Chile at his best! Schon lange ist es her und der Wunsch gross nach schönen chilenischen Weinen! Lets go to the Chilä !!
Marc und Otti freuen sich auf Dich und deine Auswahl!!

Chile März 2023
Getrunkene Weine:
2019 Riesling Gottesfuss Alte Reben GG, Van Volxem:
120 Jahre alte wurzelechte Reben. Was für ein genialer Riesling! Edel, ohne angeberisch mit Fruchtsalven und Holz um sich zu werfen. Füllt den Raum, ohne sich anzubiedern. Jetzt gross. Morgen auch. In zehn Jahren erst recht.
1995 Château La Dominique:
Balsamische Würze, Leder und Lavendel. Im Nachhall lakritzig, schlank, leicht zehrend.
1998 Château La Tour Figeac:
Reife Früchte, balsamisch, Hauch von Efeu. Leicht grünes, mittellanges Finale. Ein Wein, dessen Duft mehr verspricht, als der Gaumen liefert.
2004 Château Quinault l’Enclos:
Umami, Schokolade, Lakritz, Waldboden und Kiefernadeln. Weit, vielleicht schon am Limit.
2006 Château Quinault l’Enclos:
Laktisch, schwarzbeerig, mit Noten von Kaffee und Nusshäutchen – saftig, zugänglich, ein Wein, der den Gaumen sanft füllt.
2000 Château Pavie Macquin:
Fruchtkompott, Tomatenmark, zerbrochene Schellackplatte, Blutorangen, Zedernholz, Tabak, Schokopulver. Klingt nach Chaos – schmeckt aber überraschend fein und könnte locker als Barossa-Shiraz durchgehen.
2003 Château Figeac:
Kaffee und Waldbeeren, durchzogen von Lanolin und einem Hauch Animalik, dazu ein Flüstern von Harz und überraschender Ameisenhaufen-Würze. Vollmundig, mit pelzigen Tanninen, die über die Zunge kriechen, und einem Abgang, der sehr lange nachklingt.
2005 Château Rol Valentin:
Schwarze Kirsche, Lakritz, Gewürze und ein Hauch Weihnachtsbäckerei – noch grün hinter den Tanninohren und etwas kantig. Mal sehen, wohin das Erwachsenenleben führt.
2011 Château Cote de Baleau:
Schwarze, etwas freudlose Frucht, Tabak, Kaffee und viel Grünzeug. Staubig, herb und leicht bitter – mehr mürrisch als spannend.
2015 Château Faugères:
Dunkle Beeren, Cassis, Lakritz, etwas Mandarine und ein laktischer Touch. Dicht und zupackend – die 15 % wärmen wie ein kleiner Heizlüfter.
2018 Château Trianon:
Schwarze Frucht, Tabak, vanilliertes Holz und ein kleines Feuer auf der Zunge. Dicht und geschniegelt – Charakter eher dünn gesät.
1976 Bordeaux Blanc doux, Maison A. de Luze:
Boskop, Kandiszucker, Vanille und ein bisschen alter Schrankduft, mit Safran in den Ecken. Wenig Süsse, versteckte Säure – naja, die besten Zeiten sind vorbei.

Getrunkene Monster:
2022 Chardonnay Réserve Cuvée Les Chipres en Vent, Domaine Grillette (Neuenburg, Schweiz):
Schon beim ersten Hineinriechen ein Parfum aus Agrumen, Vanille, Butter und einem Hauch von künstlichem Wachs. Vollcremig und weich, mit eher zurückhaltender Säure. Röstaromen blitzen kurz auf und bringen Spannung – doch der Abgang verschwindet schneller, als man erwartet hätte.
2018 Condrieu Lieu-Dit Verlieu, Yves Cuilleron (nördliche Rhône, Frankreich):
100 % Viognier – und das mit Ansage. Schon die Nase fährt gross auf: Aprikosen, Vanille, Flieder, ein Hauch Ingwer und dieses tropische Hintergrundrauschen, das fast schon die Fenster öffnet. Am Gaumen kräftig und vollmundig, die Mineralik zieht durch wie ein kühler Faden im goldenen Stoff, und der Abgang hallt lange nach wie ein leises Glockenspiel in der Abenddämmerung.
