Donnerstag, 28. November 2024: Route des Vins du Médoc 4 / Saint Julien

Getrunkene Weine:

2014 Château La Louviére Blanc: Nussig, reifer Apfel, Orangenzeste, scheint schon recht weit fortgeschritten.

2016 Château Saint-Pierre: Brombeer- und Cassisfrucht, Kirschen, kräutrigwürzig, am Gaumen kernig, mit Biss und erstaunlicher Länge.

2016 Château Langoa Barton: Schwarzwäldertorte, laktisch, dezent Zedernholz, würzig, Harz, leicht bittere Tannine, recht langes Finale.

1995 Château Branaire-Ducru: Viel Maggi, wenig Freude – Zenit weit überschritten oder eine zu rasch gealterte Flasche.

1972 Château Gruaud-Larose: Nase zum Staunen gut, mit Leder, Tabak, Erde, Pilz und feuchtem Keller, am Gaumen mit brachialer Säure, nur mit Schmerzmitteln trinkbar…

2004 Château Lagrange: Vanille, laktisch, schwarze Beeren, modern, wirkt etwas oberflächlich ohne wirkliche Ausstrahlung.

2015 Château Léoville Poyferré: Cassis, Vanille, Süssholz, Kaffee. Geschliffen und sehr modern, aber mit Glamour und überzeugender Saftigkeit!

1986 Château Beychevelle: Unzweifelhaft Bordeaux, old School, mit Leder, Tabak, Cola, Kräutern, am Gaumen fleischig, etwas rustikal, aber lässt einem trotzdem das Gefühl, als ob man einen alten, treuen Freund umarmt.

1986 Château Talbot: So viel Stallgeruch, dass man sich fragt, ob er im Kuh- oder Rossstall gereift ist – aber keine Sorge, am Ende ist und bleibt er ein echter Aristokrat unter den rustikalen Roten!

2002 Château Ducru-Beaucaillou: Nobel, tief, schwarze Früchte, Schokolade, Graphit, druckvolles, langes Finale.

2000 Château Gruaud Larose: Schwarze Früchte, Tomatenmark, erdig. Wirkt eigentlich nobel und in der Blüte seiner Reife, aber ein leichter Acetylaceton-Stich trübt die Freude leider etwas…

2001 Château Léoville Las Cases: Wie ein hochwohlgeborener Gentleman, der lieber die Etikette wahrt, als sich die Finger schmutzig zu machen – ein Genuss für Kenner, aber kein Charmeur alter Schule!

2003 Château Léoville Barton: Der Léoville Barton ist wie ein gut gelaunter Butler: stets höflich und perfekt organisiert serviert er dir den Genuss auf dem Silbertablett. Jeder Schluck fühlt sich an, als hätte man den Jackpot im Bordeaux-Lotto geknackt!

Alle elf Grands Crus Classés aus Saint-Julien friedlich vereint…

Donnerstag, 21. November 2024: Bolgheri DOC

Getrunkene Weine:

2022 Ardiglione Vermentino, Podere il Castellaccio: Grüner Apfel, blumig, Mandeln, würzig, leicht spitze Säure, bitteres Finale.

2001 Montepergoli, Enrico Santini: Noch erstaunlich gut in Form, mit Noten von Leder, dunkler Frucht, feinem Tabak, Animalik. Saftig, mit guter Länge.

2012 Bolgheri Superiore Baia al Vento, Campo al Mare: Marmeladig, Dörrfrüchte, Schokolade, nasses Seil. Am Gaumen streng und unharmonisch, auszehrend.

2013 Cont’Ugo, Tenuta Guado al Tasso: Der gewohnte Gaumenschmeichler, kommt daher, als wäre er eine Schwarzwäldertorte! Modern, süss, prall, aber voller Charme und so jung, dass man ihm glatt ein Tinder-Profil basteln möchte!

1994 Guado al Tasso, Marchesi Antinori: Feinster Tabak, nobles Leder, erdig, Schwarztee, herrliche Fruchtsüsse, elegant und seidig. Mann o Mann, macht der noch Spass!

2007 Piastraia, Michele Satta: Kirschenfrucht, Lakritz, dunkle Schokolade. Voller Schmelz, mit guter Länge und Druck, einzig der Alkohol ist etwas gar aufmüpfig.

2017 Cavaliere, Michele Satta: Sauerkirschen, herbal, erdig. Am Gaumen adstringierend und leicht grün, bitteres Finale.

2018 Oreno, Tenuta Sette Ponti: Sehr konzentriert, Aromen von schwarzen Früchten, Leder, Schokolade, Tabak. Mundfüllend, würzig, erstaunlich gut versteckte 15% Alkohol, langes Finale.

2018 Marchesale Bolgheri Superiore, Fattoria Terre del Marchesato: Rote Früchte, Pflaumen, Pfeffer, Vanille. Süss und dennoch mit festem Tannin, herbes, leicht brandiges Finale.

2021 Dinostro Sangiovese, Podere il Castellaccio: Rote Kirschen, dunkle Waldbeeren, laktisch, nicht überladen, eigentlich so unkompliziert, dass er sich glatt zum Mitbewohner empfehlen würde, der nie das Badezimmer blockiert!

