Den kräftigen Gevrey Chambertin haben wir bereits probiert – Nun vergleichen wir die letzten Gemeinden im Norden der Cote de Nuits rot und weiss. Willst du einen 99 Pkt. Marsannay probieren? Spannender geht es nicht!
Mark und Otti freuen sich auf Dich und deine Spezialität!
Ist es Cabernet? ist es Merlot? – das Bottle Battle – wir degustieren blind und bestimmen Rebsorte und Herkunft. Wir erhöhen den Schwierigkeitsgrad und lassen auch Cuvé zu mit mindestens 80% CS oder 80% Merlot.
Ein genialer Abend mit einer tollen Truppe, tolle Weine, tolle Sprüche, tolle Stimmung – Die Trefferquote stand wie befürchtet beim Rebsortentip bei 50 – 50 und bei der Herkunft eher miserabel.
2018 Riesling Geyersberg GG, Weingut Winter (Rheinhessen, Deutschland): Ein Hauch Petrol, gelbe Frucht, freche Grapefruit. Frische Säure mit wachküssendem Biss – der Abgang: weisse Blüten, die bleiben wollen.
2017 Chardonnay Montes Alpha, Montes: Karols Version: Reif und aromatisch mit süssem Büchsenmais, würzige Amalfizitrone, Pomelo, gelbe Fruchtreife, Birne, Creme, Butter, Vanille… Am Gaumen nur mittlere Säure, breiter Körper, bittere Zitronenwürze, Nuss und Toast im anhaltenden Finish. Marcs Minoritätsgeschwafel: Sweet Corn, buttrig, viel Vanille, träge. Der Pfupf? War nie da.
2023 Sauvignon Blanc CIVIS, TerraNoble: Hocharomatisch, extrovertiert: Stachelbeere, Grapefruit sowieso, etwas Honig, dazu Spargel. Das Finish leicht bitter und kurz – aber der Preis stimmt.
2005 Pinot Noir Lo Abarca Hills Vineyard, Casa Marin: Von Bratensauce über Nagellack bis Liebstöckel – alles da. Zum Trinken allerdings nicht mehr geeignet.
2013 Montsecano Pinot Noir, Montsecano: Ein Querkopf aus dem Casablanca Valley: schütteln, lüften, Stallnoten vertreiben – dann Bogart spielen: „Ich schau dir in die Augen, Kleines.“ Wilde Kräuter, Rosssattel, Harz, Rauch, rote Früchte, und im Abgang: Wacholder pur.
2021 Secano Dry Farmed Syrah, Polkura: Cassisnoten, laktisch, Rauch, weisser Pfeffer, süsslich – aber irgendwie sexy. Wärmende 15 % Alkohol, die im Abgang ein leicht brandiges Gefühl hinterlassen.
2019 Cariñena Field Blend Truquilemu Vineyard, Garage Wine & Co: Ein Hauch Animalik pfeift durchs Glas, dazu Blutorange, ein Korb roter Beeren, dunkler Pfeffer und Holzkohle. Griffige Tannine, moderat bitteres, sehr langes Finale. Spannender Carigñan.
2012 Don Maximiano Founder’s Reserve, Errazuriz: Früher eine Cassisorgie par excellence – heute? Everybody’s Darling, mit noblem Tabak, Rauch, Zedernholz, das ganze Aficionado-Programm. Klar, Cassis, aber auch andere dunkle Beeren, Schokolade, alles feinfühlig zusammengefügt. Hut ab!
2004 Montes Alpha M, Montes: 22 Jahre auf dem Buckel – und kein zahnloser, tattriger Greis, sondern gereift wie George Clooney. Apropos Clooney: Duft nach frischem (N)Espresso! Dazu Tabak, Lakritz, ein Hauch Rauch, Cassis, Zitrusabrieb – einfach nobel.
1991 Don Melchor Private Reserve Cabernet Sauvignon, Concha y Toro: Packt noch etwas Cassis aus, dazu Minze, Weihrauch, Cola, Leder – nicht das noble Ding zur Maserati-Massage, eher John-Wayne-Pferdesattel. Die Länge phänomenal, die Aura immer noch da.
2018 Late Harvest Sauvignon Blanc Reserva Privada, Concha y Toro: Fruchtsalat vom Feinsten, angeführt von Grapefruit, Mango, Pomelo. Süffigsüsse Verführung für romantische Minuten – für Stunden bräuchte es mehr als nur ein halbes Fläschchen…