Donnerstag, 8. Januar 2026: Mein WOW-Wein 2025!

Getrunkene Wein:

2017 LR, Colterenzio (Schreckbichl) (Südtirol, Italien):
Das Super-Cuvée LR entfaltet sich wie ein Sonnenaufgang über Südtirol: Ananas und Mango tanzen mit Jasmin auf einer spritzigen Welle lebendiger Säure. Ein Wein, der poetisch flüstert und floral umarmt.
5 von 11 möglichen WOWS.

1995 Savennières Trie Spéciale, Domaine des Baumard, (Loire, Frankreich):
Wie ein französischer Zaubertrank: Aprikose und Litschi wandern durch honigsüsse Tiefe, begleitet von einem Hauch Tannenharz. Im Finale zwinkert ein herber Abgang schelmisch – verspielt, reif und wunderbar eigenwillig.
3 von 11 möglichen WOWS.

1998 Arte Rosso, Domenico Clerico, Piemont Italien):
Bratensauce, Sanddorn, Aceton – statt Arte nur Ärger, ein Flaschenfehler, der fies über die Zunge kratzt.
0 von 11 möglichen WOWS.

2018 Terreus Paraje de Cueva Baja, Bodegas Mauro (Spanien):
Schwarze Kirschen? Klar, hier! Bitterschokolade gefällig? Lakritz nicht vergessen, ich bin frech! Mineralische Noblesse tritt dazu, verbeugt sich und zwinkert. Komplex, aristokratisch  – kurz: ein Wein, der dir die Zunge kitzelt und das Herz stiehlt.
8 von 11 möglichen WOWS.

2000 Les Baux-de-Provence Rouge, Château Romanin, Provence (Frankreich):
Duftet fein nach Leder, Tomatenpüree und süsslichem Tee, während Kohlenrauch frech durch die Luft wabert – fast, als würden Jim Knopf und Lukas direkt an deinen Geschmacksknospen vorbeituckern.
8 von 11 möglichen WOWS.

2021 Blaufränkisch Spitzerberg 1ÖTW Kranzen, Dorli Muhr (Carnuntum, Österreich):
Ein Drittel der Trauben barfuss gestampft, rote Beeren und Blutorangen tanzen, Kräuterwürze kichert verführerisch zwischen den Zehen – das leicht salzige Finale hinterlässt einen schelmischen Pfotenabdruck.
4 von 11 möglichen WOWS.

2007 Spätburgunder trocken Ahrweiler Rosenthal, J.J. Adeneuer (Ahr, Deutschland):
Malzig, kräutrig und melassig gleitet der Ahrweiler Rosenthal über die Zunge, ergründet fleischige Tiefen, streift Rauchspeck, Pfeffer und Zimt – und dann kracht die Hammersäure wie ein Blitzschlag mitten in die Träume.
9 von 11 möglichen WOWS und damit der WOW-Wein des Abends!

2019 Vèrtebra Montsant, Terroir Sense Fronteres (Montsant, Spanien):
Der Vèrtebra entfaltet sich blumig-fruchtig, durchzogen von Kaffee und Sauerkirschen, mit einem funkelnden Streichholzflirt, der sanft an der Nase züngelt. Am Gaumen prickelt er leicht – ein neckischer Flirt, der dich streift, reizt und wieder entschwindet.
0 von 11 möglichen WOWS.

2011 Brunello di Montalcino Riserva, Le Macioche, Toskana (Italien):
Lederjacke über dunklen Kirschen, Lakritzpeitsche in der einen Hand, Tabak- und Kaffeedunst in der anderen – die Säure kitzelt wie ein cleverer Zauberspruch den Gaumen wach.
4 von 11 möglichen WOWS.

1994 Black Label Cabernet Sauvignon-Shiraz, Wolf Blass (Barossa, Australien):
Der Black Label steht im Glas wie ein alter Outback-Held: Cola und Minze im Gepäck, ein paar störrische Brombeeren in der Rüstung, Harz glänzt wie frisch poliertes Leder – kein Wein, sondern eine Legende mit Staub auf den Stiefeln.
4 von 11 möglichen WOWS.

2010 Gran Reserva 890, La Rioja Alta (Rioja, Spanien):
Der Gran Reserva 890 tritt auf wie ein selbstverliebter Spanier im Samtmantel: schwarze Beeren, Vanille und Mokka zicken sich über die Zunge, während die Erde wie ein mürrischer Butler hinterherstapft.
3 von 11 möglichen WOWS.

2006 Viña Tondonia Reserva, R. López de Heredia (Rioja, Spanien):
Ein Wein, der Geschichten kennt, die du nie ganz verstehen wirst: schwarze Kirschen, Tabak und Kaffee wie raue Umarmungen, Macchiawürze und Rosmarin tuscheln, während der alte Kellerduft über allem thront wie ein stoischer Patriarch.
3 von 11 möglichen WOWS.

2009 Family Classic Cabernet Sauvignon, Raymond (Kalifornien, USA):
Karamell, Rauch, Pfefferminze – dann ein bitteres, abruptes Finish, so schnell weg wie der letzte Keks in der Dose. Aber he: alle Raymonds sagen: WOW!
2 von 11 möglichen WOWS.

