Edlich! Das Weibaugebiet Loire – mit seinen tollen und schrägen Weinen ist gefragt. Für die einen Qual, die anderen Wahl – was für ein Typ bist du? und weches ist dein Lieblingswein?
Sancerre, Pouilly fumé, Vouvray, Chinon oder Menetou-Salon?
Die Freude ist gross! und die Weine so vielseitig wie letztes Jahr das Wetter 😉
2019 Bourgogne Côte d’Or Vieilles Vignes, Domaine Rémi Jobard: Ein Bourgogne mit Feuer unter der Haube. Leicht rauchig, blumig, knackig und von feiner Säure getragen.
2016 Bourgogne Champ Perrier, Domaine Tessier: Bourgogne ohne Lametta. Zarte Frucht, frisch und mit öliger Textur – alles sitzt, nichts drängelt.
2016 Meursault, Domaine Tessier: Meursault, aber ohne den üblichen Speck. Fein, geradlinig und mit einer taffen Säure, die den Jahrgang ziemlich deutlich unterschreibt.
2015 Meursault Les Casse-Têtes, Domaine Tessier: Nicht gerade auf Diät – 2015 zeigt sich von seiner üppigen Seite. Kandierte Zitrusfrucht, Apfel und reife Fülle, hinten raus schön kreidig.
2008 Puligny-Montrachet, Louis Carillon & Fils: Der Kalender sagt 2008. Das Glas widerspricht. Mandarinen, feines Holz und ein Hauch Mandeln, dazu eine Säure mit erstaunlich viel Pfeffer.
2019 Chassagne-Montrachet 1er Cru En Caillerets, Sylvain Morey: Dieser Chassagne trägt sein Holz ziemlich selbstbewusst vor der Hütte. Rund, schmeichlerisch und charmant – mit einem kleinen Hang zur Üppigkeit.
2015 Chassagne-Montrachet Premier Cru Les Vergers, Philippe Colin: Weniger Frucht, mehr Persönlichkeit. Moos, florale Würze und ein Hauch Rauch – dieser Chassagne erzählt seine eigene Geschichte.
2024 Meursault Les Malpoiriers, Domaine Chapelle & Fils: Jung, verschlossen und noch nicht ganz auf Sendung. Granny Smith und Feuerstein sind da, der Gaumen wirkt allerdings (noch) etwas unter Strommangel.
2022 Meursault Vieilles Vignes, Domaine Guy Bocard: Erster Eindruck: Haben Hefe und Apfel einen schlechten Tag? Dann kommt Luft ins Spiel – und der Meursault findet plötzlich zu sich.
2014 Meursault Vieilles Vignes, Xavier Monnot: Schon farblich eher Endzeit als Meursault. Karamell und Oxidation liefern sich einen offenen Schlagabtausch – der Wein verliert.
2000 Meursault Premier Cru Perrières, Bouchard Père & Fils: Apfel im Schlafrock, Honig und ein bisschen Nuss. Dieser Premier Cru hat sich hier sehr gemütlich eingerichtet – herrlich gereift und mit ordentlich Schmelz.
1991 Meursault Les Casse-Têtes, Poulet Père & Fils: 35 Jahre und noch fit wie ein Turnschuh. Vanillecreme, Tarte Tatin und eine Säure wie aus dem Lehrbuch – Hochgenuss mit Altersbonus.
2023 Ladoix Les Vris, Domaine Chapelle & Fils: Nach all diesen Weissen ist dieser Rote fast schon ein Schock. Passt zwar nicht wirklich, kommt aber gerade recht, bevor der Magen noch saurer wird.