnlichkeit mit einem Sauvignon Blanc.

2018 Chablis Grand Cru Les Preuses, Domaine William Fèvre: Zitrusfrüchte, Orangen, ein Hauch von Muskat, sanft, aber mit feiner Säure, langes, mineralisches Finale.

2018 Gevrey-Chambertin „Les Evocelles“, Domaine Quivy: Erinnert von seiner Üppigkeit her fast an einen spanischen Garnacha. Zwetschgen, Minze, Kaffee, rund.

2010 Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes, Dupont-Tisserandot: Kirschen und Erdbeeren, Blutorangen, Dörrfrüchte, saftig, reif – jetzt trinken.

2015 Gevrey-Chambertin La Justice, Jérôme Galeyrand: Kirschenfrucht, Blutorange, Blumen, Kaffee, Piment, fleischig und saftig, grossartige Länge.

1979 Gevrey-Chambertin „Clos Prieur“, Thomas Bassot: Getrocknete rote Früchte, Waldboden, Malz, dezent Kampfer, am Gaumen eine herrliche Süsse – was für ein hervorragend gealterter Gevrey-Chambertin!

2001 Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes, Sérafin Père & Fils: Kaffeenoten, Cola, Erdbeeren, fleischig, kompakt, ein Hauch von Bittermandelngeschmack im langen Abgang.

2006 Latricières-Chambertin Grand Cru, Château de Pommard: Dezent Stall, Pilze, Speck, dunkle Kirschen, kühle Eleganz – wirklich köstlich!

2009 Charmes-Chambertin Grand Cru, Domaine Taupenot-Merme: Verführerisches Bukett von Kaffee, Lavendelholz, Zigarrenkiste. Süsse Frucht, konzentriert, geprägt von der typischen 09er Überschwänglichkeit.

1983 Riesling Auslese Brauneberger Juffer GK, Günther Steinmetz: Eine Mischung aus Käsegeruch, Kork und feuchtem Kellerboden. Wird leider auch mit Luft nicht besser.

Donnerstag, 27. Februar 2025: nördliche Rhône

Getrunkene Weine:

2021 Condrieu La Petite Côte, Yves Cuilleron: Süsse Aprikosen, Pfirsich, Birnen, salzige Mineralität, weisse Blüten. Mittelkräftig, frisch, lebendig.

2018 Condrieu Lieu-Dit Verlieu, Yves Cuilleron: Pfirsich und Birnen, Honig, zerlaufende Butter. Ölig, honig-würzig, wirkt schwer und schon recht fortgeschritten.

2008 Hermitage blanc, Tardieu-Laurent: Berauschend duftend, Vanille, etwas Karamell, Toast, Grapefruithäutchen, Apfel, Honig, samtig – sinnbetörend wie ein Moment, in dem die Welt für einen Augenblick stillsteht und man sich einfach nur in den Aromen verliert.

2019 Saint-Joseph La Dardouille, Emmanuel Darnaud: Frisch gemahlener Pfeffer, lakritzig, schwarze Schokolade, süsse Pflaumen und Cassis, dekadent üppig und vollmundig, aber schwer, ihm zu wiederstehen.

2020 Saint-Joseph Lieu-Dit, E. Guigal: Brombeerdüfte umgarnen die Nase, Teer, Lakritz und schwarzer Pfeffer stoßen dazu, und feinkörnige Tannine schmiegen sich so elegant an den Gaumen, dass selbst Samt neidisch wird!

2016 Saint-Joseph Vignes de l’Hospice, E. Guigal: Noch stark vom Holz geprägt, schwarze Schokolade, Vanille, Brombeeren. Enorm würzig, muskulös, noch im jugendlichen Alter – warten!

2015 Hermitage Farconnet, J. L. Chave Sélection: Nach mehreren Stunden Luft hat sich der Farconnet 2015 von seinen Stallnoten verabschiedet und kommt jetzt im feinen Zwirn daher – saftige dunkle Beeren, Veilchen, Pfeffer und schwarze Oliven. Die Brett-Noten? Weggaloppiert!  

