Donnerstag, 24. September 2026: Brunello di Montalcino – Collemattoni & more

Wir probierten alle neuen Jahrgänge des Brunello Weingutes Collemattoni und ergänzten die Runde mit gereiften Brunello di Montalcino:

Champagne Guy Michel, Vinothèque 2007: Ein herrlicher reifer Champagner mit Brioche, Cremig, Birnen, Apfel, herbe Zitrone, nussig, mit einer toller Mousse.

Casteani, Serin, Vermentino, Maremma 2021: Leicht reduktive Nase, cremig, reif, Blumenwiese, zitronig mit leichter Süsse.

Collemattoni, Adone, Rosso Toscano 2022: Himbeermarmelade, rotfruchtig, Sauerkirschen, einfach, gefällig, easy drinking.

Collemattoni, Rosso di Montalcino 2024: Lebendige spielerische rote Früchte in der Nase, Blutorangen. Am Gaumen noch etwas jung mit verdeckter Frucht, Sandelholz, sandige feine Tanine, burgundisch. Toller Rosso.

Collemattoni Brunello di Montalcino 2020: Die Nase meldet dunkle Kirschen, Schwarzwälertorte, feurige und balsamische Noten. Am Gaumen saubere Früchte und schöne Struktur, edel mit Tabak.

Collemattoni Brunello di Montalcino 2021: Betörende Nase mit tiefen dunklen Früchten, Kirschen, Blutorangen. Edel und funky. Am Gaumen füllig, stoffig, edel, saftig mit feinen Taninen – lagern.

Collemattoni Brunello di Montalcino, Albori 2019: Edle zurückhaltende Nase, Tropenholz, dunkle Früchte. Am Gaumen seidenfein, gehaltvoll, vielschichtig, viel Holz, Tanin, etwas Tomatenmark, mit grossem Lagerpotential.

Collemattoni Brunello di Montalcino, Vigna Fontelontano, Riserva 2019: Die Nase offenbart Kirschen, Cola, Kokos, Zimt, Lebkuchen und Tropenhölzer. Am Gaumen viel Power, Kraft, füllig, griffig, harmonisch, tief und lang, toller Wein.

Castel Giocondo, Brunello di Montalcino 2016: Reife Brunellonase, Kirschen und Caramel. Am Gaumen schöne Reife, würzig, leicht süss, mangelt an Tiefe, Tanin.

Castel Giocondo, Brunello di Montalcino 2007, Limited 150 years Edition: Die Nase zeigt marokanische Minze, dunkel und rotbeerig, grüne frische Würze, Tabak und Edelhölzer. Am Gaumen sämig, reif, füllig, cremig, warm und mit schöner Säure.

Il Poggione Brundello di Montalcino 2008: Tolle reife Brunello-Nase, dunkle Früchte, Cola und Lakritze. Am Gaumen herb, würzig, tiefgründig, feurige Wärme, sehr schöner Wein!

Cacci Piccolomini d’Aragona, Pianrosso 2015: Warme Brunello-Nase mit dunklen Früchten; Am Gaumen würzig, balsamisch, vielschichtig, tief und griffig, ein toller Wein!

Uccelliera Brunello di Montalcino 2015: sooo schade – leicht Zapfen 🙁 aber die Nase zeigt noch dunkle Früchte und der Gaumen ist spielerisch, griffig und tief; schade

Il Marroneto Brunello di Montalcino 2013: Nun bewegen wir uns in neuen Sphären – unglaublich tolle, tiefe, breite Nase; der Gaumen offenbart grosse Tiefe, dunkle Früchte, Nussaromen, ein grosser Wein – einfach geil!

Il Marroneto Brunello di Montalcino, Madonna delle Grazie 2010: Ausserirdisch, tiefe konzentrierte Nase, Vemuth, Lakritze und Steinpilz; am Gaumen präsentiert er sich konzentriert, ein Wahnsinn, Lakritze, Leder, Mahagoni, mit viel Biss, Tanin und bleibt eeewig, Schwarz wie die Nacht, Grip, tolle Struktur und doch wie ein Samthandschuh – ausserirdisch!!