2004 Sauternes Lur Saluces, Château de Fargues (Bordeaux, Frankreich):
Safran, Sultaninen, Leim – süss und rund, wie ein Dessert, das irgendwie den Spagat zwischen Zuckerrausch und Eleganz geschafft hat.
5 von 11 möglichen WOWS.

1993 Riesling Auslese Goldkapsel Leiwener Laurentiuslay, Grans-Fassian (Mosel, Deutschland):
Eistee, getrocknete Aprikosen, typische Auslese – ohne eine einzige Falte, hat den Alterungsprozess im Gegensatz zu mir gekonnt ausgetrickst.
7 von 11 möglichen WOWS.



Donnerstag, 18. Dezember 2025: WeinNachtsessen für treue Mitglieder

Tolle Weihnachtsfeier auch dieses Jahr mit auserwählten Weinen, leckerem Essen (vielen Dank, Roman und Otti) und guter Stimmung.

Getrunkene Weine (die Weine wurden nicht im grossen Rahmen besprochen, deshalb steht hier nur meine eigene Einschätzung):

Clos Jacquin Brut Champagne Grand Cru „Avize“, Pierre Callot: Trotz ordentlich Holz im Gebälk tänzeln Zitrus, Apfel & Co. glattgezogen an der Nase vorbei – am Gaumen dann breite Brust, klare Kante und so frisch, als wär’s mit Perwoll gewaschen worden.

2016 Iphöfer Julius-Echter-Berg Silvaner GG, Hans Wirsching (Franken, Deutschland): Aus der Bocksbeutel-Magnum stolpert er geschniegelt und hellwach ins Glas: würzig, floral, mit dezentem Streichholz-Klick und erfrischender Schlankheit. Zum Schluss legt er eine salzig-mineralische Parade hin, bei der selbst die Geschmacksknospen strammstehen.

2005 Kiedrich Gräfenberg Riesling, Robert Weil (Rheingau, Deutschland): Aus der Magnum rein ins Glas wie flüssige Noblesse: getrocknete Aprikosen, ein Hauch Petrol, cremig und mit perfekt sitzender Säure. Alles wirkt so selbstverständlich, dass man sich kurz fragt, wie verdammt edel ein Riesling eigentlich sein darf.

2008 Riesling Halenberg GG, Emrich-Schönleber (Nahe, Deutschland): Schön, dass es Magnums gibt… 😊 Noch immer voller Energie, fasziniert der Halenberg 2008 mit tiefen, komplexen Kräuteraromen. Am Gaumen salzig und leicht kräuselig, sehr langes Finale – Bäm!

2011 Saffredi, Fattoria le Pupille (Toskana, Italien): Dunkle Beeren und Leder steigen aus dem Glas wie Gedanken, die man längst entsorgt glaubte. Im Mund maximaler Druck bei minimaler Geste, balsamisch nachhallend, festkrallend, flüsternd: Du bist noch nicht fertig mit mir.

2012 Barolo Ravera Bricco Pernice, Azienda Agricola Cogno (Piemont, Italien): Magnum. Dicht wie ein philosophischer Monolog um drei Uhr morgens, von einer messerscharfen Säure zusammengehalten, die dir poetisch Konzentration, Tiefe und kompromisslose Energie einschenkt.

2005 Barbaresco Rabaja, Produttori del Barbaresco (Piemont, Italien): Magnum. Leicht oxidativ, dumpf im Ton, als hätte die Flasche beschlossen, heute schlechte Laune zu tragen. Flaschenfehler?

1996 Barbaresco Asili, Produttori del Barbaresco (Piemont, Italien): Magnum. Teer, verwelkte Blumen, Leder und Tabak – dieser Barbaresco räumt den Gaumen auf wie ein chaotischer Bibliothekar. Am Anfang streng, doch mit Essen wird er zum charmanten Raufbold, der plötzlich alle Regeln bricht.

2012 Mas de la Rosa, Vall Llach (Priorat, Spanien): Magnum. Rumtopf und Zwetschgenkompott treffen auf einen Dicksack, der zu viel Alkohol intus hat. Das Finale schlägt brandig-bitter zu – ein wilder Ritt ohne Anschnallgurt.

2016 Tokaj Aszú 5 Puttonyos, Château Dereszla (Tokaj, Ungarn): Honig, Orangenschnitz, Eistee und ein Hauch Lindenblüte wippen über Blätterteig wie eine elegante Zuckerbande. Feines Süss-Säure-Spiel, das dich charmant um den Finger wickelt, ohne je zu kitschig zu werden.

2003 Vintage Port, Niepoort (Portugal): Magnum. Toffee, Sultaninen und Pflaumen schieben sich üppig und brandig durch, während die Säure sich erfolgreich versteckt. Ein wilder Kerl, ungestüm und leicht aus der Bahn geraten.

1994 Bual Madeira, Blandy’s Madeira (Portugal): Nuss, Zimt, Pfeffer und Honig – Mann, oh Mann, dieser Madeira ist eine einzige Granate! Perfekt integrierte Säure, ein Hauch Blutorange mischt sich ein, und der Abgang ist ein endloser Spannungsrausch, der dich völlig umhaut.