Donnerstag, 20. Februar 2014: Piemonte

Der Weinkeller reist in diesem Jahr ins Piemont – also höchste Zeit sich mit den Regionen und den Weinen zu beschäftigen.

Degustierte Weine:

– Roero Arneis 2010, Malvirà: Zitrusfrüchte, „anmächelig“; am Gaumen noch erstaunliche Frische zeigend, präsente Säure, kurzer bis mittlerer Abgang.

– Dolcetto d’Alba Falletto 2011, Bruno Giacosa: Erdbeerkonfitüre, Rhabarbar, Cherry Cola; am Gaumen Amaretto, modern, wirkt irgendwie etwas aufgedonnert – oder ist das authentisch?

– Barbera d’Asti La Tota 2011, Marchesi Alfieri: sehr fruchtig, Kirschen, Thymian, Pfeffer; am Gaumen Amarenakirschen, prägende Säure im mittleren Abgang.

– Nebbiolo d’Alba Bernardina 2010, Ceretto: Toastaromen, Kirsch, noch sehr jung wirkend; am Gaumen noch viele Gerbstoffe, Fruchtsüsse und Säure sind aber gut ausbalanciert, sehr modern, aber gut gemacht.

– Nebbiolo d’Alba 2003, Saffirio: Kirschen, getrocknete Rosen, Trüffel; am Gaumen schöne Reife, runde Tannine, hat Druck und Charakter.

– Barolo 2002, Saffirio: Getrocknete Blumen, schön strukturiert; am Gaumen zeigt er Muskeln, trotz des schlechten Jahrgangs erstaunlich gehaltvoll, von Altersbeschwerden keine Spur.

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Donnerstag 13. Februar 2014: Pago Campo de la Guardia – Bodegas Martúe

Die Bodegas Martúe erhielt 2009 die Klassifizierung Vino de Pago, was einer DO entspricht. Mit Ignacio de Miguel kümmert sich eine renommierte Oenologen-Persönlichkeit um die Vinifikation. Ob wir uns von diesen klingenden Namen beeindrucken liessen? Die klare Antwort lautet: Nein!

Degustierte Weine:

– Blanco Nieva Verdejo 2011: Florale Nase, weisse Blumen, Zitrusfrüchte, reifes Obst; am Gaumen fruchtig, knackige Säure, ausgewogen.

– Martúe Chardonnay 2011, DO Pago Campo de la Guardia: Nordpolzältli, mineralisch, nicht sortentypisch; am Gaumen Melone, wirkt gemacht, eher kurz, hat nicht die Frische des Verdejo.

– Seis Quintas Martúe Douro DOC: Braten, medizinisch; am Gaumen grün, metallisch im Abgang. Macht keine Freude.

– Martúe 2009, Pago Campo de la Guardia: Würzige Aromen, Teer, Braten, Jod, Karamell, leicht schweflig; am Gaumen wieder schweflig, leicht grün, leicht bitter im kurzen Abgang.

– Martúe Especial 2008, Pago Campo de la Guardia: Schwarztee, Banago, dunkle Beeren, cremige Textur; am Gaumen schöne Struktur, bleibt recht lange.

– Martúe Syrah 2008, Pago Campo de la Guardia: leider viel Schwefel in der Nase, das alles andere überdeckt; am Gaumen süsslicher Extrakt, bleibt zwar recht lang, aber es stört die metallische Note.

Und weil wir nicht bereits um 21 Uhr nach Hause wollten:

– Huno Crianza 2007, Pago los Balancines: braucht etwas Zeit, um sich zu öffnen, dann schöne Mineralität, dunkle Beeren; am Gaumen schmackhaft, kompakt, mittlere Länge.

– Legón Premium 2005: dunkle Schokolade, Streumi, orientalische Gewürze, Graphit, herausfordernde, aber spannende Nase; am Gaumen wieder (zu) viel Streumi, Süssholz, hat Druck, mittellang. Diese Streumi-Dominanz irritiert ein bisschen.

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Donnerstag, 6. Februar 2014: Bordeaux Vintage 2006

Ein überraschende und spannende Bordeaux Degustation! Der 2006 zeigte sich im Charater konsistent vom einfachen Haut Medoc bis zum edlen Peby Faugeres mit schwarzen Früchten, Leder, Tabak und schwarzer Schokolade.

Degustation:

Weiss – kein 2006: La Perle Blanche, Grand vin, Graves, 1990: In der Nase Mostäpfel und Gravensteiner sowie Vanille; am Gaumen cremig, Äpfel, Pfirsich, ein  schöner Wein mit Schmelz

Chateau de Gironville 2006, Haut Medoc: In der Nase Kaffe, Schokolade, Leder, cremig; am Gaumen wieder Leder und Kaffe, etwas grün und leicht austrocknend, bitter, Abgang mit Banago

Chateau Cambon la Pelouse 2006, Haut Medoc: In der Nase Kaffe, Schoggi, Nelken, etwas Liebstöckel; am Gaumen modern und geschliffen mit Kaffe und schwarzer Schokolade, schwarze Früchte, cremig, hat Schmelz

Chateau Chasse-Spleen 2006, Moulis: Wieder Kaffe, Schoggi, Leder und diesmal auch Tabak; am Gaumen zeigt er Muskeln mit schwarzen Früchten, Leder und Tabak, ein runder toller Wein

Chateau Marquis d’Alesme Becker 2006, Margaux: In der Nase nobel zurückhaltend, etwas Stall; am Gaumen breit und elegant, ein Wein mit Ecken und Kanten, Tanin, langer Abgang mit Teenoten.

Chateau Péby Faugeres 2006, St. Emillion: In der Nase konzentrierte Noten von Espresso, Leder und Tabak; am Gaumen ‚wow‘, modern und konzentriert, tief und lang, cremig mit schönen integrierten Taninen

Chateau Guiraud 2006, Sauterne: In der Nase Honigbrot, reife Aprikosen; am Gaumen buttrig, Brioche, lang, ganz toll!

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