Donnerstag, 2. April 2026: Ai like Ostern – aia – aja – aya – aia popaja

Getrunkene Weine:

2019 Blanc de Blancs A/19 Extra-Brut, Champagne Ayala:
100% Chardonnay. Zitrusnoten, dezent blumig, am Gaumen nicht wirklich intensiv, fast süssliches Finale. Am Ende fehlt der letzte Kick

2023 Pleo Gavi, La Raia (Piemont, Italien):
Würzig, blumig, Steinobst und Zitrusfrucht, mit frischer Säure, leicht süsslich, mineralisches Finale.

2019 Riesling Kirchberg GG, Heymann-Löwenstein (Mosel, Deutschland):
Honig umgarnt Weinbergspfirsich, dazu reifes Obst in Hülle und Fülle. Für einen Moselaner fast ungewohnt gewichtig, doch die lebhafte Säure bringt alles elegant ins Lot. Langes, mineralisches Finale.

2017 Gaia Clare Valley, Grosset (Clare Valley, Australien):
Zuviel Karamell, kompottig, zu rund – etwas mehr Ausstrahlung hätte nicht geschadet.

2021 La Viña de Amaya Viñas Viejas, Rodriguez Sanzo (Toro, Spanien):
Schwarzäldertorte, Kakao – die Süsse und die Tannine reden aneinander vorbei. Ein Schuss Lackstich wirft im mittellangen Abgang die Augenbraue hoch.

2019 Cayas Réserve Syrah, Jean-René Germanier (Wallis, Schweiz):
Balsamisch, pfeffrig, süsse Brombeeren, rund und samtig – hier gähnt nichts, alles tanzt. Langes Finale, das einem nachwinkt.

2005 Vacqueyras Réserve,  Château des Tours (südliche Rhône, Frankreich):
Eukalyptus, Blutorange, Blut, Oliven, Himbeeren – ein sinnlicher Wirbelsturm in der Nase. Mineralisch, erdig, magisch, mit einem seidigen Finale, das scheinbar nie enden will. Mehr als ein Hauch Rayas.

2018 Terreus Paraje de Cueva Baja, Bodegas Mauro (Castilla y León, Spanien): Schwarze, pralle Frucht, dunkle Schokolade, ein Hauch Laktik – dicht und konzentriert, mit der Wucht eines Grizzlys auf Beutezug, dabei vollmundig und ultralang wie ein Kraftpaket in Samthandschuhen.

2005 Il Blu, Brancaia (Toskana, Italien):
Hier hat Maggi die Überhand gewonnen und spielt seine Dominanz gnadenlos aus: Alles ausser Maggi muss man erahnen – deshalb ab in den Ausguss.

2018 Magari Ca’Marcanda, Gaja (Toskana, Italien):
Einer der schlimmsten TCA-Fälle in der Weinclub-Geschichte – selbst das Glas musste danach in Quarantäne, so schrecklich roch es nach Kork.

1999 Lupicaia, Castello del Terriccio (Toskana, Italien):
Noch erstaunlich fit, mit Lakritz, Cola, Kaffee, Tabak und Tee. Die Mischung aus Staub und Samt kitzelt angenehm am Gaumen und schickt einen verträumt auf eine kleine Zeitreise zurück ins 1999.

2017 Petraia, Uggiano (Toskana, Italien):
Nasser Hund, feuchte Efeuranken, Holz, das zu sehr im Vordergrund wildert – schwülstig und üppig, aber ohne jede Persönlichkeit.

2016 Coltassala Chianti Classico Gran Selezione, Castello di Volpaia (Toskana, Italien):
Reife dunkle Kirschen, Minze, Cola, Lakritz, Blutorange – stoffig, fleischig, mit einem Anflug an dunklen Maggiwolken. Langes Finale, das Druck macht und nicht locker lässt.

2016 Caiarossa, Caiarossa (Toskana, Italien):
Cassis, Kirschen, kräutrig, fein würzig – dichte Tannine, saftig und geschmeidig, doch mit genug Dreck unter den Fingernägeln, um bis ins lange Finale spannend zu bleiben.

1970 Barbaresco, Gaja (Piemont, Italien):
Das riecht herrlich nach Bündner Fleisch, Teer, Blumen, Blutorangen und Tabak. Ein Nebbiolo wie Mick Jagger: in Würde gealtert, aber immer noch voller Bühnenpräsenz.

2019 Sassicaia, Tenuta Sam Guido (Toskana, Italien):
Ein sehr guter Wein, auch wenn der Schatten von Sassicaia 1990 und Gaja Barbaresco 1970 lang über ihm liegt. Vornehme Zurückhaltung, Würze, Asche, Tabak, Zedernholz, am Gaumen ein Hauch von Grün. Sehr langes, prägendes Finale.

1990 Sassicaia, Tenuta San Guido (Toskana, Italien):
Seidenweich wie das Foulard meiner ersten Liebe, duftet nach italienischem Espresso, selbst Frucht zeigt noch Präsenz. Tabak schleicht sich heran, dazu Walderde, Pilz und Leder. Das ist kein Wein, das ist Erinnerung in flüssiger Form.

