Donnerstag, 15. Oktober 2015: Korsika!

Andy war in Korsika in den Ferien und hat uns eine breit gefächerte Auswahl an spannenden korsischen Weinen mitgebracht. Vielen Dank, Andy!

Degustierte Weine:

– Antoine Arena Vin de France Bianco Gentile 2014, Antoine Arena: Schöne Fruchtaromatik, vor allem Pfirsich, Kalk; am Gaumen mit der richtigen Portion Fülle versehen.

– Cuvée Pumonte Corse Calvi 2014, Domaine d’Alzipratu: Pinkgrapefruit total – ist das wirklich Rosé? Wirklich toll, die gute Säure stützt perfekt – sehr gut!

– Orenga de Gaffory Cuvée des Gouverneurs 2005, Orenga de Gaffory: Kaffee, Pilz, Unterholz; am Gaumen sehr reif, mittellang.

– Cuvée Sebastianu Costa Louis Musso, 2012, Domaine de la Sorba: Sehr kräutrig, Oregano, blaue Beeren, am Gaumen voller Körper, gute Länge.

– Morta Maio Patrimonio 2011, Antoine Arena: Co2 bis zum Abwinken – schade, der Wein wäre vielversprechend gewesen.

– Ajaccio 2010, Comte Peraldi: Pizzakräuter, leicht animalisch, etwas bitter im Abgang.

– Muscat du Cap Corse 2013, Antoine Arena: Williamsbirnen u8nd Pfirsich dominieren die Nase; Alkohol nicht störend, gute Länge – vielleicht ein Quentchen mehr Säure?

– Muscat du Cap Corse Cuvée des Gouverneurs 2005, Orenga de Gaffory: viel Grüntee, Jasmin, Lavendel, eigentlich nicht muscattypisch – aber spannend!

korsika

 

 

 

Donnerstag, 1. Oktober 2015: Bordeaux – old vintage

War dies wieder einmal ein spannender Abend – davon werden wir noch unseren Urenkeln erzählen…   Danke, Andy und allen anderen, die mit tollen Weinen dazu beigetragen haben!

Degustierte Weine:

– 1999 Domaine de Chevalier blanc: Ein Traumstart! Dieser Wein wirkt ja noch jung, hat Potential für die nächsten 15 Jahre! Endlich tauchen wieder einmal Ottis Bachbumbeln auf beim Bukett, andere schwärmen von bestimmten Apfelsorten – ich hab‘ lieber davon getrunken und genossen…

– 1959 Château Lamourous, Margaux: Anfangs leicht muffig, wie wenn man 30 Jahre in Stiefeln steckt und diese auszieht: nach guter Lüftung kommt ein guter, durchwegs noch trinkbarer Wein zum Vorschein mit einem feinen Schmelz am Gaumen – imponierend!

– 1964 Clos L’Angélus, Saint-Emilion: Malziges Bukett, Waldboden, hat noch Frucht, wirkt niemals wie ein 64er.

– 1966 Saint-Estèphe Vin de Bordeaux: Thymian, getrocknete Blätter, am Gaumen sperrig, auszehrend – aber noch trinkbar und keineswegs hinüber! Für einen absoluten No Name-Bordeaux eine kleinere Sensation.

– 1978 Château Saint Estèphe, Saint Estèphe: Maggikraut, war wahrscheinlich nie was, wurde nie was, wird nie mehr was sein.

– 1966 Château La Tour Figeac, Saint Emilion: Essigstich, untrinkbar – auch das darf mal vorkommen.

– 1966 Château Montgrand-Milon, Pauillac: Eukalyptus, Unterholz; am Gaumen kräftig, herb, gute Länge.

– 1967 Pomerol: Dörrfrüchte, malzig, erstaunlich noch in guter Form; am Gaumen leicht metallisch, aber durchaus noch trinkbar.

– 1969 Château Cassevert, Saint-Emilion (Sélection de Château Grand Mayne): Rindsbraten mit Kartoffelstock, Pilz; am Gaumen aufgewärmte Bratensauce.

– 1970 Château Lynch-Bages, Pauillac: Getrocknete Feigen, Tee, braucht Luft und entwickelt sich immer mehr zu einem grossen Wein; am Gaumen traumhafte Süsse, langes Finale – herrlich!

– 1972 Château Giscours, Margaux: Etwas gar viele grüne Noten, aber in Anbetracht des schlechten Jahrgangs ok.

– 1975 Château Les Carmes Haut Brion, Graves Pessac-Léognan: Pilze, Waldboden, etwas Tabak. Attraktiv, hat sehr gut gehalten!

– 1976 Château Gazin, Pomerol: nasses Seil, Lebkuchen, würzig, recht saftige Tannine – nichts wirklich Grosses, aber gut trinkbar.

– 1976 Grand Corbin-Despagne, Saint-Emilion: spanische Nüssli, etwas Waldboden; am Gaumen erstaunlich breit, gute Länge.

– 1978 Château Beychevelle, Saint-Julien: Tabakig, Zedernholz, Lakritze, durchaus noch einen Hauch Frucht aufweisend; am Gaumen reif, aber mit guter Länge.

– 1982 Château Prieuré-Lichine, Margaux: Aristokratisch, man spürt den Superjahrgang heraus, fast karamellsüss; am Gaumen röstige Noten, Druck.

– 1982 Château Suduiraut, Sauternes: Grapefruit, Bienenwachs und vieles mehr; wirkt erstaunlich jugendlich, recht fetter Bursche, süss, sehr lang – herrlich!

– 1990 Château Rieussec, Sauternes: viel Honig, Malz, wirkt schon sehr weit fortgeschritten; am Gaumen recht üppig, aber es fehlt etwas die Harmonie. Ist der vielleicht schon über dem Höhepunkt?

altebordeaux