Donnerstag, 18. April 2024: Loire

Getrunkene Weine:

2019 Sancerre Terroir Silex, Gérard Fiou: Grasig, Paprika, Mandarinen, süffig und knackig frisch, leicht parfümiertes Finale.

2019 Sancerre Les Chasseignes, Clément & Florian Berthier: Blumenwiese, Honig, Grapefruit, Alpenheu, Feuerstein. Ölig, lebendig, der Alkohol ist nicht ohne…

2013 Pouilly-Fumé Les Lumeaux, Domaine Philippe Raimbault: Apfel im Schlafrock, Quitten, Kandiszucker, leichte Oxidationsnoten. Über dem Zenit.

2009 Chinon Les Grézeaux Cabernet Franc, Bernard Baudry: Leichte Animalik, erdig, Wacholder, Harz, Pfeffer, kräutrig, am Gaumen etwas trocken und abweisend.

2018 Chinon Clos de la Dioterie Monopole Cabernet Franc, Charles Joguet: Brombeeren, wieder Wacholder, Schokolade, Kräutermischung. Präsente Säure, ätherisches, langes Finale.

2017 Les Bornés Menetou-Salon, Henry Pellé: Braucht erstmal viel, viel Luft, um die unsauberen Düfte etwas wegzulüften. Hochmineralisch, Walderdbeeren, plötzlich laktisch. Am Gaumen fleischig, kräftig, hat enormen Druck und ein langes Finale. Mehr Jean-Paul Belmondo denn Alain Delon.

1997 Riesling Spätlese Kiedrich Gräfenberg, Robert Weil, Rheingau, Deutschland: Petrol, reife Zitrone, Zitrusabrieb, Minzkaugummi, getrocknete Aprikosen. Herrliches Süsse-Säurespiel, frisches, langes Finale. Eine herrliche Spätlese, vom Charakter her schon fast eine Auslese!

2007 Vouvray Clos du Bourg Moelleux, Domaine Huet: Getrocknete Mango und Aprikosen, Honig, Harz, Bourbon Vanille. Moderate Süsse, gute Säure, langes, leicht mineralisches Finale.

1995 Vouvray Clos du Bourg Moelleux 1ère Trie, Domaine Huet: Demerarazucker, Karamell, leicht verbrannte Mailänderli, Crème Brûlée, Rauch. Coole Säurestruktur, angenehme Süsse, langes Finale. Nach einer Stunde riecht er plötzlich wie ein firniger Burgunder…

— Pineau des Charantes Blanc, Domaine Pelletier: Eine Mischung aus Pinselreiniger, Brandy, Grappa, Cognac, das ganze mit Karamell aufgemischt. Spannend, aber schwierig.

Donnerstag, 11. April 2024: Die besten Weine unter 30 Franken!

Getrunkene Weine:

2022 Granit Garnatxa Blanca, Josep Grau (Montsant, Spanien): Birnen, Mineralität, zurückhaltende Säure.

2016 Deusyls de la Pèira, La Péira (IGP Pays d’Hérault, Frankreich): Ölig, Honig, Steinobst, Lanolin.

2020 Chardonnay Schweigen, Friedrich Becker (Pfalz, Deutschland): Unreife Ananas, weisser Flieder, Mandarinen, gute Säure.

2020 Les Ratenets Pinot Noir, Ruedin by Tatasciore (Neuenburg, Schweiz): Zwetschgen, Blutorangen, Magenbrot, hohe Fruchtsüsse.

2015 Gevrey-Chambertin Les Croisettes Vieilles Vignes, Jerome Galeyrand (Burgund, Frankreich): Sauerkirschen, Erde, würzig, leicht herbgrünes Finale. Öffnet sich mit der Luft.

2018 Tábula Ribera del Duero, Tábula (Ribera del Duero, Spanien): Viel Eichenholz, Süssholz, Zedernholz, Feigen, reife Früchte, am Gaumen alkoholisch und leicht pelzig.

2013 Mencia Reserva, Palacio de Canedo (Bierzo, Spanien): Tabak, Lakritz, dunkle Beeren, sehr würzig, ätherisch.

2019 Fore Estate Reserve Blend, Vina Robles (Kalifornien, USA): Randen, schwarze Kirschen, Vanille, Schokolade, laktisch, Schwarzwäldertorte.

2017 Cifra Cabernet Franc, Duemani (Toskana, Italien): Schwarze Früchte, Graphit, Gabazältli, fein saftig, mit langem Finale.

2018 Telmo Rodriguez Lanzaga, Bodega Lanzaga (Rioja, Spanien): Rote und schwarze Beerenfrucht, spanische Nüssli, Harz, viel Säure, recht langes Finale.