Der Weinclub bei Collemattoni – Liegt der Erfolg an der phantastischen Höhenlage mit Blick auf Argiano, am sympatischen Frauenteam oder am Ausbau in grossen Fässern – oder alles & mehr

Donnerstag, 17. September 2026: Inselweine

Getrunkene Weine:

2024 Kima Cataratto, Possente (Sizilien):
Sizilien im Streichholzmodus: Zitrus auf Melonenschnitz, herbwürzig und mit leichtem Prickeln auf der Zunge. Kein Opernstoff, aber als Aperöler gerade noch auf der Gästeliste.

2024 Quojane di Serramarrocco Zibibbo, Barone di Serramarrocco (Sizilien):
Blütenparfüm trifft Grapefruit und Kumquat – frisch, würzig, mit ordentlich Zitrus und einem Hauch zu viel aufgesetztem Charme.

2025 Lillo Grillo, Caruso & Minini (Sizilien):
Birnendrops und Ufobonbon, dazu würzige Zitrone und ein Hauch Mineralik. Aromatisch zwischen Bonbonladen und Rebberg – hinten raus übernimmt die Bittermandel das Kommando.

2020 Audarya Vermentino, Camminera (Sardinien):
Sardinien im Kräutergarten: Kamille, Macchia, Brennnessel und Zitrus – trocken und frisch, bis hinten raus einer den Kübel Akazienhonig umkippt.

2017 Cuvée Evdemon Assyrtiko, Argyros (Santorini, Griechenland):
Santorini pur: Amalfi-Zitrone, Feuerstein, Oregano und Salz, dazu eine Säure wie ein Stromschlag. 2017 auf dem Etikett, Rasierklinge im Glas – wer braucht schon Botox, wenn man Assyrtiko hat?

2020 Rosé YL Nielluciu, Yves Leccia (Korsika):
Streichholz, rote Beeren, Grapefruit und Butter – straffe Säure, balsamisches Teebaumöl. Korallenrosa, aber Stahlbeton im Rückgrat: Korsika schenkt keinen Schminkrosé ein.

2005 Terre Brune Carignano del Sulcis, Santadi (Sardinien):
Sardinien in der dunklen Ecke: Pflaumen, Rumtopf, Schokolade, Lakritze und Tabak – würzig, strukturiert und mit langem Abgang. Kein Strandurlaub, eher ein Besuch im sardischen Schwarzmarkt für Süssholz und Zwetschgen.

2001 Ribeca Perricone, Firriato (Sizilien):
Dörrfrucht, Sojasauce, Tomatenpüree und Rauchspeck – Sizilien trifft Altersheimküche. Der Ätna raucht noch, der Wein ist schon unten.

1996 Ceuso Vigna Custera, Ceuso (Sizilien):
Waldboden, Leder, Tabak, Harz und Animalik – Sizilien im Vintage-Modus, dunkle Frucht nur noch auf Stippvisite. Das Finale zehrt aus wie ein Ferienbudget am letzten Urlaubstag.

2018 Passorosso Etna Nerello Mascalese, Passopisciaro (Sizilien):
Rote Beeren, Kirschen, Tabak und Tee – klingt nach Ätna, trinkt sich aber eher wie ein Vulkan auf Stand-by. Die Säure hat heute frei, die Länge macht pünktlich Feierabend.

2015 Calderara Sottana Nerello Mascalese Etna Rosso, Tenuta delle Terre Nere (Sizilien):
Kirsche, Blutorange, Kräuter und Zimt – balsamisch, druckvoll und mit ordentlich Zug nach hinten. Der Ätna liefert: Hier wird nicht gespuckt, hier wird nachgeschenkt.

2019 Sestal, Ses Talaioles (Mallorca):
Brombeeren, dunkle Kirschen und Quittengelee – ordentlich Druck, aber etwas sperrig auf der Brust. Mallorquinischer Muskelprotz: Die Süsse ist Phantom, die Muckis sind echt.

2019 Premier Vin, Son Mayol (Mallorca):
Sauerkirsche, Pflaumenmus, Schokolade und Pfeffer – Mallorcas Antwort auf die Frage, ob Samthandschuhe auch Boxhiebe austeilen können. Modern, druckvoll und mit ordentlich Pfeffer im Hintern.

