2011 Riesling Dellchen GG, Dönnhoff (Nahe, Deutschland): Kein Donnerstag ohne Riesling! Zitronenglasur auf ganz bestimmten Küchlein, Clementinen, salzig schon im Duft – klingt komisch, aber es ist so! Grossartige Säure, belebend, pikant, ein Häuchlein Petrol und Honig im ewig langen Finale!
2005 Northstar Columbia Valley Merlot, Northstar (Washington, USA): Kaffee, Lakritz, Milchschokolade, rund und plüschig.
2019 Merlot Vin de Pays Suisse, Nadine Saxer (Neftenbach, Schweiz): Himbeerpastillen, süsslich, Brennnessel, blumig. Wirkt etwas künstlich.
2017 Galatrona Merlot, Petrolo (Toskana, Italien): Vielleicht nicht der beste aller Galatrona-Jahrgänge, aber beeindruckend elegant, nicht zu schwer, dennoch konzentriert, haufenweie Kräuter und Gewürze, Kaffeepulver, schwarze Beerenfrucht, natürlich noch einiges zu jung.
2000 Merlot L’Apparita, Castello di Ama (Toskana, Italien): Zedernholz, Tabak, Gewürznelken, Menthol, Schwarztee. Samtig, als wäre die Füllung aus Pomerol, konzentriert, cremig, mit einem beeindruckend langen Finale.
1998 Masseto, Tenuta dell’Ornellaia (Toskana, Italien): Überragt alle Weine des Abends nochmal um eine Länge! Herrlich kräutrige Würze, kalter Rauch, Sandelholz, Tabak, Minze – harmonisch durch und durch! Tertiäraromen so schön, dass sie dich umhauen! Eigentlich jetzt im perfekten Trinkfenster! Grossartig – ein unvergessliches Erlebnis!
1998 Riesling Spätlese Erdener Prälat, Dr. F. Weins-Prüm (Mosel, Deutschland): Grüntee, Kohlensäure, wirkt nicht so harmonisch.
2011 Grain Noble Marsanne, Chappaz (Wallis, Schweiz): Marzipan, getrocknete Aprikosen, sehr süss, aber mit guter Säure, etwas Safran.
Vorankündigung: Am 15. Dezember feiert der Weinclub WeinNachten mit allen bisherigen Mitgliedern. Anmeldungen bitte bis 12. Dezember vornehmen!
Alle gegen Aalto – wer schlägt den Aalto!. Die alte Hassliebe Aalto – doch wer schlägt einen gereiften Aalto.
Zum Warmlaufen erstmal der obligate Riesling:
2020 Riesling Kabinett Morstein, Seehof (Rheinhessen): Pfirsichnoten, für einen Kabi recht süss. Versteckte Säure, da müssen sich Süsse/Säure erstmal richtig finden.
Dann, in der Reihenfolge der Blindverkostung:
Aalto 2006: Platz 5. Schokolade, Kaffee, Menthol, gebrannte Mandeln, Orangenzesten, Lakritz. Saftig, aber mit leicht bitterem Abgang.
Flor de Pingus 2000:Platz 3. Ein „Bordeaux“ schmuggelt sich unter die Ribera-Weine. Leder, Pilz, Animalik, Tabak, pelziges, sehr langes Finale. Schade, der hätte am Schluss kommen sollen.
Viña Pedrosa Reserva 2011: Platz 6. Kaffee, schwarze und blaue Beeren, Rauch, Vanille, braucht noch viel Luft, Endet mittellang und leicht bitter. Mit Luft wird er runder und runder.
Aalto 2009: Platz 2. Dicke fett Brombeeren, Kaffee, Cassis, Lakritz, herrliche Fülle. Florale Noten, moderner Touch, aber ein Gaumenschmeichler erster Güte!
Arzuaga Reserva 2011: Platz 1. Schwarze Beeren, Lakritz, Schwarztee, Schokopulver, mineralisch, Blutorangen. Langes Finale. Landete ganz knapp vor Aalto 2009 auf Platz 1.
Hacienda Monasterio Reserva 2012: Platz 7. Sirupig, dickflüssig, Schwarztee, Kaffee, Wundsalbe, sehr alkoholisch.
Alion 2014: Platz 4. Schwarzwäldertorte in flüssiger Form. Seidig, aristokratisch, gross!
Llanos del Almendro 2005, Dominio de Atauta: Platz 8. Marzipan, Pistazien, Schokostreusel, Jasmin. Parfümiert, aber cremig und weich.
Garmón 2015: Platz 11. Dropsig, schwarze Beeren, leichter Fehlton, Schokolade, zehrt am Gaumen aus.
Alonso del Yerro Maria 2004: Platz 12: Zwetschgen, Blutorangen, Heidelbeerjoghurt, die Säure ist zu brachial.
Montecastro Reserva 2010: Platz 10. Animalisch, Kaffee, Brombeeren, rund, nicht sehr vielschichtig.