Donnerstag, 12. Mai 2022: Bündner Herrschaft

Vom leckeren Completer oder dem überschwänglichen Chardonnay, den verführerischen Pinot Noir oder ein kräftiger Merlot – die Herrscaft hat viel zu bieten – von Fläsch fast bis auf Chur. Und da gibt es tatsächlich einen Dödel im Klub, der glaubt, dass Mels ….

Melser Rathauskeller, Sauvignon blanc 2020: Schöner Sauvignon blanc ohne die typische Grasigkeit, Grapefruit, trockene Zitronen, grüne Äpfel, ölig und rund.

Gianni Boner, Sauvignon blanc 2019: Schöne Honigtöne und Haselnüsse in der Nase. Grasig frisch am Gaumen. Bienenwachs, Grapefruit, Bitterkeit, rote Peperoni, Eiche, schöner Wein.

Marugg, Ruofonära, Chardonnay 2019: Hoi, ein richtig amerikanischer Chardonny. Barrique, buttrig, Süsse, Melone, Stachelbeeren, Sternfrucht, Lichy, reife Ananas, Himbeeren und Eiszeltli im Abgang.

Obrecht, Complleter 2019: Cremig, buttrig, Honig, minerlaisch, tropische Früchte, grasig, klare Butter, streng, holzig, mit Ecken und Kanten – fast sperrig. Viiieeel zu jung!

Gianni Boner, Malanser Completer 2000: Honig, Lindenblütentee, Wachs, reife Äpfel, sehr reife Früchte, güne und trotzdem überreife Äpfel. Doch etwas über dem Höhepunkt aber immer noch schön.

Gianni Boner, Malanser Completer 2009: voll auf dem Höhepunkt, warme reife tropische Früchte, Zimt, Aprikosen, Butter, Barrique, fast Sauterne Affinität, Süsse. Toller Wein.

Gubler, Pinot Noir 2013, Magnus, (Magnum): Ist das ein grosser deutscher Pinot? Wir werden bis zum Schluss im Ungewissen gelassen – einfach ein toller noch junger Wein! Dunkle Früchte, Brotrinde, Rauch, Holz, breit, tief und vielschichtig. getostetes Barrique, schwarze süsse Früchte.

Gianni Boner, Malanser Pinot Noir Grand cru 2015: Dukle Früchte und Cassis, Rauchspeck und Röstaromen an der Nase. Reif, Feuer, Frucht, rote und schwarze Kirschen, Rumtopf, Schoko, Lakritz, Espresso, saftig und Süsse, schöner Wein.

Markus Stäger, Pinot Noir, Barrique, 2016: Leder, Pferdesattel, Tabak, Kaffee und Süsse an der Nase. Am Gaumen saftig, reif, röstaromen, Barrique, harmonische, mit Wärne und Süsse.

Davaz, Pinot Noir: An der Nase dunkles Brot, dezente Kirschen, Kaffee und Leder. Am Gaumen immer dunkler werdende Früchte, unterlegt von Himbeeren, eher dünn aber doch kraftvoll, mit viele Luft dann schwarze Früchte und Lakritz.

Obrecht, Monolith 2011: Moderne Nase mit Schoggi und Creme. Am Gaumen weich, laktisch, SchoggiYoghurt, Minze, Aftereight, Lakritz, versteckte reife Pflaumen.

Donnerstag, 5. Mai 2022: Bordeaux – Zweitweine

Die schönsten Zweitweine der grossen Bordeaux Chateau sind im Focus! Fast alle Bordeaux Grand Cru Classé haben ein Zweitwein im Programm. Oft werden diese Zweitweine von den jüngeren Reben geerntet.

Clementin de Pape Clement 2018: Grapefruit, Gras, angedörrte Zitronen, harmonisch, toll

Le Louvertiere 1993: An der Nase Apfel im Schlafrock, Honig und Zündhölzli. Hat den Zenit bereits überschritten, präsente Säure und etwas oxidiert, Zündhölzli. austrinken.

Smith Haut Lafite 2017: Nüsse, Rauch und Grapefruit an der Nase. Am Gaumen Grapefruit und spanische Nüssli, kräftig und druckvoll, Säure und schöne Bitterkeit.

Chateau de Malleret, cru bourgeois 1978: vermutlich Zapfen, rauchig und nur leichte verwelkte Frucht, Leder, vorbei

Amiral de Beychevelle 2010: An der Nase zurückhaltend und leicht rauchig. Wirkt noch sehr jung, Pfeffernote, weich, modern, laktisch, Brombeeren

Pavillon de Léoville Poyferré 2014: Edle dunkle Früchte an der Nase, Leder, Tabak, warme Früchte. Am Gaumen reif mit schwarzen Kirschen und wilden Brombeeren, Tabak und Leder. Sehr schöner Wein.

La Reserve de Malatric 2019: Tabak, Schoggi und Lakritze an der Nase. Dunkle Früchte, weich geschmeidig und trotzdem Tanin im Abgang. leicht grün, Milchschokolade, eher einfacher Wein

Les Tourelles de Longueville 2009: An der Nase typisch Bordeaux, Cassis, Espresso und Holz. Am Gaumen schöner Grip mit schwarzen Früchten, Espresso, Teer, Tanin, schöner Wein

Echo de Lynch Bages 2011: An der Nase laktisch und Leder, Lacknote. Am Gaumen übertrieben Chriesi und Brombeer-Zeltli, eher weniger kräftig

Alter Ego, Palmer 2015: Typische Bordeauxnase, dunkle reife Früchte, feine Süsse und Tabak, Leder, aristokratisch, schwarze Früchte, dunkler Holunder. Ein toller Wein!