2016 4 Kilos Callet, 4 Kilos (Mallorca):
Johannisbeere, Himbeersirup, Bitterorange und Campari – rote Frucht trifft Kräuterapotheke, leichtfüssig und mit balsamischem Langstreckenlauf. 4 Kilos? Klingt nach Übergewicht, ist aber mallorquinische Leichtathletik.

2014 Gran Veran, Finca Biniagual (Mallorca):
Wenn Kokos, Karamell und Tomatenmark eine wilde Nacht verbringen, liegt am Morgen dieser Wein im Bett.

2012 Vinsanto 4 years Barrel aged, Argyros (Santorini, Griechenland):
Feigen, Datteln und Orangenschale – süsses Früchtchen mit säuerlichen Hintergedanken. Santorinische Süssholz-Affäre: erst unschuldig auf der Zunge, dann geht’s im Abgang zur Sache.

Donnerstag, 10. September 2026: Serie Bordeaux – Pomerol

Getrunkene Weine:

2019 Grüner Veltliner Federspiel Terrassen, Domäne Wachau:
Einfach, süffig, Steinobst, etwas Salz. Macht keine grosse Sache daraus – und das ist hier völlig in Ordnung.

1986 Clos René:
So fürchterlich korkig, dass die Gläser bei den nächsten Weinen vor Angst klirren.

1995 Château Nenin:
Kalter Rauch, kaltes Leder, Tomatenmark, Pfeffer, Eisenstaub. Riecht nach dem Inhalt einer schlecht gelaunten Werkzeugkiste und schmeckt leider auch ein bisschen danach.

2003 Château La Pointe:
Dunkle Beeren, Zwetschgen, Kaffee, Pfeffer – rund, weich und ziemlich gemütlich. Ein 2003er wie aus dem Liegestuhl: warm, entspannt und nicht gerade auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

2002 Château La Grave à Pomerol:
Modern, pflaumig, Blaubeeren, samtig. Kein grosser Pomerol – aber einer, der ziemlich genau weiss, wo der Barthel den Bordeaux holt.

2016 Château du Domaine de l’Eglise:
Warm, pflaumig, laktisch, rund – und hinten kommt noch etwas Grünzeug um die Ecke. Aber Substanz hat er, und davon nicht zu knapp.

2018 Château La Croix Pomerol:
Anfangs nasses Fell und Zwiebel – und dann plötzlich die Metamorphose: hochmineralisch, breit und lang, mit griffigem Tannin. Was da in den ersten Minuten aus dem Glas kam, war später kaum noch derselbe Wein – quasi vom nassen Dackel zum Vollbluthengst.

2019 Château Rouget:
Viel neue Eiche – anfangs eher Möbelhaus als Pomerol. Dazu Cassis ohne Ende, fast wie ein chilenischer Rotwein. Mit etwas Luft wird aus dem Möbelhaus langsam wieder Wein.

2022 Right Bank Bordeaux:
Fast gekochte Frucht, Schokolade, laktisch – zunächst eher Wellnessbereich als Bordeaux. Und dann plötzlich: kühle Mineralik. Rettung in letzter Minute.

2022 Château La Croix St. Georges:
Grenzt an Le Pin – und kostet ungefähr so viel wie dessen Korkenzieher. Rund, weich, toastig und mit einem ellenlangen Finale. Nicht Le Pin. Aber bei dem Preisunterschied muss er das auch nicht sein.

2014 Château Certan de May de Certan:
Leichte Animalik, Sauerkirsche, Rauch – dann geht der Aromenbogen plötzlich weit auf: Cassis, Pflaume, immer neue Facetten. Mit Abstand der beste Wein des Abends.

1976 Riesling Beerenauslese Hochheimer Hölle, Weingut Rebenhof:
Crème brûlée, Tee – und eine chemische Note, die sich seit 1976 offenbar häuslich eingerichtet hat. Schade, denn der Rest hätte durchaus Charme.

Willkommen im Pomerol!!!

Donnerstag Degustation

Donnerstag, 5 November 2026 | 19:00 – 22:00

Meinweinkeller – VINOTTI, Hegistr. 39a, Winterthur, 8404

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