Donnerstag, 19. März 2026: Cabernet Sauvignon vs. Merlot

Ist es Cabernet? ist es Merlot? – das Bottle Battle – wir degustieren blind und bestimmen Rebsorte und Herkunft.

Ein genialer Abend mit einer tollen Truppe, tolle Weine, tolle Sprüche, tolle Stimmung – Die Trefferquote stand wie befürchtet beim Rebsortentip bei 50 – 50 und bei der Herkunft eher miserabel.

Degustierte Weine:

Gambarogno 2021, Bianco di Merlot, Cantina il Cavalier: Fruchtige Nase mit Zitronenzeltli; Am Gaumen Jasmin, Feuersteinzeltli, wenig Säure, wirkt eher lahm, leicht seifig.

Riesling S, Eschendorfer Lump 2019, Horst Sauer: Leuchtende Farbe, feines Grün mit Gold; die Nase zeigt leicht Petrol, Zitrone und Gras; Am Gaumen leicht Petrol, ölig, cremig, Zitrone, Gras, frisch geschnittene Stengel, Mathe, Grüntee, CO2, schöne Säure.

Tempo d’Angelus 2020, Merlot: An der Nase schwarze Früchte, Creme, Cassis, Brombeer, Minze; am Gaumen kantig, sandig, herb, Kräuter, verdeckte Frucht, leicht teerig, nicht harmonisch – Weinkeller Tip (bedeutet Meinung der Mehrzahl): neue Welt, CS

Merlot 2022, Vinobono (Michele): Die Nase freakig, rote Früchte, etwas Stall, Leder; am Gaumen wild und crazy, Thé, reife Kirschen, rote Johannisbeeren, elegant, frisch, saftig, Säure eher tief – Weinkeller Tip: Merlot del Ticino

R – Realm Cellars, Houyi Vineyard 2014: wow! Dunkle Früchte, Kaffee, Espresso, pralle schwarze Kirschen, und alles als Schnuppercreme schon in der Nase; am Gaumen dicht und cremig, harmonisch, vielschichtig, spielerisch, Kraft, Eleganz und Üppigkeit in Einem, Schokolade, Raffaello, Minze, toller geiler Wein! – unser Tip: Californien, CS

Vérité, La Joie 2008 (Sonoma County, 71% CS): Tolle tiefe Nase, dunkle Früchte, cremig, leicht Rauch und Asche; am Gaumen dunkle Früchte, balsamisch, rauchig, kalte Asche, siltige Textur der Tanine, feine frische Bitternoten, frisches Leder, schöne Säure, ein toller Wein – unser Tip: Südafrika, CS

Galatrona 2020, Petrolo (Merlot): Die Nase zeit etwas Lack, dunkle Früchte, kalter Rauch, Stengel, Grünschnitt; der Gaumen vermittelt – Männerwein -, viele Tanine, hohe Säure, streng, dunkle Kirschen, Joghurt, Waldbeeren, noch jung und unharmonisch, opulent, Zwetschgen, hat es schwierig nach den beiden Schmeichlern aus Californien – unser Tip: Italien, Merlot 4 zu 3

Buccella Merlot 2012 (Nappa): Die Nase verführt uns nach Italien mit sauren Kirschen, Wildkirschen, Brombeeren und aufblitzenden Himbeeren; am Gaumen rote Beeren, Süssholz, Joghurt, saftig, laktisch, Cassis, Brombeeren, Rauch, Speck, Schokolade – tönt zwar alles chaotisch, aber das hab ich mal der Reihe nach aufgeschrieben – unsere Tips: Herkunft aus allen Kontinenten 2-2-2-1 mit allen Traubensorten CS, Merlot 50-50

Remhoogte Reserve 2017, Cabernet Sauvignon (South Africa): Die Nase schnuppert cremig schwarze Früchte, laktisch, kalter Rauch; am Gaumen rund und toll, zwar nicht komplex aber schöner Trinkfluss, Teer, Schwarztee, Rauchnoten, leicht grün – schöön – unser Tip: Südafrika, CS

Thelema, Rabelais 2021 (Stellenbosch, CS): Die Nase zeigt Kräuter und schwarze Früchte, zugeknöpft, streng, Kaffee, laktisch, Schokolade; am Gaumen dicht und cremig, streng, schwarze Früchte, Brotrinde, Lederstring, herb – unser Tip: Frankreich, CS

