Donnerstag, 20. November 2025: Châteauneuf-du-Pape

Coudoulet de Beaucastel blanc 2022 (Cotes du Rhone): Die Nase schnuppert Mirabellen, glebe Blumen und Birnen; der Gaumen harmonisch, kräftig und recht lang.

Domaine Saint Préferet blanc 2016: An der Nase kräftiger und doch zarter Duft, cremige Agrumen, Sternfrucht; der Gaumen harmonisch, cremig, Birnen, reife Agrumen, Pamelo, leicht bitter mit schöner Säure.

Bastide Saint Dominique Chapelle blanc 2019: In der Nase Honig, angeschlagener Apfel, Blätterteig und gelbe Blumen; der Gaumen mineralisch, kräftig und doch leicht lahm, gelbe Früchte und Honig.

Clos de Papes blanc 2021: Druck in der Nase, gelbe und weisse Früchte, Papaya, candierte Melonen, eine Spur Ananas; am Gaumen harmonisch, biss, schöne Säure, hängt ‚in der Mitte‘ leicht durch, Teebaumöl, leicht alkoholisch, lang.

Clos de Papes blanc 2015: In der Nase exotische frische Füchte, Akazienhonig, kräftig; am Gaumen cremig, Birnen, exotische Früchte, bitter, weisse Häutli, Alkohol packt an der Zunge.

Chateau de Vaudieux blanc 2023: Toller Nasenwein, Blumenwiese; chrüselet auf der Zunge, knackig, frisch, kräftig, gelbe Blumen und Früchte.

Beaucastel Vieilles Vignes blanc 2000: Die Nase schnuppert Äpfel, Birnenkompott, Honig, leichte Medicinalnoten; am Gaumen Druck mit Birnen, Birnbrot, Apfelwähe, Tee, Lindenblüten, Baumnüsse, kontrovers zwischen toll und wäh!

Beaucastel Rousanne Vieilles Vignes blanc 2020: Die Nase offenbart Vanille, Feuerstein, Citrus, Quitten, Blumenwiese, californisch, unglaublich kräftige Nase; am Gaumen frisch und knackig, cremig, Vanille, gelbe Früchte, Druck, ein wirklich toller Wein!

Bastide Saint Dominique Pignan 2009: An der Nase reife Zwetschgen, dunkle Früchte, Schokolade, Kaffee und Gewürznelken; am Gaumen Leder, Schoko, trockenes Laub, Zwetschgen, etwas Braten, schöne Säure, noch schön zu trinken – jetzt austrinken.

Bastide Saint Dominique Pignan 2019: An der Nase reife dunkle Früchte, Schokolade, Zwetschgen und Kirschen; am Gaumen bissig und agressiv, pfeffrig, Cola, Kohlensäure, dunkle reife Früchte – fehlerhafte Flasche?

Domaine Vieilles Julienne 2000: Die Nase zeigt Peterli und Maggi; am Gaumen getrockneter Peterli und dunkle Früchte – Peak überschritten 🙁

Domaine Vieilles Julienne Les Trois Sources 2017: Die Nase black in black mit schwarzen Früchten, Tabak, Kaffee und Lakritz; am Gaumen Kräuter, Lakritz, Pfeffer, Tanin, nicht ausbalanciert, aber toll für alle Fans von ‚black is beautyful‘.

Domaine Giraud Grenache Pierre 2012: Die Nase offenbart ebenfalls Schwarz mit Espresso, Schoggi, Braten, Zedernholz, Blutorangen; am Gaumen harmonisch, agressiv, Pfeffer, schwarze Früchte, leicht bitter, Süsse im Hintergrund, Kräuter, rauchig.

Pierre Usseglio Cuvée de mon Aieul 2009: huff – Maggi und Liebstöckel und am Gaumen überreife Früchte, Gummi und Tomaten, vorbei und tschüss.

Domaine Santa Duc Habemus Papam 2022: An der Nase rote und dunklle Früchte, Kirschen, Kräuter, kräftig; am Gaumen kräftig, lebendige Frucht, beissend Pfeffrig, Erdbeeren, würzig, lässt einem ratlos zurück – dünn – Chnf für Pinot-Trinker.

