Donnerstag, 22. Januar 2026: Serie Bordeaux: St. Emillion

Das nächste Kapitel im Bordeaux starten wir auf der rechten Seite der Dordogne im St. Emillion. Die Klassifizierung ist eher schwierig nachzuvollziehen und viele Grand Cru Classé erscheinen nicht in den Top 200 der besten Bordeaux. Die meisten Premier Grand Cru Classé A und B sind jedoch dabei. Wir halten uns an die Top 200, die auch Weine enthält, die nicht klassifiziert sind:

Marc und Otti freuen sich auf ein neues Kapitel im Bordeaux und auf deinen Kellerfund!

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Donnerstag, 15. Januar 2026: JURA – frisch entkorkt und nicht gemahlen…

Getrunkene Weine:

2018 Crémant du Jura blanc brut Montboisie, Fruitière Vinicole d’Arbois:
Ein Blütenstrauss mit Tropenurlaub, der so heftig im Näschen kitzelt, dass man kurz „Allergie?“ denkt. Am Gaumen dann eher Dessertdate als Frischekick – eindeutig auf der zu süssen Seite der Versuchung.

2020 Pinot Noir Les Ratenets, Domaine Ruedin (Neuenburg, Schweiz):
Seit Tatasciore hier zaubert (2020 erstmals Chef im Weinberg), gibt’s Pinot mit Fruchtsüsse, Zimt und ordentlich Hüftschwung. Trinkt sich schneller weg, als man „Ratenets“ lallen kann.

2018 Pinot Noir Collection Signature  Elevé en Barrique, Bouvet-Jabloir (Neuenburg, Schweiz):
Üppig, glänzend, poliert wie ein Möbelstück – riecht auch genau so. Dunkle Beeren, Kräuter, fleischiger Gaumen, leicht bitteres Finale. Putzt dir den Mund wie ein Mikrofasertuch.

2018 Côtes du Jura Chardonnay Fut, Fruitière de Voiteur:
Nicht aufgefüllt, nicht geschönt – pur oxidativ. Nussig, medizinal, alles in allem okay, aber ein bisschen eindimensional; etwas mehr Dramaqueen hätte gutgetan.

1975 Château-Chalon 1er Grand Cru des Vins Jaunes, Fruitière de Voiteur.
Brennsprit meets Vanillekipferl – er tanzt kurz auf dem Tisch, klappt dann den Schirm zu und flüstert: „Wer traut sich?“

1998 Arbois Vin Jaune, Domaine Jean-Louis Tissot:
Shiitake kuschelt im Heu, Nüsse und Würze tanzen Limbo – er donnert herein und bleibt ewig, ein komplett durchgeknalltes Wein-Monster.

2012 Arbois Vin Jaune, Rolet Père et Fils:
Kuschelt sich cremig auf die Zunge, zwinkert mit Brioche-Noten und erinnert dabei heimlich an Hunter Valley-Semillon, bevor er warm und vollmundig ausrollt.

2012 Arbois Vin Jaune Arbois, Jacques Puffeney:
Ein Vin Jaune wie ein Apotheken-Konzert mit Walnuss-Soli und einem Hauch Curry-Feuerwerk – betörend anders, berauschend brillant. Mit genialer Säure schiesst das Finale heran wie stehender Applaus nach einer Geschmacksexplosion, die man nie vergisst.

2011 Vin Jaune Arbois Cuvée de la Confrérie, Lucien Aviet et Fils:
Startet mit Curry-, Nuss- und Pilznoten, Karamell und Zitrus – ein Geschmack, der sofort umarmt und nicht mehr loslässt. Enorm salzig, meistert er seine 16 % wie ein Akrobat und rast durchs Finale wie ein Bulldozer auf der Überholspur.

2011 Château-Chalon, Domaine Macle:
Riecht, als hätte sich ein Islay-Whisky heimlich als Château-Chalon verkleidet: Torfrauch, Algen, Salz – meine Güte, das ist Jura auf interstellarem Abweg. Herrlich unvernünftig und so weit weg vom Mainstream, dass der Mainstream höflich um Verzeihung bittet.

2005 Château-Chalon, Domaine Macle:
Harmonisch wie eine Ehe, die seit 60 Jahren streitet und trotzdem hält – dabei so perfekt ausbalanciert wie nur möglich. Mehr Druck als beim ersten Treffen mit den Schwiegereltern und mehr innere Spannung als ein jahrzehntelang gehütetes Familiengeheimnis.




Château-Chalon (2022)

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Donnerstag, 8. Januar 2026: Mein WOW-Wein 2025!

Getrunkene Wein:

2017 LR, Colterenzio (Schreckbichl) (Südtirol, Italien):
Das Super-Cuvée LR entfaltet sich wie ein Sonnenaufgang über Südtirol: Ananas und Mango tanzen mit Jasmin auf einer spritzigen Welle lebendiger Säure. Ein Wein, der poetisch flüstert und floral umarmt.
5 von 11 möglichen WOWS.

