Donnerstag, 20. Februar 2025: Die grossen Weine der D.O. Ribera del Duero III

Getrunkene Weine:

2015 Blanc Fumé de Pouilly, Louis-Benjamin Dagueneau (Loire): Stachelbeerfruchtig, rauchig, vielschichtig und so stilvoll, dass selbst der aufgehende Mond kurz überlegt, Beifall zu klatschen!

2004 Alonso del Yerro Maria, Alonso del Yerro: Ist und bleibt die eiserne Lady unter den Weinen: schroff und mit einer unerbittlichen Säure -mehr an ungemütliche Winterabende erinnernd als an elegante Abendessen bei Kerzenlicht.

2006 Avan Cepas Centenarias, Juan Manuel Burgos: Leicht angebrannte Marroni, würzig, noch immer fruchtig, kommt so nobel und selbstbewusst daher, dass der Wein fast schon eine eigene Reality-Show bekommen könnte!

2010 Durón Reserva, Solar de Samaniego: Macchia, schwarzer Pfeffer, Magenbrot, Pflaumenkuchen, nobel und so edel daherkommend, dass selbst die Kaffeetasse daneben sich fragt, warum sie nicht auch aus einem Weinglas trinken darf.

2014 Cillar de Silos Crianza, Cillar de Silos: Kirschenfrucht, Schokolade, Zitrussäure – mit einer Tanninstruktur, die so fest ist, dass sie locker ein paar ungeladene Gäste rauswerfen könnte!

2009 Tinto Pesquera Crianza, Alejandro Fernandez: Animalisch, fleischig und so old-school, dass er dir am liebsten seine Schellacksammlung samt Grammophon zeigen würde.

2015 Bracamonte Crianza Tempranillo, Yllera: Fruchtig, dicke Post und so geschmeidig, als hätte der Bracamonte Smoking und Lackschuhe an. Die samtigen Tannine wickeln dich um den Finger – Widerstand zwecklos!

2015 Viña Mayor Reserva, Viña Mayor: Wirkt etwas gemacht, Karamell, süsslich, aber vollmundig und so selbstbewusst, dass der Korken sich fragt, warum er keine Krone trägt.

2016 Flor de Pingus, Dominio de Pingus: Schwarze Kirschen, Schokolade, üppig und so nobel, dass du dir wie ein Butler vorkommst, der dem Wein die Tür aufhält.

2021 Prado Rey Elite, Real Sitio de Ventosilla: Holundermarmelade, Schokolade, Lakritz, spanische Nüssli, ein rechtes Geschoss, so verführerisch, dass selbst die Etikette rot wird, weil sie weiss, was dieser Wein mit dir anstellt!

2020 Arrocal Reserva de la Familia, Bodegas Arrocal: Süss und verführerisch wie eine Praline, üppig wie die Rundungen von Marilyn Monroe – und genauso unwiderstehlich wie der letzte Schokokeks in der Keksdose.

Donnerstag, 13. Februar 2025: Roussillon

Getrunkene Weine:

2007 Riesling Hermannshöhle GG, Dönnhoff (Nahe, Deutschland): Wunderbare Dichte an Aromen, reich an Mineralität – so betörend, dass selbst der Korkenzieher vor Aufregung errötete!

2016 Calcinaires blanc, Domaine Gauby: Apfel- und Pfirsichnoten, Kräuterhonig, Lindenblüten, Wachs, sehr trocken.

2021 Carrément Blanc, Domaine de l’Edre: Grenache Blanc, Roussanne und Grenache Gris. Vanille, Birnen, Limetten, recht vollmundig, der Alkohol drängt sich etwas gar dominant in den Vordergrund.

2021 L’Edre blanc, Domaine de l’Edre: 100% Roussanne, wird nur in ausserordentlichen Jahren hergestellt (letztmals 2017). Schwerer Weisswein, braucht viel Luft, die 15% Alkohol lassen sich nicht verstecken. Blumenblüten, Kumquat, Aprikosen, minzig, leicht salziges, langes Finale.

2020 Halleluja, Domaine St. Eugène: Kirschen, Pflaumen, Brombeeren, Lakritz, Schokolade, Harz, Kräuter, das Ganze zu dick aufgetragen.

2009 Clos des Poètes, Château Haut-Blanville: Dieser reinsortige Mourvèdre spielt sich nicht als Marktschreier auf, sondern überzeugt auf stille, aber eindrucksvolle Weise mit rotbeerigen Fruchtnoten, reifen Pflaumen und einer feinen Wacholdernote. Fleischig, energisch, dabei stets von eleganter Zurückhaltung.

2010 Muntada, Domaine Gauby: Das riecht, als würde dir Prof. Grzimek in einem Duft-Bildband die afrikanischen Tiere erklären. Helle Beeren, Schwarztee und ein geheimnisvolles polnisches Kirschenharz, das wie das laute Brüllen eines Löwen in der Dämmerung durch die Aromen zieht.

2007 Muntada, Domaine Gauby: Beim ersten Schluck denkst du, du hast einen sanften Gentleman vor dir, doch dann zeigt der Wein dir mit einem frechen Lächeln, dass er in Wahrheit ein rebellischer Pirat mit einer Schwäche für Rauch und viel Drama ist – fast so, als hätte er in einem Fass von geheimen Abenteuern geschlafen!

2009 Les Dentelles, Thunevin-Calvet: Ultraschwer – ok, es ist ja auch eine Magnum – ein Mitbringsel aus fernen Weinclubreisen durchs Roussillon: Lakritz, Leder, schwarze Früchte, Teer, 15% vol Alkohol, die dich überfahren wie ein aufgemotzter Panzer auf einer Bergstraße.