2016 Le Serre Nuove dell’Ornellaia, Ornellaia: Die preiswerte Alternative zum grossen Bruder Ornellaia – man riecht bereits einen Hauch von Bolgheri-Luxus im Glas!

1987 Ornellaia, Tenuta dell’Ornellaia: In Ehren ergraut, aber noch mit voller Haarpracht! Erinnert an die alte Lederjacke in meinem Schrank – ein bisschen abgewetzt, aber sobald ich sie anziehe, fühle ich mich sofort cool und 40 Jahre jünger…

Donnerstag, 14. November 2024: ‚Parker, WS, JS & Co: 100 Punkte‘

Getrunkene Weine:

2021 Riesling Kastanienbusch, Dr. Wehrheim (Pfalz, Deutschland): Erst ein zarter Hauch von Pfirsich und Zitrusfrucht, dann ein freches Kitzeln der Mineralität – schlängelt sich der Zunge entlang, als wäre er ein alter Freund, der immer wieder kokett anklopft und dich nie ganz loslässt.

2018 Riesling Kirchspiel, Keller (Rheinhessen, Deutschland): 20/20 Jancis Robinson. 94/100 CellarTracker. Katapultiert dich direkt in den siebten Himmel der Weinwelt! Jeder Schluck ist wie ein Rausch, der dich süchtig macht und dir das Gefühl gibt, dass nichts anderes mehr zählt. Ein Wein, der so nahe der Perfektion ist, dass du dir überlegst, ob du ihn eher anbeten oder austrinken sollst!

2016 Brunello di Montalcino Tenuta Nuova, Casanova di Neri (Toskana, Italien): 100/100 Falstaff. 94/100 CellarTracker. Der Tenuta Nuova 2016 ist wie ein Romeo mit Trauben-DNA: dramatisch tief, unwiderstehlich charmant und garantiert der Grund, warum die Flasche schneller leer ist als geplant!

2010 Castillo Ygay Gran Reserva Especial, Marqués de Murrieta (Rioja, Spanien): 100/100 Falstaff. 94/100 CellarTracker. Entfaltet sich wie ein geheimnisvolles Gedicht, dessen tiefgründige Aromen in sanften Strophen fließen, während ein zarter Hauch von Nagellack wie ein verblasstes, aber noch immer störendes Mysterium über die Verse streicht.

2001 Ermitage L’Ermite, M. Chapoutier: (Rhône Nord, Frankreich): 100/100 Suckling. 95/100 CellarTracker. Ein Schluck genügt und du weisst, warum der Eremit lieber allein auf seinem Berg bleibt – so viel Klasse teilt man ungern! Ein Gedicht aus Brombeeren, Blumen und würzigen Kräutern!

2010 Châteauneuf-du-Pape Vieilles Vignes, Domaine de la Janasse (Rhône Süd, Frankreich): 100/100 Parker. 96/100 CellarTracker. So uferlos üppig, als würde ein wildes Meer aus dunklen Früchten, Kräutermischungen und einer ordentlichen Ladung Power über deine Zunge schwappen – der Vieilles Vignes nimmt keine Rücksicht, sondern haut alles weg, was sich ihm in den Weg stellt.

2007 Châteauneuf-du-Pape, Clos des Papes (Rhône Süd, Frankreich): 100/100 Parker. 95/100 CellarTracker. Ein kraftstrotzender Gigant aus einem monströs heißen Jahrgang, der mit wuchtiger Frucht, feuriger Würze, einem Mix aus Hirschschweiss und Pferdesattel und einem endlosem Nachhall den Gaumen mächtig in die Zange nimmt.

2019 Cabernet Sauvignon Private Reserve Georges De Latour, Beaulieu Vineyard (Kalifornien, USA): 100/100 Suckling. 95/100 CellarTracker. So samtig und rund, dass er sich im Glas fast wie ein Kuscheltier anfühlt – oder wie dein Lieblingspulli, den du nur an Feiertagen aus dem Schrank holst!

2016 Rätsel, California Syrah, Sine Qua Non (Kalifornien, USA): 100/100 Jeb Dunnuck. 95/100 CellarTracker. Ein Schluck, und du weisst: das hier ist kein feines Nippen, das ist Gaumenkrawall auf höchstem (Krankl)-Niveau! Was für ein Feuerwerk im Mund – bombastisch, spektakulär, dass selbst die Raketen neidisch werden!

2005 Cabernet Sauvignon Beckstoffer CCS To Kalon Vineyard, Schrader (Kalifornien, USA): 100/100 Parker. 95/100 CellarTracker. Ein Wein, der so komplex ist, dass selbst Sherlock Holmes beim Entschlüsseln der Aromen ins Grübeln käme – ein wahrer Kriminalfall der Genüsse!

1990 Château Montrose (Bordeaux, Frankreich): 100/100 Parker. 96/100 CellarTracker. Jeder Schluck lässt dich süchtig nach mehr werden. Paradisisch gut, so charismatisch und verführerisch, dass man fast den Himmel – äh den Wein – küssen möchte…

1997 Vouvray Cuvée Constance, Huet (Loire, Frankreich): 100/100 Wine Spectator. 95/100 CellarTracker. Leider Kork, aber hinter dieser kleinen Panne entfaltet sich ein ganzes Universum an Aromen  – schade!

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