Donnerstag, 7. Januar 2016: Bordeaux oder nicht Bordeaux?

Bordeaux oder nicht Bordeaux, das war gestern bei jedem Wein die grosse Frage. Es wurde blind degustiert, und stolz darf ich verkünden: wir lagen zumeist richtig. Einzig bei Le Serre Nuove waren wir fast sicher, einen Bordeaux im Glas zu haben…

Degustierte Weine:

– Château Bonnet 2003 (Bordeaux): es fehlt etwas die Frische und stützende Säure, aber durchaus noch trinkbar.

– Sauvignon Bianco Ronco Bain 2011, Brivio (Tessin): Holunder und Stachelbeeren dominieren das Nasenbild, am Gaumen saftig, mit feiner Säurestruktur.

– Le Serre Nuove 2004, Tenuta dell’Ornellaia (Toskana): Kaffee, Brombeeren, fruchtig, druckvoll, schwarze Schokolade, grosser Trinkgenuss.

– Château d’Armailhac 1990 (Bordeaux): Für das grosse Bordeauxjahr eine kleine Enttäuschung, zwar findet man Tabak, Leder, Zedernholz, aber am Gaumen fehlt es an Harmonie.

– Don Maximiano 2009, Errazuriz (Chile): Brombeeren, Cassis, balsamisch, eingekochte Früchte; am Gaumen voller Körper, Milchschokolade, gute Länge.

– Château L’Evangile 1995 (Bordeaux): Muss erst mal wachgeschüttelt werden… Kakao, etwas schweflig, am Gaumen adstringierend, zwar lang, aber leicht austrocknend. Schlechte Phase oder schon im Sinkflug?

– Château Larmande 2009 (Bordeaux): Attraktiv, laktisch, schwarze Früchte, sehr gute Länge.

– La Dame de Montrose 2005, Château Montrose (Bordeaux): Graphit, Kaffee, schwarze Beeren, am Gaumen zu burschikos, leicht grün, was irritiert, dazu leicht grüne Noten im Abgang.

– Le Serre Nuove 2006, Tenuta dell’Ornellaia (Toskana): ganz anders als der 2004er: wirkt strenger, viel Graphit, schwarze Früchte, aristokratisch vornehm, unglaublich schön am Gaumen und sehr lang – der perfekte Bordeaux-Pirat!

– Eikendal Classique 2006, Eikendal (Südafrika): Toller Bordeauxblend mit schönem Schmelz, rund, samtig, lang.

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Donnerstag, 10. Dezember keine Degu – der Weinkeller ist am Feiern! Wir wünschen allen schöne Festtage und sehen uns wieder am 7. Januar 2016!

Wir feierten am Donnerstag, 10. Dezember 2015 mit unseren treuen Magnum-Mitgliedern Wein-Nachten. Wir freuen uns, am 7. Januar 2016 mit einem nächsten Bordeaux-Abend wieder alle begrüssen zu dürfen.

Getrunkene Weine an unserem Wei(h)nachtsabend (besten Dank, Roman für das feine Essen von Ethno Catering)! Thema war Merlot alte Welt.

– Hermitage Blanche 2010, J.L. Chave Sélection, Frankreich

– L’Hermitage Blanc 2008, J. L. Chave, Frankreich

– Merlot Riserva 2013, Tenimento dell’Or, Tessin, Schweiz

– Castello Luigi 2003, Luigi Zanini, Tessin, Schweiz

– Merlot La Ricolma 2007, San Giusto a Rentennano, Toskana, Italien

– Galatrona 2009, Fattoria Petrolo, Toskana, Italien

– Messorio 2000, Le Macchiole, Toskana, Italien

– L’Apparita 1993, Castello di Ama, Toskana, Italien

– L’Apparita 2000, Castello di Ama, Toskana, Italien

– Scala 2003, Kopp von der Crone Visini, Tessin, Schweiz

– Carato Riserva 2011, Angelo Delea, Tessin, Schweiz

– Lamaione 1995, Frescobaldi, Toskana, Italien

– Planeta Sicilia Merlot 1997, Planeta, Sizilien, Italien

– Calle Rosso Veronese 2009, Gino Fasoli, Veneto, Italien

– Pedro Ximenez Solera 1830, Alvear, Montilla-Moriles, Spanien

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Donnerstag, 3. Dezember 2015: Serie Bordeaux – Graves und Sauternes

Degustierte Weine:

– La Perle Blanche 1989: Hefenoten, Brioche, Honig, Sprudel rein und es wär ein reifer Champagner!

– Château Ferrande 1994: Kräuter, medizinal. Staubig, pilzig, unharmonisch, bitterer kurzer Abgang.

– Château Malartic-Lagravière 2004: Reifer, sauberer weisser Bordeaux mit Honignoten, Mandarinen, mineralisch, ziemlich Druck, guter Länge.

– Château Fieuzal blanc 2000: Pfirsichnoten, eher feminin, am Gaumen relativ schlank, aber mit guter Länge.

– Château les Carmes Haut-Brion 1975: Wirkt viel jünger als Jahrgang 75. Tolle Leder-Tabak-Noten. Keine kräftigen 75er-Tannine. Eher Jahrgangsuntypisch. Def. ein klassischer gereifter Genussbordeaux.

– Château La Garde 2003: In der Nase schöner als am Gaumen: Leder, Zedernholz, Cassis. Am Gaumen leicht unreife bittere Tannine. Relativ kurz und eher dünn.

– Château La Louvière 1998: Erdig, tabakig, rotbeerig, ok, aber nicht mehr – ältere Jahrgänge machten schon bedeutend mehr Spass.

– Haut-Bailly 1988: die Nase: Waldboden, Tabak, Leder; am Gaumen eher schlank, viel Säure, jetzt austrinken.

– Clos Les Remparts Graves 2009: Dick und üppig, ohne Tiefgang – werden so die zukünftigen Bordeaux sein?

– Smith Haut Lafitte 2010: Ueber die Frage, ob 2009 oder 2010 der bessere Smith Haut Lafitte-Jahrgang ist, sollte man sich nicht den Kopf zerbrechen: es sind beide genial! Sehr konzentriert. Kaffee und Schokoladennoten. Superfeine und schön integrierte Tannine. Lebendige Säure. Sehr viel Druck und Komplexität. Sehr langer Abgang. Noch viel zu jung!

– Doisy-Védrines 2008: sehr süss. Wenig Botrytisnoten. Zu wenig Säure. Pfirsich und Limetten.

– La Tour Blanche 1985: Nicht das grosse Highlight – in den 70er und 80er Jahren scheint dieses Weingut nicht wirklich in Form gewesen zu sein…

– Château de Rayne Vigneau 1994: Für das schlechte Sauternesjahr gar nicht so schlecht. Hat einfach das Pech, dass mit dem 88er ein viel Besserer im Glas war…

– Château de Rayne Vigneau 1988: Hammersauternes! Da stimmt ganz viel. Süsse – Säure – Komplexität – Druck – Länge… sehr sehr schön. Und diese grandiosen Grapefruitnoten – zum Reinbeissen!

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