Cypress de Climens 1999: Caramel, Safran, dezent getrocknete Aprikosen, Caramel und Honig am Gaumen.

Donnerstag, 28. April 2022: Maremma

Otti ist von der Maremma zurück und hat Weine und Leckereien im Gepäck.

Wochenriesling ähhh Silvaner von Marcel: Juliusspital, Würburger Stein, Silvaner 2018: Tolle klare Frucht, schöne Intensität mit Birnen, Mirabellen und Blumen, fast gremig – aha – ein Silvaner kein üppiger Riesling, wie vermutet.

Toscana: Bolgheri – Maremma:

Campo alla Sughera, Arioso, Vermentino 2020: Harmonisch – Honig, Kräuter, Lavendel, Lindenblüten, Eisthé, etwas Cremig, knackige Säure, frische Bitterkeit, ein schöner frischer Wein und typischer Vermentino aus der Toscana.

Rigoloccio, Montecalvo, Toscano Bianco IGT 2020, Chardonnay und Fiano: Typische Chardonnay-Nase, Honig, Blumenwiese, Löwenzahn und Lindenblüten. Am Gaumen Juni Blumenwiese, Lindeblüten, leicht cremig, knackige Säure und Bitterkeit. Schöner Aperowein!

Casteani, Sessanta 60, Maremma Toscana Doc 2016 – Basiswein – Sangiovese, Alicante Bouschet: Die Nase zeigt dunkle Früchte, Zwetschgen und süsse Brombeeren. Am Gaumen Kaffee, Leder, Schoggi, Brombeeren, eher modern, Bitterschokolade, Kakaobitternote, Zwetschgenschale, schöner Abgang. schöner Alltagswein.

Casteani, Terra di Casteani, Rosso Riserva 2016, Maremma Toscana DOC – Sangiovese und Merlot: Die Nase füllen schwarze Früchte, Kaffee, Cacao und Espressonoten. Am Gaumen tolle schwarze reife Früchte, Heidelbeeren und Brombeeren, rauchig, Zimt und Gewürznelken, dichter toller Riserva.

Rigoloccio, RIGOLOCCIO 2020, DOC Maremma Toscana – CS, Merlot, CF, PV: Schwarze intesive Früchte, Brombeeren, Zwetschgen, Zimt, Schoggi, Leder, modern und kompex, Teer, saftig und pelzige Tanine, schöne Säure, ein grosser Wein, noch viel zu jung.

Le Vigne da Silvia, Itinerante, Cabernet Franc, 2020 – Bolgheri, Toscana: Noch sehr jung, cremig, Zwetschgen, süsslicher Tabak, Zedernholz, dunkle Früchte und Noten, spitze Säure – die einen erkennen CO2 – na ja – der Wein wurde 6 Std. dekantiert. Saftig, auch Stachelbeeren, Himbeeren, die typisch italienische Säure, für die einene zuwenig Struktur, für die einen wie ein Touriga National, die einen lieben den Wein – die anderen … wissens nicht recht 😉

Fattoria di Magliano, poggio bestiale 2013, Maremma: Schöne reife schwarze Früchte, am Gaumen auch rote Früchte, Heidelbeeren, italienische Säure, toller reifer Essenswein, lang

Variazioni in Rosso dell‘ Ornellaia 2016, Merlot: Dieser Wein gibt es nur auf dem Weingut zu kaufen und wird jedes Jahr mit einer anderen Traubensorte 100% abgefüllt. Nun sind sich die Weinherzen endlich einig – ein grosser toller Wein alla Ornellaia. Edelhölzer, Mahagoni, Zedernholz, Tabakkiste, Harz, Weihrauch, Lebkuchen, schwarze Früchte, Tanin. Ein grosser Wein obwohl die grosse Vielschichtigkeit eines Ornellaia fehlt.

Süssweinkuriosität aus einem ganz kleinen Fässchen mit Aleatico, Passito, Maremma, 2019: Dünn, elegant und nur leicht süss, Schwarzthé, Weinbeeren, Schoko und Florale Noten, Rosen. Für die einen eine spannende elegante Kuroisität für Marcel 2 Sterne VIVINO – es erinnert ihn zu sehr an einen Chambertin 1942 😉

Ludwig Tieck lässt in seiner Novelle „Die Gemälde“ den alten Maler und Weinkenner Eulenböck den Aleatico folgendermaßen preisen:

„Nun so kostet denn, Freunde, und versteht mich! Aber nicht konnt ich dich aufsetzen, dich König aller Weine, dich rosenrötlicher Aleatico, Blume und Ausbund alles Weingeistes, Milch und Wein, Blume und Süße, Feuer und Milde zugleich! Diesen Wundergesellen trinkt, kostet, nippt und züngelt man nicht; sondern dem Beseligten erschließt sich ein neues Organ, das sich dem Unkundigen und Nüchternen nicht beschreiben läßt.“

Wikipedia Traumensorte Aleatico