2010 Côte-Rôtie La Germine, Duclaux: Diese Flasche ist leider ein trauriges Drama aus flüchtigen Säuren und chemischen Noten – mehr Nagellackentferner als große Rhône-Romantik. Schade!

1998 Côte-Rôtie, René Rostaing: Charismatisch, mit einer rauchigen Würze, die an gegrillten Speck mit einer ordentlichen Portion Pfeffer erinnert. Am Gaumen schwebt er zwischen Kraft und Finesse, mit einem solchen Charme, dass du kurz überlegst, ihm einen Heiratsantrag zu machen.

2018 Côtes-du-Rhône, Château des Tours: Ein rotes Beeren-Festival schleicht sich graziös in den Ballsaal der Weine, wo Aromen von Himbeeren, Kirschen und Erdbeeren wie elegante Tänzer durch den Raum gleiten – und dabei weht eindeutig mehr als nur ein Hauch von Rayas herüber…

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Donnerstag, 20. Februar 2025: Die grossen Weine der D.O. Ribera del Duero III

Getrunkene Weine:

2015 Blanc Fumé de Pouilly, Louis-Benjamin Dagueneau (Loire): Stachelbeerfruchtig, rauchig, vielschichtig und so stilvoll, dass selbst der aufgehende Mond kurz überlegt, Beifall zu klatschen!

2004 Alonso del Yerro Maria, Alonso del Yerro: Ist und bleibt die eiserne Lady unter den Weinen: schroff und mit einer unerbittlichen Säure -mehr an ungemütliche Winterabende erinnernd als an elegante Abendessen bei Kerzenlicht.

2006 Avan Cepas Centenarias, Juan Manuel Burgos: Leicht angebrannte Marroni, würzig, noch immer fruchtig, kommt so nobel und selbstbewusst daher, dass der Wein fast schon eine eigene Reality-Show bekommen könnte!

2010 Durón Reserva, Solar de Samaniego: Macchia, schwarzer Pfeffer, Magenbrot, Pflaumenkuchen, nobel und so edel daherkommend, dass selbst die Kaffeetasse daneben sich fragt, warum sie nicht auch aus einem Weinglas trinken darf.

2014 Cillar de Silos Crianza, Cillar de Silos: Kirschenfrucht, Schokolade, Zitrussäure – mit einer Tanninstruktur, die so fest ist, dass sie locker ein paar ungeladene Gäste rauswerfen könnte!

2009 Tinto Pesquera Crianza, Alejandro Fernandez: Animalisch, fleischig und so old-school, dass er dir am liebsten seine Schellacksammlung samt Grammophon zeigen würde.

2015 Bracamonte Crianza Tempranillo, Yllera: Fruchtig, dicke Post und so geschmeidig, als hätte der Bracamonte Smoking und Lackschuhe an. Die samtigen Tannine wickeln dich um den Finger – Widerstand zwecklos!

2015 Viña Mayor Reserva, Viña Mayor: Wirkt etwas gemacht, Karamell, süsslich, aber vollmundig und so selbstbewusst, dass der Korken sich fragt, warum er keine Krone trägt.

2016 Flor de Pingus, Dominio de Pingus: Schwarze Kirschen, Schokolade, üppig und so nobel, dass du dir wie ein Butler vorkommst, der dem Wein die Tür aufhält.

2021 Prado Rey Elite, Real Sitio de Ventosilla: Holundermarmelade, Schokolade, Lakritz, spanische Nüssli, ein rechtes Geschoss, so verführerisch, dass selbst die Etikette rot wird, weil sie weiss, was dieser Wein mit dir anstellt!

2020 Arrocal Reserva de la Familia, Bodegas Arrocal: Süss und verführerisch wie eine Praline, üppig wie die Rundungen von Marilyn Monroe – und genauso unwiderstehlich wie der letzte Schokokeks in der Keksdose.