Donnerstag, 27. Juni 2024: Das grosse Rebsortenrätseln: Nebbiolo, Pinot Nero, Vernatsch, Lagrein – elegante Sommerweine?

Getrunkene Weine:

2015 Riesling Kiedricher trocken, Robert Weil (Rheingau, Deutschland): Zitrusfrüchte, Grapefruit, kräutrig und mineralisch, saftig und vollmundig, fast schon cremiges, langes Finale.

Riesling brut, Emrich-Schönleber (Nahe, Deutschland): Dezent hefig, Brioche, Äpfel, Zitrusfrüchte, aber auch Himbeeren. Kräutrig und mit belebender Perlage, mittellanges Finale.

2020 Langhe Nebbiolo, Castello di Perno (Piemont): Sehr frische, fruchtige Nase mit feinem Himbeeraroma. Leicht würzig, recht saftig, nicht schwer – ein toller Sommerwein!

2019 Barbaresco, Vinchio Vaglio (Piemont): Schwarze und rote Kirschen, floral, ätherisch, am Gaumen recht streng, herbes, mittellanges Finale.

2020 Barbaresco Faset, Piercarlo-Culasso (Piemont): Eichenholzwürze, rote Beeren, Rosen und Veilchen, Salbei. Am Gaumen zugänglich, den einen zu viel Süsse im Abgang, für die andern genau die richtige Dosis.

2021 Langhe Nebbiolo Claré J.C., G.D. Vajra (Piemont): Fast wie ein Rosé, sehr viel rote Beerenfrucht, kompromisslos auf leichten Sommerwein getrimmt, inklusive ein gehöriges Mass an Kohlensäure. Muss gekühlt getrunken werden.

2020 Lagrein, J. Hofstätter (Südtirol): Auch dem einzigen Lagrein in dieser Serie tut Kühlung sehr gut. Zwetschgenkompott, Kirschen, Kaffee, auch ein Hauch von Blumen und Kräutern, am Gaumen saftig, fast schon bissig, mittellanges Finale.

2008 Barbaresco Riserva Pora, Produttori del Barbaresco (Piemont): Vielschichtig, massiv, von süssen Gebäcken bis zu reifen feinen Beeren, etwas Leder, mineralisch, auch am Gaumen konzentriert, mit adstringierenden Tanninen und einem sehr langen Abgang.

2018 Barolo, Marchesi di Barolo (Piemont): Zitrusabrieb, Blutorangen, rote Beeren, Zimt. Zugänglich, aber ungemein ausdrucksstark, lang anhaltendes Finale.

2010 Barolo Cannubi, Marchesi di Barolo (Piemont): Dörrfruchtaromen zeigen, dass dieser Lagen-Barolo ausgereift ist. Lakritz, Karamell, Zitrusabrieb, hat Grip, Volumen, bleibt aber auf der gezähmten Seite und fliesst seidig und mit Wärme den Gaumen runter.

Fazit: Lagrein: wurde sofort erkannt. Bei den Nebbiolos wurde zum Teil mit Inbrunst auf Pinot Nero getippt. Vernatsch: gab’s keinen, müssen wir mal nachholen – ich bin dann in den Ferien…

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Donnerstag, 20. Juni 2024: Die grossen Weine der Pfalz

Getrunkene Weine:

2019 Muskateller Bürgergarten, Müller-Catoir: Grapefruit, tropische Früchte, frisch, verspielt, erstaunlich gehaltvoll.

2020 Chardonnay Rosenberg, Dr. Wehrheim: Dezent toastig, füllig, Zitrusfrucht, Rauch, fein mineralisch und salziges, druckvolles Finale.

2014 Riesling Saumagen Grosses Gewächs, Philipp Kuhn: Ein Hauch von Petrol umweht die feinen Grapefruit- und Steinobstnoten. Ein komplexer Riesling, markant saftig, mit ordentlich Säure und einem langen, salzigen Finale.

2015 Riesling Forster Ungeheuer Grosses Gewächs, Von Winning: Weinbergspfirsich, Feuerstein, üppige Struktur, dennoch saftig und mit feiner Säure.

