Mit Inselweinen aus dem Mittelmeer beenden wir den Sommer – welchen Wein von der Insel nehmen wir mit auf die Insel? Zeig uns deinen Lieblingswein von der Insel – ist er von Sizillien, Sardinien, Korsika, Mallorca, Menorca, Zypern, Paros, Lespos oder darf es kleiner sein. Wir lassen uns überraschen!
2019 Grüner Veltliner Federspiel Terrassen, Domäne Wachau: Einfach, süffig, Steinobst, etwas Salz. Macht keine grosse Sache daraus – und das ist hier völlig in Ordnung.
1986 Clos René: So fürchterlich korkig, dass die Gläser bei den nächsten Weinen vor Angst klirren.
1995 Château Nenin: Kalter Rauch, kaltes Leder, Tomatenmark, Pfeffer, Eisenstaub. Riecht nach dem Inhalt einer schlecht gelaunten Werkzeugkiste und schmeckt leider auch ein bisschen danach.
2003 Château La Pointe: Dunkle Beeren, Zwetschgen, Kaffee, Pfeffer – rund, weich und ziemlich gemütlich. Ein 2003er wie aus dem Liegestuhl: warm, entspannt und nicht gerade auf der Suche nach neuen Herausforderungen.
2002 Château La Grave à Pomerol: Modern, pflaumig, Blaubeeren, samtig. Kein grosser Pomerol – aber einer, der ziemlich genau weiss, wo der Barthel den Bordeaux holt.
2016 Château du Domaine de l’Eglise: Warm, pflaumig, laktisch, rund – und hinten kommt noch etwas Grünzeug um die Ecke. Aber Substanz hat er, und davon nicht zu knapp.
2018 Château La Croix Pomerol: Anfangs nasses Fell und Zwiebel – und dann plötzlich die Metamorphose: hochmineralisch, breit und lang, mit griffigem Tannin. Was da in den ersten Minuten aus dem Glas kam, war später kaum noch derselbe Wein – quasi vom nassen Dackel zum Vollbluthengst.
2019 Château Rouget: Viel neue Eiche – anfangs eher Möbelhaus als Pomerol. Dazu Cassis ohne Ende, fast wie ein chilenischer Rotwein. Mit etwas Luft wird aus dem Möbelhaus langsam wieder Wein.
2022 Right Bank Bordeaux: Fast gekochte Frucht, Schokolade, laktisch – zunächst eher Wellnessbereich als Bordeaux. Und dann plötzlich: kühle Mineralik. Rettung in letzter Minute.
2022 Château La Croix St. Georges: Grenzt an Le Pin – und kostet ungefähr so viel wie dessen Korkenzieher. Rund, weich, toastig und mit einem ellenlangen Finale. Nicht Le Pin. Aber bei dem Preisunterschied muss er das auch nicht sein.
2014 Château Certan de May de Certan: Leichte Animalik, Sauerkirsche, Rauch – dann geht der Aromenbogen plötzlich weit auf: Cassis, Pflaume, immer neue Facetten. Mit Abstand der beste Wein des Abends.
1976 Riesling Beerenauslese Hochheimer Hölle, Weingut Rebenhof: Crème brûlée, Tee – und eine chemische Note, die sich seit 1976 offenbar häuslich eingerichtet hat. Schade, denn der Rest hätte durchaus Charme.
Domaine Guichard, Müller Thurgau 2023, Knonau: Kräftige Nase mit Birnen und Wiesenblumen; am Gaumen kräftig mit Schmelz und Holz, astringierend, reduktiv, und Tanin.
Jürg Marugg, Sunnaberg Chardonnay 2022, Fläsch: Kräftige Nase mit Zitrusfüchten, Blüten und Lindenblüten; am Gaumen Lindenblüten, Zitrus, Milchkaffee, mundfüllend, agressive Säure, herb, leicht grün und salzig.
Donatsch, Completer 2009, Malans: Die Nase offenbart Lindenblüten, Honig und feine Vanillecreme; den Gaumen füllend mit Lindenblüten, cremig, schöner Säure, ganz gross!
Schlossgut Bachtobel, No3 2021: Die Nase zeigt eher verdeckte Füchte von Brombeeren, Kirschen und Caramel; am Gaumen viel Holz, kraft, dunkle Beeren, Tanin und verschlossen.
Broger, Ottenberg, Alte Reben 2020: Tolle Nase, schwarze Früchte, schwarzer Holunder; fülliger Gaumen, warm, Schwarz, Wildkirschen, Campari, tänzerisch.
Markus Ruch, Klettgau Pinot Noir 2022: Die Nase zeigt Schoggi, dunkle Beeren, warme Frucht und Rauch; am Gaumen schwarze Früchte, 99% Schokolade, Tanin, Bitterkeit, wird kontrovers beurteilt.
Bechtus, Grand Cru Eglisau, Pinot Noir 2022: Die Nase mit Caramel, Vanille und Röstaromen; am Gaumen Kirschen und dunkle Früchte, polarisiert.
Bachmann, Pinot Noir Reserve 2022, Zürichsee: Anspringende Nase mit dunklen Früchten und Espresso; am Gaumen schwarze Früchte, Kaffee, Holz, Blutorangen, polarisiert.
Element 5 2011: Die Nase mit warmen dunkelroten Früchten, Caramel, laktisch; am Gaumen dunkle Früchte, Rauch, grüne Aromatik, Tanin.
Domaine Guichard, Cabernet Dorsat – St. Laurent 2023, Knonau: uuuuiii, süsser Cassis und Traubensaft in der Nase; am Gaumen trocken, – speziell – interressant – spannend – :-), traubig, Kirschen, Kräuter, Tabak, Appenzeller Alpenbitter …