Unsere Bordeauxreise macht zum zweiten mal Stop im St. Emilion.
Wir degustieren aus der Liste der Top 200 Weine aus dem Bordeaux: https://www.meinweinkeller.ch/weinclub/serie-bordeaux/
Marc und Otti freuen sich auf diesen Abend mit Dir!

Unsere Bordeauxreise macht zum zweiten mal Stop im St. Emilion.
Wir degustieren aus der Liste der Top 200 Weine aus dem Bordeaux: https://www.meinweinkeller.ch/weinclub/serie-bordeaux/
Marc und Otti freuen sich auf diesen Abend mit Dir!

Getrunkene Monster:
2022 Chardonnay Réserve Cuvée Les Chipres en Vent, Domaine Grillette (Neuenburg, Schweiz):
Schon beim ersten Hineinriechen ein Parfum aus Agrumen, Vanille, Butter und einem Hauch von künstlichem Wachs. Vollcremig und weich, mit eher zurückhaltender Säure. Röstaromen blitzen kurz auf und bringen Spannung – doch der Abgang verschwindet schneller, als man erwartet hätte.
2018 Condrieu Lieu-Dit Verlieu, Yves Cuilleron (nördliche Rhône, Frankreich):
100 % Viognier – und das mit Ansage. Schon die Nase fährt gross auf: Aprikosen, Vanille, Flieder, ein Hauch Ingwer und dieses tropische Hintergrundrauschen, das fast schon die Fenster öffnet. Am Gaumen kräftig und vollmundig, die Mineralik zieht durch wie ein kühler Faden im goldenen Stoff, und der Abgang hallt lange nach wie ein leises Glockenspiel in der Abenddämmerung.
2014 Malpuesto Rioja, Orben (Rioja, Spanien):
Kein Lautsprecher – eher der Denker im Raum. In der Nase schwarze Früchte, Schwarztee, Graphit und ein Hauch Soja. Am Gaumen dicht verwoben und feingliedrig, mit leicht bitterem Tannin und würzig-herbalem Nachhall.
2021 Valpolicella Superiore Morari, Torre d’Orti, (Venetien, Italien):
Kein Leichtgewicht, sondern ein Valpolicella mit ordentlich Umdrehungen. 16,5 % Alkohol – und ja, die fahren ein wie der letzte Grappa des Abends. Wärmend, fast brennend, mit leicht bitterem Zug. Da geraten Dörrfrüchte, Kiefernnadeln und Waldboden schon arg ins Hintertreffen.
2021 755mt Isola dei Nuraghi, Jankara (Sardinien, Italien):
755 Meter über dem Meer, wild und herrlich eigenwillig – so präsentiert sich dieser sardische Riese. In der Nase ein breitbandiges Potpourri aus Garrigue, Kräutern, Kirschen und Cassis. Am Gaumen blitzt frische Minze auf, der warme Abgang lässt selbst Eisblöcke schmelzen.
2016 Domaine Gourt de Mautens Rouge, Domaine Gourt de Mautens (IGP Vaucluse, Frankreich):
Ein echtes Biest im Glas: 16 % Alkohol, die schon beim ersten Schluck wie ein heisser Atemstoss einschlagen. Die Nase rotiert in einem Feuerwerk aus Dörrzwetschgen, Cola, Graphit und Teer. Am Gaumen kraftvoll, dicht. Das Finale monumental, lang – ein Wein, der alles in den Schatten stellt und dennoch aristokratisch bleibt. Extravaganz trifft auf Monsterkraft – ein französischer Wein, der – wäre er Ludwig XVI. – schreit: „L’État, c’est moi!“
2015 Châteauneuf-du-Pape Les Choregies, Clos de l’Oratoire des Papes, Ogier (südliche Rhône, Frankreich):
In der Nase ein Kompott aus dunklen Beeren, unterlegt von Gewürzen, Kaffee und Graphit. Straffe Säure, grünherbe Tannine und ein langes, bittersüsses Finale, das einen sanft, aber bestimmt auf Trab hält.
2015 Châteauneuf-du-Pape Amiral G., Château de Vaudieu (südliche Rhône, Frankreich):
Deutlich gereift. In der Nase Umami, Dörrfrüchte, Liebstöckel und Garrigue, mit Luft auch Waldbeeren und Cola. Der Alkohol spürbar, aber gut eingebettet. Langes, verführerisches Finale – ein reifer Charmeur mit südlicher Gelassenheit.
2017 Châteauneuf-du-Pape Deus Ex Machina, Clos Saint Jean (südliche Rhône, Frankreich):
Balsamisch und tiefgründig in der Nase: Lakritz, Leder, Tabak, dunkle Mineralik, dazu ein Hauch Rosinen – nichts Lautes, eher ein kontrolliertes Glühen. Am Gaumen kraftvoll und dicht gewoben, warm und samtig, doch mit Struktur. Reife Himbeeren und Kirschen treffen auf getrocknete Gewürze und Garrigue, die Tannine fein staubig, fast kalkig im Griff. Der Abgang lang, eindrucksvoll, mit würziger Tiefe. Ein Wein zwischen Präsenz und Geduld – heute schon beeindruckend, morgen vermutlich noch grösser.
2017 Chopping Block, Fulldraw (Paso Robles, Kalifornien, USA):
Dieses Etikett lügt nicht: Das hier ist ein Wein, der reinschlägt! Die Flasche schreit nach Aufmerksamkeit, der Inhalt noch mehr. Syrah, Mourvèdre und Grenache vereinen sich zu einem Trio, das vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. Brombeersirup, Lakritz, Menthol und Sandelholz explodieren auf der Zunge – ein wahres Monster, das jeden Tisch beherrscht.