2020 Bolgheri Rosso, Le Macchiole (Toskana, Italien): Schwarze Früchte, rote Johannisbeeren. Schokolade, Lakritz, würzig, frisch und saftig, mittellanges Finale.

Donnerstag, 4. April 2024: Remember Rioja – ein Reiserückblick

Getrunkene Weine:

2021 Viura & Garnacha Blanca, Miguel Merino: Bemerkenswerte Frische, exotische Früchte, Honig, leicht blumig, sauber und ausgewogen, feine Säure.

2019 Viura & Garnacha Blanca, Miguel Merino: Dezent Schiesspulver, recht üppige reife Birnenfrucht, floral, Honig, herrlich salzig.

2019 Blanca del Castillo de Cuzcurrita: 100% Viura. Reife Zitrusfruchtnote, Kräuter, dezent toastig. Nobel, konzentriert, erinnert am Gaumen fast an einen Sauvignon Blanc, der Abgang ist mittellang.

2005 Viña Tondonia Blanco Reserva, López de Heredia: Leicht nussig, Karamell, Kandiszucker, Lindenblüten. Frische forsche Säure, sehr langes Finale. Eine Weinwelt für sich, diese Viña Tondonias!

2009 Viña Tondonia Rosado Gran Reserva, López de Heredia: Himbeeren, Korinthen, Tee, Orangenschale, balsamisch. Präsente Säure, nussiges, sehr langes Finale. Ein Rosé wie von einer anderen Welt!

2001 Rioja Reserva, Marqués de Cáceres: Kaffee, Süssholz, Speck, am Gaumen animalisch, pilzig, auszehrend. Zenit überschritten.

2017 Vivanco Reserva, Bodega Vivanco: Laktisch, schwarze Früchte, etwas Vanille. Poliert, rund, modern, hat aber Kraft.

2019 Solomazuelo, Arizcuren: Fruchtbombe. Laktisch, süsslich, mit etwas zu dominanter Säure, mittellanges, leicht bitteres  Finale.

2021 Ahari, Oxer Bastegieta: Üppig, viel Lakritz, Linseneintopf, rote Kirschen, würzig. Geschliffen und konzentriert, aber mit extremem Druck im langen Finish. Das Label ist eine Anspielung auf Picassos «Guernica».

2022 Paraje El Bardallo, Jose Gil: Extrem fruchtig – macération carbonique?! Himbeerzältli, Lakritz, blutjung, präsente Säure, druckvolles, recht langes Finale.

2018 Rioja Gran Reserva, Miguel Merino: Noch sehr von Toastnoten dominiert, dahinter aber noble rote Frucht, fein balsamisch, dunkle Schokolade, Lakritz, Mandarinen. Harmonisch durch und durch, seidig und schmelzig – betörend!

2015 Marqués de Murrieta Gran Reserva, Finca Ygay: Dumpf, riecht nach Nagellack, am Gaumen pelzig und zehrend, definitiv ein Flaschenfehler.

2020 Quintanilla Single Plot Wine, Artadi: Kaffee, Zimt, dunkle Frucht, Zitrusabrieb, nobel und fein, laktisch, am Gaumen Tonkabohnen, sehr langes, druckvolles Finale.

2004 Dalmau, Marqués de Murrieta: Finessenreich, schwarze Frucht, Schokolade, Tabak, Lakritz, Blutorange. Feinste Mineralität, saftig, sehr langes, dezent minziges Finale.

2016 Tilo, Castillo de Cuzcurrita: Rauchig, Schokolade, dunkle Früchte, fein balsamisch. Am Gaumen sehr saftig, rund, nobel, langer Abgang.

2006 Viña Tondonia Reserva, López de Heredia: Subtile Schönheit, Blutorange, Vanille, klassisch Rioja, wirkt noch sowas von frisch!

2007 Viña Tondonia Reserva, López de Heredia: Breiter als der 2006er, aber vielleicht etwas weniger finessenreich. Vanille, Leder, Rauch, Minze, am Gaumen seidig und kräutrig.

2011 Rioja Gran Reserva 904, La Rioja Alta: Nach dieser Wahnsinnsserie, die bei Merinos genialem Gran Reserva begann, hat es der 904, notabene aus einem nicht einfachen Jahr, etwas schwer. Aber mit einem Schwall aus Kokosnuss, Vanille und Eiche umgarnt er (fast) alle Weinclübler mit links.

1993 Viña Ardanza Reserva, La Rioja Alta: Moschus und Lackmus, etwas muffig, Waldboden, Leder, viel Tabak. Klingt irgendwie übel, war es aber überhaupt nicht; im Gegenteil:  es war ein wunderschöner Abschluss eines Wahnsinns-Abends. Danke allen für diese tolle Rioja-Serie!