Donnerstag, 20. Juni 2024: Die grossen Weine der Pfalz

Getrunkene Weine:

2019 Muskateller Bürgergarten, Müller-Catoir: Grapefruit, tropische Früchte, frisch, verspielt, erstaunlich gehaltvoll.

2020 Chardonnay Rosenberg, Dr. Wehrheim: Dezent toastig, füllig, Zitrusfrucht, Rauch, fein mineralisch und salziges, druckvolles Finale.

2014 Riesling Saumagen Grosses Gewächs, Philipp Kuhn: Ein Hauch von Petrol umweht die feinen Grapefruit- und Steinobstnoten. Ein komplexer Riesling, markant saftig, mit ordentlich Säure und einem langen, salzigen Finale.

2015 Riesling Forster Ungeheuer Grosses Gewächs, Von Winning: Weinbergspfirsich, Feuerstein, üppige Struktur, dennoch saftig und mit feiner Säure.

2018 Riesling Forster Ungeheuer Grosses Gewächs, Reichsrat von Buhl: Amalfi-Zitrone, kräutrig, Grapefruit. Salzige Mineralität, voller Spannung und mit belebender Säure, langes, trockenes Finale.

2010 Spätburgunder Burgweg Grosses Gewächs, Knipser: Rote Waldbeeren, Weihrauch, Pekannuss, Blutorange, Zimt Harmonisch, wunderschön gereift!

2020 Pinot Noir, Frank John: Zimtzwetschgen, reife rote Beeren, kräutrigwürzig, Waldboden. Am Gaumen etwas quer, Säure und Tannine stechen hervor, bittere Töne kommen dazu. Vielleicht bringt Zeit etwas Ordnung ins Chaos.

2020 Spätburgunder Sonnenschein Grosse Lage, Dr. Wehrheim: Bitterschokolade, dunkle reife Früchte, Blutorange, leicht laktisch, konzentriert und fein saftig, langes, würziges Finale.

2014 Pinot Noir Sankt Paul Monopol Grosse Lage, Friedrich Becker: Süsser Tabak, Waldbeeren, würzig, vollmundig und kräftig, leicht bitteres Finale.

2008 Spätburgunder Sankt Paul Monopol Grosse Lage, Friedrich Becker: Blutorangen, rote Beeren, würzig, kräutrig, Zigarrenkiste, vielschichtig. Saftig und dicht, seidig, sehr langes, plüschiges Finale. Herrlich!

1992 Rieslaner TBA Mussbacher Eselshaut, Müller-Catoir: Eistee, Rosinen, Schwarztee, Kandiszucker, verbrannter Karamell, kalter Kaffee, dazu eine Säure, die jeden Zahnschmelz vor Furcht erschauern lässt. Kurzum: geil und unique – danke, Rudi!

Abstecher in die Pfalz mit dem Weinclub im Herbst 2020

Donnerstag, 13. Juni 2024: Route des Vins du Médoc 2 / Saint-Estèphe

Getrunkene Weine:

2014 Cos d’Estournel blanc: 66% Sauvignon Blanc, 34% Semillon. Blumig, Limetten, weisse Grapefruit, leichte Honignoten, gute Säure, recht langes Finale.

1995 Cos Labory: Leder, animalisch, etwas Tabak, die Frucht ist mehr oder weniger verloren gegangen. Trockene Erde, am Gaumen zupackend, mit taffer Säure, mittellanges Finale.

2004 Cos Labory: Zugänglich, Cassisnoten, Lakritz, Minze, das Gegenteil vom klassischen 95er. Rund und geschmeidig, dezent grüne Noten im mittellangen Finale.

2002 Lafon-Rochet: Dunkle Beeren, Zigarrenkiste, Lakritz, wirkt recht streng. Am Gaumen tauchen animalische Noten auf, Paprika, der Abgang ist mittellang.

2009 Lafon-Rochet: Viel Cassis, Kirschen, laktisch, vollmundig, fast schon dramatisch füllig. Gut stützende Säure, die uns aus der Heile-Süsse-Welt herausholt und auf den Boden der Bordeaux-Realität zurückbringt.

1989 Calon-Ségur: Das ist ja noch verführerischer als der 09er Lafon Rochet! Wäre diese erotische 89er Süsse eine Frau, im Club wär’s mit Sicherheit zum Tumult gekommen… Dass der Abgang etwas gar hart daherkommt, interessiert niemanden mehr: Schnüffeln genügt!

1996 Montrose: Übertrifft unsere Erwartungen bei WEITEM! Animalisch, Tabak, muskulös, Urgewalt! Hat nichts mit der Gelassenheit eines Haflingers zu tun, da sind wir beim giggerigen Lipizzaner Hengst angelangt…

1986 Cos d’Estournel: War Montrose Urgewalt, ist Cos Grandezza! Kaffee, Schokolade, Lakritz, Sinnlichkeit! Humphrey Bogart würde sagen: schau mir ins Glas, Kleiner – bevor ich ausgetrunken habe…

1997 Doisy-Daëne: Gedörrte Aprikosen, Marzipan, Honig, ein Hauch von Zimt, nicht zu süssüppig, gerade richtig! Und sehet: auf dem e von Daëne thront ein ¨ – stolzgeschwellt ist meine Brust!

Fazit: alles richtig gemacht! Die Grand Cru Classés aus Saint-Estèphe alle gehabt – der Nächste bitte!

https://www.bordeaux.com/fr/Notre-Terroir/Classements/Grands-Crus-Classes-en-1855
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Donnerstag, 6. Juni 2024: Karol’s kühne Flaschenschau!

Vielen Dank, Karol! Es war eine spannende, relaxte Spielshow mit einem klaren Sieger: Herzliche Gratulation, Steff!

Getrunkene Weine:

2021 Riesling GG Aulerde, Groebe (Rheinhessen, Deutschland): Saftige Pfirsichfrucht, kühl und sehr trocken, messerscharfe Säure, salziges, langes Finale.

2020 Chardonnay Reserve Gerlachsheimer Herrenberg, Becksteiner Winzer (Baden, Deutschland): Büchsenmais, Banane, Zitrus, etwas viel Restsüsse im mittellangen Finale.

2015 Brunello di Montalcino, Ciacci Piccolomini d’Aragona (Toskana, Italien): Kirschkompott, Zwetschgen, Herbstlaub, rund und zugänglich. Die feine Säure verrät die Toskana als Herkunft.

2015 Cabernet Franc, Anthonij Rupert (Franschhoek, Südafrika): Schwarze Beeren, Schokolade, Harz, leicht animalisch, feine Würzigkeit. Am Gaumen rund und voll, der Abgang ist lang.

1999 Seña (Aconcagua, Chile): Animalisch, Leder, Tabak, Vanille, schwarze Früchte, ein Hauch Minze, geschmeidiges, langes Finale.

2010 Hermitage Farconnet, J.L. Chave Sélection (nördliche Rhône, Frankreich): Schwarze Beeren, ultrawürzig, Kaffee, pfeffrig, Fleisch, Blut, Lakritz. Kann nur nördliche Rhône sein! Komplex, die Tannine sind noch immer präsent, der Abgang ist sehr lang.

2006 Aalto (Ribera del Duero, Spanien): Noch immer voll fruchtig, Lakritz, Schokolade, noch voll da. Im sehr langen Abgang vielleicht eine Spur zu bitter, aber das ist Meckern auf hohem Niveau!

2011 Rioja Conde de Hervías (Rioja, Spanien): Rote und dunkle Beerenfrucht, etwas laktisch, Zedernholz, mineralisch. Am Gaumen recht streng, etwas zähnebeschlagend.