2014 Malpuesto Rioja, Orben (Rioja, Spanien):
Kein Lautsprecher – eher der Denker im Raum. In der Nase schwarze Früchte, Schwarztee, Graphit und ein Hauch Soja. Am Gaumen dicht verwoben und feingliedrig, mit leicht bitterem Tannin und würzig-herbalem Nachhall.
2021 Valpolicella Superiore Morari, Torre d’Orti, (Venetien, Italien):
Kein Leichtgewicht, sondern ein Valpolicella mit ordentlich Umdrehungen. 16,5 % Alkohol – und ja, die fahren ein wie der letzte Grappa des Abends. Wärmend, fast brennend, mit leicht bitterem Zug. Da geraten Dörrfrüchte, Kiefernnadeln und Waldboden schon arg ins Hintertreffen.
2021 755mt Isola dei Nuraghi, Jankara (Sardinien, Italien):
755 Meter über dem Meer, wild und herrlich eigenwillig – so präsentiert sich dieser sardische Riese. In der Nase ein breitbandiges Potpourri aus Garrigue, Kräutern, Kirschen und Cassis. Am Gaumen blitzt frische Minze auf, der warme Abgang lässt selbst Eisblöcke schmelzen.
2016 Domaine Gourt de Mautens Rouge, Domaine Gourt de Mautens (IGP Vaucluse, Frankreich):
Ein echtes Biest im Glas: 16 % Alkohol, die schon beim ersten Schluck wie ein heisser Atemstoss einschlagen. Die Nase rotiert in einem Feuerwerk aus Dörrzwetschgen, Cola, Graphit und Teer. Am Gaumen kraftvoll, dicht. Das Finale monumental, lang – ein Wein, der alles in den Schatten stellt und dennoch aristokratisch bleibt. Extravaganz trifft auf Monsterkraft – ein französischer Wein, der – wäre er Ludwig XVI. – schreit: „L’État, c’est moi!“
2015 Châteauneuf-du-Pape Les Choregies, Clos de l’Oratoire des Papes, Ogier (südliche Rhône, Frankreich):
In der Nase ein Kompott aus dunklen Beeren, unterlegt von Gewürzen, Kaffee und Graphit. Straffe Säure, grünherbe Tannine und ein langes, bittersüsses Finale, das einen sanft, aber bestimmt auf Trab hält.
2015 Châteauneuf-du-Pape Amiral G., Château de Vaudieu (südliche Rhône, Frankreich):
Deutlich gereift. In der Nase Umami, Dörrfrüchte, Liebstöckel und Garrigue, mit Luft auch Waldbeeren und Cola. Der Alkohol spürbar, aber gut eingebettet. Langes, verführerisches Finale – ein reifer Charmeur mit südlicher Gelassenheit.
2017 Châteauneuf-du-Pape Deus Ex Machina, Clos Saint Jean (südliche Rhône, Frankreich):
Balsamisch und tiefgründig in der Nase: Lakritz, Leder, Tabak, dunkle Mineralik, dazu ein Hauch Rosinen – nichts Lautes, eher ein kontrolliertes Glühen. Am Gaumen kraftvoll und dicht gewoben, warm und samtig, doch mit Struktur. Reife Himbeeren und Kirschen treffen auf getrocknete Gewürze und Garrigue, die Tannine fein staubig, fast kalkig im Griff. Der Abgang lang, eindrucksvoll, mit würziger Tiefe. Ein Wein zwischen Präsenz und Geduld – heute schon beeindruckend, morgen vermutlich noch grösser.
2017 Chopping Block, Fulldraw (Paso Robles, Kalifornien, USA):
Dieses Etikett lügt nicht: Das hier ist ein Wein, der reinschlägt! Die Flasche schreit nach Aufmerksamkeit, der Inhalt noch mehr. Syrah, Mourvèdre und Grenache vereinen sich zu einem Trio, das vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. Brombeersirup, Lakritz, Menthol und Sandelholz explodieren auf der Zunge – ein wahres Monster, das jeden Tisch beherrscht.