Camano 1995, Tamborini (Merlot del Ticino): Aufzeichnung der Reihe nach – In der Nase Schoko, Rauch, Speck, Gummi Abrieb, Wildsau, Harz; am Gaumen schwarze Noten, Schwarztee, saftig, Jod, kaltes Blut, eisig, metallisch, Dosenwasser von Champignons, leicht grün, kühl, Graphit, angesengtes Fleisch, Bild: ‚Verkehrsunfall mit Wildsau mit viel Blut und Innereien verschlierget überall auf der Strasse‘ – Ich wollte dazu ChatGpt ein Bild erstellen lassen – Antwort: Dabei kann ich dir nicht helfen. Wenn du möchtest, kann ich dir aber gern eine weniger grafische Beschreibung erstellen, z. B. für einen Unfallbericht, eine Versicherungsmeldung oder eine neutrale Szene ohne explizite Details. – Schlusssatz K.: Ihr seit doch alles Wi – piip! – unser Tip: Herkunft alles, CS >> ChatGpt Zusammenfassung dieses Textes: “Der Wein ist sehr eigenständig, kantig und herausfordernd, eher von herber, archaischer Stilistik als von Frucht geprägt. 👉 Fazit: Kein gefälliger Wein, sondern ein polarisierendes, intensives Erlebnis – stark terroirgeprägt“.

Eiswein 2012, Cabernet Sauvignon, Anhäuser, Rheinhessen: Gold-Braune Farbe; Schnönes Nasenbild mit Honig, Apfel, gedörrten Feigen, Aprikosen, Birnen, Schwarztee und schwarze Oliven; am Gaumen bezaubernde gedörrte Birnen, Birrenweggen, saftig, nur dezent süss – macht Spass

Abschlusssatz K.: ‚Ich hab Lust zum alles Leersaufen!‘

Donnerstag, 12. März 2026: Chile

Getrunkene Weine:

2018 Riesling Geyersberg GG, Weingut Winter (Rheinhessen, Deutschland):
Ein Hauch Petrol, gelbe Frucht, freche Grapefruit. Frische Säure mit wachküssendem Biss – der Abgang: weisse Blüten, die bleiben wollen.

2017 Chardonnay Montes Alpha, Montes:
Karols Version: Reif und aromatisch mit süssem Büchsenmais, würzige Amalfizitrone, Pomelo, gelbe Fruchtreife, Birne, Creme, Butter, Vanille… Am Gaumen nur mittlere Säure, breiter Körper, bittere Zitronenwürze, Nuss und Toast im anhaltenden Finish.
Marcs Minoritätsgeschwafel: Sweet Corn, buttrig, viel Vanille, träge. Der Pfupf? War nie da.

2023 Sauvignon Blanc CIVIS, TerraNoble:
Hocharomatisch, extrovertiert: Stachelbeere, Grapefruit sowieso, etwas Honig, dazu Spargel. Das Finish leicht bitter und kurz – aber der Preis stimmt.

2005 Pinot Noir Lo Abarca Hills Vineyard, Casa Marin:
Von Bratensauce über Nagellack bis Liebstöckel – alles da. Zum Trinken allerdings nicht mehr geeignet.

2013 Montsecano Pinot Noir, Montsecano:
Ein Querkopf aus dem Casablanca Valley: schütteln, lüften, Stallnoten vertreiben – dann Bogart spielen: „Ich schau dir in die Augen, Kleines.“ Wilde Kräuter, Ross­sattel, Harz, Rauch, rote Früchte, und im Abgang: Wacholder pur.

2021 Secano Dry Farmed Syrah, Polkura:
Cassisnoten, laktisch, Rauch, weisser Pfeffer, süsslich – aber irgendwie sexy. Wärmende 15 % Alkohol, die im Abgang ein leicht brandiges Gefühl hinterlassen.

2019 Cariñena Field Blend Truquilemu Vineyard, Garage Wine & Co:
Ein Hauch Animalik pfeift durchs Glas, dazu Blutorange, ein Korb roter Beeren, dunkler Pfeffer und Holzkohle. Griffige Tannine, moderat bitteres, sehr langes Finale. Spannender Carigñan.

2012 Don Maximiano Founder’s Reserve, Errazuriz:
Früher eine Cassisorgie par excellence – heute? Everybody’s Darling, mit noblem Tabak, Rauch, Zedernholz, das ganze Aficionado-Programm. Klar, Cassis, aber auch andere dunkle Beeren, Schokolade, alles feinfühlig zusammengefügt. Hut ab!

2004 Montes Alpha M, Montes:
22 Jahre auf dem Buckel – und kein zahnloser, tattriger Greis, sondern gereift wie George Clooney. Apropos Clooney: Duft nach frischem (N)Espresso! Dazu Tabak, Lakritz, ein Hauch Rauch, Cassis, Zitrusabrieb – einfach nobel.

1991 Don Melchor Private Reserve Cabernet Sauvignon, Concha y Toro:
Packt noch etwas Cassis aus, dazu Minze, Weihrauch, Cola, Leder – nicht das noble Ding zur Maserati-Massage, eher John-Wayne-Pferdesattel. Die Länge phänomenal, die Aura immer noch da.

2018 Late Harvest Sauvignon Blanc Reserva Privada, Concha y Toro:
Fruchtsalat vom Feinsten, angeführt von Grapefruit, Mango, Pomelo. Süffigsüsse Verführung für romantische Minuten – für Stunden bräuchte es mehr als nur ein halbes Fläschchen…