2018 Riesling Forster Ungeheuer Grosses Gewächs, Reichsrat von Buhl: Amalfi-Zitrone, kräutrig, Grapefruit. Salzige Mineralität, voller Spannung und mit belebender Säure, langes, trockenes Finale.

2010 Spätburgunder Burgweg Grosses Gewächs, Knipser: Rote Waldbeeren, Weihrauch, Pekannuss, Blutorange, Zimt Harmonisch, wunderschön gereift!

2020 Pinot Noir, Frank John: Zimtzwetschgen, reife rote Beeren, kräutrigwürzig, Waldboden. Am Gaumen etwas quer, Säure und Tannine stechen hervor, bittere Töne kommen dazu. Vielleicht bringt Zeit etwas Ordnung ins Chaos.

2020 Spätburgunder Sonnenschein Grosse Lage, Dr. Wehrheim: Bitterschokolade, dunkle reife Früchte, Blutorange, leicht laktisch, konzentriert und fein saftig, langes, würziges Finale.

2014 Pinot Noir Sankt Paul Monopol Grosse Lage, Friedrich Becker: Süsser Tabak, Waldbeeren, würzig, vollmundig und kräftig, leicht bitteres Finale.

2008 Spätburgunder Sankt Paul Monopol Grosse Lage, Friedrich Becker: Blutorangen, rote Beeren, würzig, kräutrig, Zigarrenkiste, vielschichtig. Saftig und dicht, seidig, sehr langes, plüschiges Finale. Herrlich!

1992 Rieslaner TBA Mussbacher Eselshaut, Müller-Catoir: Eistee, Rosinen, Schwarztee, Kandiszucker, verbrannter Karamell, kalter Kaffee, dazu eine Säure, die jeden Zahnschmelz vor Furcht erschauern lässt. Kurzum: geil und unique – danke, Rudi!

Abstecher in die Pfalz mit dem Weinclub im Herbst 2020

Donnerstag, 6. Juni 2024: Karol’s kühne Flaschenschau!

Vielen Dank, Karol! Es war eine spannende, relaxte Spielshow mit einem klaren Sieger: Herzliche Gratulation, Steff!

Getrunkene Weine:

2021 Riesling GG Aulerde, Groebe (Rheinhessen, Deutschland): Saftige Pfirsichfrucht, kühl und sehr trocken, messerscharfe Säure, salziges, langes Finale.

2020 Chardonnay Reserve Gerlachsheimer Herrenberg, Becksteiner Winzer (Baden, Deutschland): Büchsenmais, Banane, Zitrus, etwas viel Restsüsse im mittellangen Finale.

2015 Brunello di Montalcino, Ciacci Piccolomini d’Aragona (Toskana, Italien): Kirschkompott, Zwetschgen, Herbstlaub, rund und zugänglich. Die feine Säure verrät die Toskana als Herkunft.

2015 Cabernet Franc, Anthonij Rupert (Franschhoek, Südafrika): Schwarze Beeren, Schokolade, Harz, leicht animalisch, feine Würzigkeit. Am Gaumen rund und voll, der Abgang ist lang.

1999 Seña (Aconcagua, Chile): Animalisch, Leder, Tabak, Vanille, schwarze Früchte, ein Hauch Minze, geschmeidiges, langes Finale.

2010 Hermitage Farconnet, J.L. Chave Sélection (nördliche Rhône, Frankreich): Schwarze Beeren, ultrawürzig, Kaffee, pfeffrig, Fleisch, Blut, Lakritz. Kann nur nördliche Rhône sein! Komplex, die Tannine sind noch immer präsent, der Abgang ist sehr lang.

2006 Aalto (Ribera del Duero, Spanien): Noch immer voll fruchtig, Lakritz, Schokolade, noch voll da. Im sehr langen Abgang vielleicht eine Spur zu bitter, aber das ist Meckern auf hohem Niveau!

2011 Rioja Conde de Hervías (Rioja, Spanien): Rote und dunkle Beerenfrucht, etwas laktisch, Zedernholz, mineralisch. Am Gaumen recht streng, etwas zähnebeschlagend.