2004 Clos del Rey, Clos del Rey: Hat viel Streumi und Bratensauce und auf der Gegenseite «nur» enorm viel Druck aufzuweisen – da wurde der richtige Trinkzeitpunkt verpasst!

2009 Le Sabina, Clos del Rey: Wieso kommt die kleine Schwester, die jahrelang weder fröstelnd noch lichtlos neben Ottis Kasse stand, viel frischer daher als ihr nur fünf Jahre älterer, wohlgemerkt viel teurerer Bruder? Who cares – hoch das Glas und cheers!

2015 L’Akmé Maury sec, Les Vignerons de Maury: Würzige Noten von Maggi, Curry und Bratensauce steigen in die Nase, und bevor der Weinname ungute Assoziationen weckt, leeren wir das Glas und ziehen weiter…

2015 Kerbuccio, Château Saint-Roch: Haufenweise Cassis, neapolitanischer Espresso, haufenweise Rauch und Kräuter, eingepackt in viel Alkohol – das ist Kerbuccio! Leise, kraftvoll, Kerbuccio – wir lieben ihn!

2018 Domaine de L’Horizon Rouge, Domaine de L’Horizon: Zuger Kirschtorte, in die sich versehentlich eine Portion Zimt verirrt hat. Üppig, aber mit Charme, ohne Schirm und ohne Melone. Ein Techtelmechel zwischen Carignan und Grenache.

2019 Les Cimes, Domaine de l’Agly: Garrigue, auf der Frühlingsblumen blühen, Schokolade, Hallenbadchlor, Stracciatella-Joghurt, Zimtwürze, am Gaumen Muskat, viel Alkohol, die Zunge wird schwerer und schwerer…

2017 Clos des Truffiers, Château la Négly: Kirsch- und Cassislikör, Kokosnuss, voluminöses Geschoss – wie eine Operndiva aus den 50ern, die nach fünf Stunden Wagner-Gesang hinter der Bühne nach der nächsten Konditorei fragt…

2001 Mas Amiel Vintage: Pflaumig, Tee, Tabak, Orangenabrieb.

2010 Mas Amiel Vintage Reserve: Eingelegte Früchte, Rosinen, Mokka, dezent Nuss, kräutriges, langes Finale.

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Donnerstag, 6. Februar 2025: Cabernet Franc

Getrunken Weine:

2022 Figure libre Cabernet Franc, Domaine Gayda (Pays d’Oc, Frankreich) Fast überstrapaziert zuckersüsse Himbeerfrucht, erst am Gaumen dann auch dunkle Waldbeeren. Geschniegelt und gepützelt, ohne Ausstrahlung. Mehr Joe Cocker, bitte!

2016 Cabernet Franc Dolomite, Raats (Südafrika) Schwarze Früchte, Paprika, erdige Mineralität – ja, das ist Cabernet Franc! Am Gaumen konzentriert, rund, aber mit viel Druck und guter Länge.

2017 Cabernet Franc Lot # 90, Garage Wine Co (Chile) Viel Cassis, Schokolade, Grabblumen, Eukalyptus. Am Gaumen cremig, rund, aber mit viel Druck und langem Finale.

2019 Poligonos Cabernet Franc del Valle de Uco, Zuccardi (Argentinien) Rote Beeren, dezente Mineralität, Cola ohne Kohlensäure. Lebt von der Frucht, am Gaumen saftig, mit Biss, frische Säure, der Abgang ist mittellang.

2017 La Coudraye Bourgueil, Y. Amirault (Loire, Frankreich) Duftet nach Stall und angesengtem Klauenhorn, dazu nach Leder in allen Facetten: von edler Sattelkunst bis hin zum alten Speckgürtel eines abgehalfterten Soldaten, der mehr Geschichten kennt, als du vertragen kannst.

2015 Clos Moleton Saumur Champigny, Arnaud Lambert (Loire, Frankreich) Mischung aus dunklen und roten Früchten, auch Heidelbeeren. Unterholz, Zimt, zeigt Struktur und Charakter, am Gaumen geschmeidig, sehr langes Finale.

2017 Samma Maremma Val delle Rose, Cecchi (Toskana, Italien) Schwarzbeerige Frucht, viel Lakritz, ein Hauch Colafröschli. Am Gaumen erstaunlich präsente Säure, recht saftig, mittellanges Finale.

2018 Filare 18 Cabernet Franc, Casadei (Toskana, Italien) Rote Kirschen, Cassis, Kokos, sehr laktisch, rund, weiche Tannine. Der Abgang ist druckvoll und recht lang.

2017 Scipio Cabernet Franc, Tenuta Sette Cieli (Toskana, Italien) Der Scipio ist wie ein Konzert für die Geschmacksknospen, bei dem Waldbeeren, edle Gewürze, dunkle Schokolade und gepresste Blumen in stimmiger Harmonie zusammenspielen. Modern, aber druckvoll.

2012 Magnacosta Cabernet Franc, Tenuta di Trinoro (Toskana, Italien) Der Magnacosta ist wie ein geheimer Liebesbrief an den Gaumen: tiefgründig, edel und mit einem Hauch von «Ich weiß, dass du mich für immer lieben wirst!» Dazu mit einer samtig-opulenten Textur, die sich wie ein maßgeschneiderter Smoking um den Gaumen schmiegt, während dunkle Beeren und subtile Kräuternuancen in einem Tanz der Extraklasse ihren Auftritt haben, als würde der Wein selbst den roten Teppich für deinen nächsten großen Abend ausrollen.

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Bild: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof – 76833 Siebeldingen, GERMANY – www.vivc.de