Donnerstag, 30. April 2026: Die besten Tempranillo aus aller Welt

Getrunkene Weine:

2019 Riesling Uhlen Blaufüsser-Lay GG, Heymann-Löwenstein:
Sehr blumig, Zitrus und reifer Pfirsich, dazu ein erster Hauch von Petrol – noch eher Andeutung als Statement. Mineralisch-steinig, als hätte der Schiefer hier ein eigenes Tempo entwickelt. Verspielte, aber präzise Säure, gute Länge.

2023 El Yergo Tempranillo Blanco, Paco Garcia (Rioja):
Birne, Banane, Bonbons – nach kurzer Zeit fast nur noch Birnel pur, quasi ein Bonbon, das sich ernsthaft umentschieden hat. Dezent toastig, feine Säure, mittellanger Abgang.

2019 Limite Norte Reserva Tempranillo Blanco – Maturana Blanca, Ramón Bilbao (Rioja):
Sweet Corn, Grapefruit, Birne, weisse Frühlingsblumen. Mit Luft wird er etwas besser und deutlich salziger – fast schon ein kleines Salinitäts-Experiment.

2009 Millenium Gran Reserva, Pesquera (Ribera del Duero):
Reife Banane und Vanille flirten schamlos mit Kirsche, Leder und rauchiger Erdigkeit. Am Gaumen breit, rund, mit aristokratischer Grandezza – und trotzdem so frech jugendlich, als hätte er heimlich am Jungbrunnen genippt.

2017 Viña Pedrosa La Navilla Reserva, Hermanos Pérez Pascuas (Ribera del Duero):
Kirsche und eine freche Lakritzkeule gehen auf Gewürz-Safari und überfallen dich mit mehr als nur einer Prise Maggiwürze. Am Gaumen breit, aber mit staubtrockenem Zug, der dir die Mundhöhle auswringt und sie mit rauer, leicht zehrender Strenge zurücklässt.

2009 NIC Casajús, Bodegas Casajús (Ribera del Duero):
Schwarze Früchte und rosinig gereifte Anklänge zeigen klar: kein Jungspund mehr, sondern ein gereifter Typ mit erster Patina. Ein Hauch Laktik und balsamische Tupfer geben einen modernen Twist. Am Gaumen vollmundig und mit einem druckvollen Finale, das nicht abtritt, sondern noch lange auf der Zunge nachhallt.

2005 Llanos del Almendro, Dominio de Atauta (Ribera del Duero):
Mehr Geschoss als Wein, mit einer Alkoholfaust, die dich fast aus den Schuhen hebt. Laktisch und lakritzig, dazu Sauerkirsche und Kräuter, mit zunehmender Kartonnote. Im langen Finish ringt alles mit dem Alkohol – und der setzt sich am Ende durch.

2020 Tempranillo, Weingut Hirth (Württemberg, Deutschland):
Ein Tempranillo aus D – mit mehr Ernst als erwartet. Kräutergarten, schwarzbeerig, tabakig, Schwarztee, dazu Cola und etwas zu viel Karamell. Am Gaumen rund, mit elegantem Finale – ein stimmiger Versuch mit Blick in Richtung spanische Vorbilder.

2018 Tempranillo Single Vineyard, Volver (La Mancha):
Simpel, ordentlich gemacht, aber eher die Sorte Wein, die andere vom Hocker reisst – uns nicht. Vanille, dunkelbeerig, üppig – und genau so spannungsarm, wie man es befürchtet.

2010 Toro Jaime, Bodegas Quinola (Jaime Suárez), Toro:
Rauch, Holz, schwarze Frucht, getrocknete Tomaten, Kräuter. Am Gaumen leicht brandig, mit ordentlich Druck im recht langen Finale – weiss genau, was er will, aber nicht unbedingt, wie elegant man dahin kommt.

2023 Paso Las Mañas Paraje El Chorro, Artuke (Rioja):
Derzeit noch ein Biest von Wein: hohe Säure, straff und streng – doch lässt man ihn von der Leine, zeigt er Fleisch, Kompaktheit und rote wie dunkle Beeren, später vor allem schwarze Kirschen. Am Gaumen bissig, intensiv, mit beachtlicher Länge.

2019 Whisba – Tempranillo aged 24 months in Whisky barrels, Rodriguez Sanzo (Castillo y León):
24 Monate im Whiskyfass – jetzt gibt der Tempranillo den Johnnie Walker mit Loch-Ness-Charme. Dunkle Frucht, feiner Whisky-Touch. Nach einer halben Flasche suchst du nach Nessie in deinem Glas.

2019 Astrales, Los Astrales (Ribera del Duero):
Schwarze Beeren, dezent Holz. Würzig, leicht karamellig und süsslich, ein moderner Ribera del Duero, der alle Elemente sauber zusammenführt.