Donnerstag, 5. Juni 2014: Bordeaux 2010 – Teil 1!

Hm – ist 2010 wirklich sooo gross wie überall geschrieben? Oder präsentieren sich die Weine momentan in einer Verschlussphase? In einem Monat testen wir nochmals einige 2010er – an diesem Abend blieb ein kritisches Gefühl bezüglich Alterungspotential. Erinnerungen an 1975 und 1987 werden wach…

– Degustierte Weine:

– Château Citran 2010: frisch, würzig, feine Lakritznoten; am Gaumen mittlerer Körper, wieder schöne Gewürze – mit Sicherheit besser als der 09er, wahrscheinlich der beste Citran seit dem 2000er.

– Rol Valentin 2010: Attraktive Nase, modern, füllig, weich – macht in diesem Stadium bereits unheimlich Freude – wenn man denn solch moderne Bordeaux mag…

– Camensac 2010: Humidor, dunkle Beeren, Gewürznelken; am Gaumen kraftvoll, mit Charakter – gelungen! In drei, vier Jahren mit Bestimmtheit noch besser!

– Poujeaux 2010: Schwarze Beeren, mineralisch, kräutrig; am Gaumen etwas charakterlos, die Begeisterung hält sich in Grenzen. Vielleicht war die Erwartungshaltung einfach zu hoch? Und vor allem: hat dieser Wein Alterungspotential?

– Chasse-Spleen 2010: Ich gestehe, in diesem Jahr gefällt mir Chasse-Spleen besser als der Poujeaux (beide Appellation Moulis). Das kam in den vergangenen 10 Jahren nie mehr vor. Attraktive Noten von schwarzen Kirschen, etwas Lakritze und Zedernholz; am Gaumen griffige Tannine, voller Körper, schönes Finale. Bestimmt das grössere Lagerungspotential als Poujeaux.

– Cantemerle 2010: Unharmonisch schon in der Nase mit leicht korkigen Tönen, irritierend, sicher zugenagelt und in diesem Zustand schwierig zu beurteilen. Schlummern lassen und in 10 Jahren mal versuchen wachzuküssen.

Bordeaux10

 

 

Donnerstag, 22. Mai 2014: Champagner!

Vielen Dank Ruedi (www.champagner-schweiz.ch) für den kurzweiligen und wie immer sehr lehrreichen Abend.

Degustierte Champagner (alle von Françoise Bedel & Fils):

– Champagne Brut Origin Elle: Honig, Birnen, blumig, frisch, schön perlend.

– Champagne Brut L’Ame de la Terre 2003: Birne, etwas Brioche, leichte Nussnoten, an der Grenze zum Oxydativen, Lindenblüten.

– Champagne Brut L’Ame de la Terre 2002: Leder, Pfirsich, Flieder; am Gaumen charaktervoll, kein 08/15-Champus, die Säure ist stark, die Spontanvergärung schmeckbar – Ein Champagner als guter Essensbegleiter.

– Champagne Brut L’Ame de la Terre 1998: Leichte Altersnoten, Honig, leicht käsig, dahinter Glockenapfel, Birnen, Blumenwiese; am Gaumen erstaunlich kraftvoll, wieder mit viel Charakter, nicht tänzerisch leicht und zum rasch Anstossen gedacht, wieder ein Champagner, den man zum Essen servieren sollte. Spannend auch zu sehen, wie alle Jahrgänge grundverschieden sind.

– Champage Comme autrefois 2001: Filigran, Akazienhonig, Fliederstrauss; am Gaumen feine Perlage, mild, nobel, bestimmt ein Hochgenuss zu Moules.

champ2014