Getrunkene Weine:
2016 Mara Martin Godello, Bodegas Martin Códax, Monterrei:
Öffnet mit runzeligem Apfel, Kamille, Blüten und einem Hauch Bätterteig sein Aromabuch – wie ein Roman, dessen spannendste Kapitel leider schon hinter uns liegen.
2023 La Llorona Godello, Veronica Ortega, Bierzo:
Der La Llorona Godello 2023 zeigt Oxidationsnoten, angeschlagenen Apfel und etwas Honig, herb, mit salzigem Finale – ein wenig unsauber wirkend, aber käme er aus dem Jura, gälte das vermutlich als Charakter.
2018 Mais Ala Godello, Xosé Lois Sebio, Valdeorras:
Startet leicht reduktiv und mineralisch, legt Honig, Blüten und saftige Mirabellen nach, wirkt konzentriert und klar fokussiert – und verabschiedet sich mit einem mittellangen Finale, das angenehm nachklingt, ohne grosses Drama zu machen.
2022 Godello, Quinta do Sil, Valdeorras:
Gibt sich modern und unkompliziert, klar auf saftige Frucht getrimmt, mit einem Hauch Zitronengras, einer fast verschollenen Säure und einem leicht bitter-salzigen Finale – mehr Alltag als Abenteuer.
2016 Louro Godello, Rafael Palacios, Valdeorras: Überrascht für den Preis mit erstaunlicher Raffinesse und zeigt sich trotz zehn Jahren auf dem Buckel noch im vollen Frischemodus – würzig, balsamisch, mineralisch und saftig.
2020 As Sortes Val do Bibei Godello, Rafael Palacios, Valdeorras:
Der As Sortes gibt sich vornehm zurückhaltend, voller Tiefe und leiser Grandezza, entfaltet nach etwas Zeit im Glas florale Noten, frisches Obst und Honig, getragen von feiner Säure und einem zartbitteren, langen Finish.
2019 Albariño Gran Vino, Pazo Barrantes, Rias Baixas:
Fängt sich nach einer ersten schwefligen Phase und zeigt dann reichlich Steinobst, etwas Wachs und frische Blüten, nuancenreich und klar konturiert, getragen von lebendiger Säure und einem wirklich langen Finale.
2020 Sketch Albariño, Raúl Pérez, Rias Baixas:
Der Sketch Albariño 2020 wirkt filigran und zugleich erstaunlich tief, salzig wie ein Spritzer Meerwasser, mit Zitrus, einem Hauch Honig und einer Säure mit ordentlich Biss – und einem Abgang, der länger anhält als mein letzter Ausgang.
2014 Seleccion de Añada Albariño, Pazo Señorans, Rias Baixas:
36 Monate auf der Hefe, reifte fünf Jahre im Edelstahltank und wurde erst 2023 abgefüllt – für einige im Weinclub der Wein des Abends (danke, Marcel!). Viel Floralität, viel Zitrus, ein Hauch Rauch, frisch wie wir ausgeschlafen, harmonisch wie ein gelungener Weinclub-Abend und mit einem leisen Riesling-Echo im Hintergrund.
2017 Wish, Xosé Lois Sebio, Ribeiro:
Der Wish 2017 bringt mehr Karamell ins Glas, als eigentlich erlaubt sein sollte, bleibt dabei erschreckend konturenlos – und verliert sich irgendwo zwischen Süsse und Langeweile.
2023 Finca el Rapolao, Dominio de Anza, Bierzo:
Kommt kernig und selbstbewusst ins Glas, dunkle Früchte, Blüten und würzige Noten stürmen wie kleine Unruhestifter nach vorn, saftig und getragen von Tanninen, die einem fast schon ein High-Five geben – und der Abgang? Der zieht so lange durch, dass man entweder noch ein Glas hinterherschiebt oder einfach gebannt sitzen bleibt und dem Wein beim Nachklingen zuhört.
2018 Valtuille Vino de Villa, Castro Ventosa, Bierzo:
Animalische Noten kämpfen mit süssen Früchten um die Vorherrschaft im Dufthimmel, während Blumen dezent im Hintergrund bleiben. Die runde Textur bringt eine unerwartete Sanftheit ins Spiel – wie ein ungehobelter Junge, dessen Hobby Origami ist.
2018 El Rapolao, Michelini I Mufatto, Bierzo:
Mufattos El Rapolao 2018 zeigt Rauch und Balsam, Kräuter, dunkle Frucht und steinige Mineralität, straff geführt von fester Säure – im langen Abgang eine feine Bitterkeit, nicht störend, sondern so selbstverständlich, als hätte sie von Anfang an zum Plan gehört.
2012 Las Lamas Bierzo Corullón, Descendientes de J. Palacios, Bierzo:
Ist mit 14 Jahren ein kleines Wunderwerk: noch immer jugendlich vibrierend, mit praller schwarzer Frucht, Blutorange und einem Feuerwerk an Gewürzen – und so lang, dass man zwischendurch vergisst, wo der erste Schluck eigentlich aufgehört hat.
2006 Riesling Beerenauslese Goldkapsel Brauneberger Juffer-Sonnenuhr, Willi Haag, Mosel:
Etwas pilzig, Wundsalbe, Rosinen, Eistee – schwerfällig wie ein Sumoringer auf Schlittschuhen

