Wir probieren alle neuen Jahrgänge des Brunello Weingutes Collemattoni und ihr ergänzt die Runde mit einem gereiften Brunello di Montalcino.
Die Geschichte begann mit der Weindegustation bei Globalwine mit René, Karol und mir – für uns war der Brunello von Collemattoni der beste Wein des Abends. Dieses Weingut mussten wir also mit dem Weinklub besuchen. Flurin ist es zu verdanken, dass Collemattoni nun neuer Partner von Vinotti ist und ich neu Collemattoni in der Schweiz vertreten darf. Ich brauche nun eure profesionelle Fachmeinung für meinen ersten Einkauf.
Wer begleitet uns durch den aussergewöhnlichen Brunello Abend?
Info Degu K&K: Das Balkanteam Andi und Flurin haben den Abend auf den 1. Oktober verschoben.
Der Weinclub bei Collemattoni – Liegt der Erfolg an der phantastischen Höhenlage mit Blick auf Argiano, an den sympatischen Mädels oder am Ausbau in grossen Fässern – oder alles & mehr
2019 Grüner Veltliner Federspiel Terrassen, Domäne Wachau: Einfach, süffig, Steinobst, etwas Salz. Macht keine grosse Sache daraus – und das ist hier völlig in Ordnung.
1986 Clos René: So fürchterlich korkig, dass die Gläser bei den nächsten Weinen vor Angst klirren.
1995 Château Nenin: Kalter Rauch, kaltes Leder, Tomatenmark, Pfeffer, Eisenstaub. Riecht nach dem Inhalt einer schlecht gelaunten Werkzeugkiste und schmeckt leider auch ein bisschen danach.
2003 Château La Pointe: Dunkle Beeren, Zwetschgen, Kaffee, Pfeffer – rund, weich und ziemlich gemütlich. Ein 2003er wie aus dem Liegestuhl: warm, entspannt und nicht gerade auf der Suche nach neuen Herausforderungen.
2002 Château La Grave à Pomerol: Modern, pflaumig, Blaubeeren, samtig. Kein grosser Pomerol – aber einer, der ziemlich genau weiss, wo der Barthel den Bordeaux holt.
2016 Château du Domaine de l’Eglise: Warm, pflaumig, laktisch, rund – und hinten kommt noch etwas Grünzeug um die Ecke. Aber Substanz hat er, und davon nicht zu knapp.
2018 Château La Croix Pomerol: Anfangs nasses Fell und Zwiebel – und dann plötzlich die Metamorphose: hochmineralisch, breit und lang, mit griffigem Tannin. Was da in den ersten Minuten aus dem Glas kam, war später kaum noch derselbe Wein – quasi vom nassen Dackel zum Vollbluthengst.
2019 Château Rouget: Viel neue Eiche – anfangs eher Möbelhaus als Pomerol. Dazu Cassis ohne Ende, fast wie ein chilenischer Rotwein. Mit etwas Luft wird aus dem Möbelhaus langsam wieder Wein.
2022 Right Bank Bordeaux: Fast gekochte Frucht, Schokolade, laktisch – zunächst eher Wellnessbereich als Bordeaux. Und dann plötzlich: kühle Mineralik. Rettung in letzter Minute.
2022 Château La Croix St. Georges: Grenzt an Le Pin – und kostet ungefähr so viel wie dessen Korkenzieher. Rund, weich, toastig und mit einem ellenlangen Finale. Nicht Le Pin. Aber bei dem Preisunterschied muss er das auch nicht sein.
2014 Château Certan de May de Certan: Leichte Animalik, Sauerkirsche, Rauch – dann geht der Aromenbogen plötzlich weit auf: Cassis, Pflaume, immer neue Facetten. Mit Abstand der beste Wein des Abends.
1976 Riesling Beerenauslese Hochheimer Hölle, Weingut Rebenhof: Crème brûlée, Tee – und eine chemische Note, die sich seit 1976 offenbar häuslich eingerichtet hat. Schade, denn der Rest hätte durchaus Charme.