Colombis 2009: Vorweg – mein bester Colombis 2009 seit 5 Jahren. Mit frischen roten Früchten und Kräutern in der Nase; am Gaumen frisch, saftig, schmelzig, dunkle Früchte, einige erkennen Ansätze von Altersnoten – austrinken.

Herbst 2025
Herbst 2024
Herbst 2023

Donnerstag, 13. November 2025: Serie Bordeaux – Grand Cru Classé de Graves II

Getrunkene Weine:

2018 Château de Fieuzal blanc:
Mit 18er-Prallheit stürmt dieser Wein wie ein überambitionierter Sidekick ins Rampenlicht – Mango und Vanille liefern sich ein Duell am Gaumen, bis das süssliche Finale sagt: ‚Mission Completed – Highscore garantiert.‘

1998 Château Laville Haut-Brion:
Dieser Château Laville Haut-Brion 1998 flüstert wie Brian Jones’ melancholische Altblockflöte in Ruby Tuesday der Rolling Stones von 1968 – geheimnisvoll und tiefgründig, wie ein poetischer Atemzug zwischen zwei Momenten. Genial!

2014 Château Smith Haut Lafitte blanc:
Lindenblüte weht vorbei, Grapefruit und Amalfizitrone hinterher, ein Honighauch zwinkert – und im langen Finale hängt die feine Bitterkeit wie ein freches Couplet, das partout nicht gehen will.

1995 Château Smith Haut Lafitte blanc:
Boskoop im Blätterteig, dazu eine Prise Zigarettenasche für den Bad-Boy-Vibe. Und am Gaumen? Meldet sich der Kork wie ein ungebetener Gast, der unbedingt auch was sagen will.

1988 Château de Fieuzal:
Riecht wie ein feuchter Keller, der sich für Herbst hält: modriges Laub, Pilzwolke, ein Hauch kalter Kaffee für die Stimmung. Am Gaumen dann grüne Kräuter und ein metallischer “So bin ich halt, komm klar”-Touch.

2010 Château Malartic Lagravière:
Wie ein Konzertflügel, auf dem jemand nur fff spielt: Cassis, Karamell, dunkle Schokolade, Cola – ein Bordeaux, der glänzt, aber vergessen hat, dass auch Pausen Musik sind.

2005 Domaine de Chevalier:
Nase top, Gaumen Alarm: schwarze Früchte, Rauch, Graphit – dann BAM! Adstringenz und Säure spiessen dich auf. Eleganz? Kurz zu Besuch. Hoffen, dass nur diese eine Flasche so ist.

2014 Château La Mission Haut-Brion:
Ein La Mission, der noch jung und straff dasteht, mit Cassis, Pflaume, Erde und Tabak – wie ein aristokratischer Nachwuchsheld, der seine Kräfte erst sortiert, aber schon jetzt charmant mit den Muskeln spielt.

2018 Château La Mission Haut-Brion:
Jubelt einem mit Mokka, Cola und süssem Eichenholz ein charmant-verrücktes Aromen-Feuerwerk unter. Eingelegte Kirschen und dunkle Schokolade gleiten wie samtene Erinnerungen über den Gaumen – und man staunt, ob dieser Zauber wirklich La Mission ist.

2005 Château Rieussec Sauternes:
Wie Respighis Notturno aus Sei pezzi per pianoforte: leise Töne von Aprikose und kandierten Früchten, Safran schimmert erst im Nachklang. Honigsüss, nie aufdringlich, ein Traum in Gold.

Book an appointment with MeinWeinkeller

Donnerstag, 6. November 2025: Best of Schweiz & little Metzgetä

Blut- und Leberwurst und dazu muss es ein Schweizer Wein vom Feinsten sein! Die Traubensorte und die Herkunft haben wir mit mässigem Erfolg zu erraten.