1995 Savennières Trie Spéciale, Domaine des Baumard, (Loire, Frankreich):
Wie ein französischer Zaubertrank: Aprikose und Litschi wandern durch honigsüsse Tiefe, begleitet von einem Hauch Tannenharz. Im Finale zwinkert ein herber Abgang schelmisch – verspielt, reif und wunderbar eigenwillig.
3 von 11 möglichen WOWS.

1998 Arte Rosso, Domenico Clerico, Piemont Italien):
Bratensauce, Sanddorn, Aceton – statt Arte nur Ärger, ein Flaschenfehler, der fies über die Zunge kratzt.
0 von 11 möglichen WOWS.

2018 Terreus Paraje de Cueva Baja, Bodegas Mauro (Spanien):
Schwarze Kirschen? Klar, hier! Bitterschokolade gefällig? Lakritz nicht vergessen, ich bin frech! Mineralische Noblesse tritt dazu, verbeugt sich und zwinkert. Komplex, aristokratisch  – kurz: ein Wein, der dir die Zunge kitzelt und das Herz stiehlt.
8 von 11 möglichen WOWS.

2000 Les Baux-de-Provence Rouge, Château Romanin, Provence (Frankreich):
Duftet fein nach Leder, Tomatenpüree und süsslichem Tee, während Kohlenrauch frech durch die Luft wabert – fast, als würden Jim Knopf und Lukas direkt an deinen Geschmacksknospen vorbeituckern.
8 von 11 möglichen WOWS.

2021 Blaufränkisch Spitzerberg 1ÖTW Kranzen, Dorli Muhr (Carnuntum, Österreich):
Ein Drittel der Trauben barfuss gestampft, rote Beeren und Blutorangen tanzen, Kräuterwürze kichert verführerisch zwischen den Zehen – das leicht salzige Finale hinterlässt einen schelmischen Pfotenabdruck.
4 von 11 möglichen WOWS.

2007 Spätburgunder trocken Ahrweiler Rosenthal, J.J. Adeneuer (Ahr, Deutschland):
Malzig, kräutrig und melassig gleitet der Ahrweiler Rosenthal über die Zunge, ergründet fleischige Tiefen, streift Rauchspeck, Pfeffer und Zimt – und dann kracht die Hammersäure wie ein Blitzschlag mitten in die Träume.
9 von 11 möglichen WOWS und damit der WOW-Wein des Abends!

2019 Vèrtebra Montsant, Terroir Sense Fronteres (Montsant, Spanien):
Der Vèrtebra entfaltet sich blumig-fruchtig, durchzogen von Kaffee und Sauerkirschen, mit einem funkelnden Streichholzflirt, der sanft an der Nase züngelt. Am Gaumen prickelt er leicht – ein neckischer Flirt, der dich streift, reizt und wieder entschwindet.
0 von 11 möglichen WOWS.

2011 Brunello di Montalcino Riserva, Le Macioche, Toskana (Italien):
Lederjacke über dunklen Kirschen, Lakritzpeitsche in der einen Hand, Tabak- und Kaffeedunst in der anderen – die Säure kitzelt wie ein cleverer Zauberspruch den Gaumen wach.
4 von 11 möglichen WOWS.

1994 Black Label Cabernet Sauvignon-Shiraz, Wolf Blass (Barossa, Australien):
Der Black Label steht im Glas wie ein alter Outback-Held: Cola und Minze im Gepäck, ein paar störrische Brombeeren in der Rüstung, Harz glänzt wie frisch poliertes Leder – kein Wein, sondern eine Legende mit Staub auf den Stiefeln.
4 von 11 möglichen WOWS.

2010 Gran Reserva 890, La Rioja Alta (Rioja, Spanien):
Der Gran Reserva 890 tritt auf wie ein selbstverliebter Spanier im Samtmantel: schwarze Beeren, Vanille und Mokka zicken sich über die Zunge, während die Erde wie ein mürrischer Butler hinterherstapft.
3 von 11 möglichen WOWS.

2006 Viña Tondonia Reserva, R. López de Heredia (Rioja, Spanien):
Ein Wein, der Geschichten kennt, die du nie ganz verstehen wirst: schwarze Kirschen, Tabak und Kaffee wie raue Umarmungen, Macchiawürze und Rosmarin tuscheln, während der alte Kellerduft über allem thront wie ein stoischer Patriarch.
3 von 11 möglichen WOWS.

2009 Family Classic Cabernet Sauvignon, Raymond (Kalifornien, USA):
Karamell, Rauch, Pfefferminze – dann ein bitteres, abruptes Finish, so schnell weg wie der letzte Keks in der Dose. Aber he: alle Raymonds sagen: WOW!
2 von 11 möglichen WOWS.

2004 Sauternes Lur Saluces, Château de Fargues (Bordeaux, Frankreich):
Safran, Sultaninen, Leim – süss und rund, wie ein Dessert, das irgendwie den Spagat zwischen Zuckerrausch und Eleganz geschafft hat.
5 von 11 möglichen WOWS.

1993 Riesling Auslese Goldkapsel Leiwener Laurentiuslay, Grans-Fassian (Mosel, Deutschland):
Eistee, getrocknete Aprikosen, typische Auslese – ohne eine einzige Falte, hat den Alterungsprozess im Gegensatz zu mir gekonnt ausgetrickst.
7 von 11 möglichen WOWS.