Dézaley Grand Cru 1999, Duboux, Marsanne&Chardonnay (Genfersee): Die Nase zeigt Äpfel, Honig und Lindenblüten. Am Gaumen werden ergenzt Hagenbutten und Stachelbeeren, noch schöne Säure

Heida Veritas 2021, St. Joder Kellerei (Wallis): Schöne Nase mit cremigen reifen Agrumen, Zitronenabrieb, würzig, Lindenblüten. Am Gaumen tolle Cremigkeit, tropische und exotische Früchte, tolle Säure, der Wein bezaubert alle!

Malanser Completer 2000, Adolf Boner (Herrschaft): Die Nase zeigt Quitten, Lack, Orangenzesten, alter Apfel bzw. Apfelstückchen, gedörrte Aprikosen mit Affinität zu Süsswein. Am Gaumen Sherry, Lack, Nüsse, Tee, keine Harmonie, oxidativ und schwierig. Na ja, da gibt es welche, die meinen wirklich, dass der Wein noch viel zu jung ist?

Malanser Pinot Noir 2000, Studach (Herrschaft): An der Nase rauchig, Graphit, Pflaumen, Teer, Zwetschgen, abgehangener Schwarztee. Am Gaumen rauchig, schwarze Früchte, Graphit, Kohle, Lakritz, erdig, Säure, lang.

Clos Martha 2023, Pinot Noir, Möhr-Niggli (Baselland): An der Nase bräuselt’s und etwas verbrannt, Laugenbretzel, versteckte schwarze Füchte – erstaunlich, da beim Öffnen der Wein nach frischen Walderdbeeren duftete. Burgundisches Holz. Am Gaumen cremig, schwarzer Pinot, Caramel, Kräuter, getoastetes Holz, im Unterholz versteckte Beeren, schöne Säure, reifen lassen.

Fläscher Syrah 2022, Hansruedi Adank (Herrschaft): Die Nase zeigt schwarzen Pfeffer, Tabak, Paprika, viel Kräuter und schwarze Früchte. wirkt ungehobelt. Am Gaumen wilder cremiger Cassis, Kräuter, Grünschnitt, brandig, Tanin, noch viel zu jung.

Pinot Noir 2023, Domaine Guichart (Knonaueramt, Zürich): Tänzerische Nase, süsser Pfeifentabak. Am Gaumen rote bis und mit dunkle Früchte, etwas Zeltli, saftig, florale Noten, Schattenmorellen – passt leider nicht zu den Würsten.

Ungulus 2016, Cabernet Franc Riserva, Castello di Cantone (Tessin): An der Nase Heu, Fondor, dunkle Früchte. Am Gaumen bitter, extrahiert, Schokolade, Himbeerschoki, Kaffee, schwarze Früchte, laktisch, mit feinen Taninen. Polarisiert!

Gächlingen Schlemmweg Pinot Noir 2017, Markus Ruch (Schaffhausen): Die Nase zeigt dunkle Früchte oder doch rote? stichig, röstig, Brantensauce, Brät. Am Gaumen saftig, Michkaffee, leicht animalisch, elegant, filigran, Bordeauxstile.

Pinot Noir 2011 vom Pfaffen/Calander, Sprecher von Bernegg (Herrschaft): Kork? ja, nein, ja … 2 Tage später Nachkontrolle: niet – kein Zapfen, Wein noch frisch und wirkt blutjung. … Bratensauce – nicht bei der Nachdegustation, nussig, Kaffee. Am Gaumen Holz und zerrig, junge Baumnüsse, laktisch, Joghurt. Noch 100 Jahre warten 😉

Fläscher Pinot Noir ‚H‘ 2018, Christian Herrmann (Herrschaft): Die Nase zeigt Tabak, dunkle Früchte, klare saubere Nase. Am Gaumen dunkle Früchte, Lakritz, Kaffee, saftig, dazwischen Erdbeeren, Kaffee, leicht toastig, schön.

Truttiker Pinot Noir 2015, Familie Zahner (Zürich): Die Nase laktisch, Kaffee, Braten, Efeu, dunkle Früchte. Am Gaumen dicht mit viel Kraft und Druck, Lakritz, Espresso, Kirschmarmelade und Caramel.

Best of Schweiz vom Tessin bis Basel