Donnerstag, 11. September 2025: Die weltbesten Grenache im Vergleich

Getrunkene Weine:

2019 The Horsemen Black Rider Grenache Blanc, The Blacksmith (Südafrika): Zitrus knallt, Blumen winken, Feuerstein faucht. Ein Hauch abgebranntes Streichholz für die Dramatik, dazu die Säurepeitsche in der Hand – der Black Rider macht keine Gefangenen.

2022 Granit Garnatxa Blanca, Josep Grau (Montsant, Spanien): Lindenblüten im Haar, Pfirsich als Sidekick, Wachs als Alibi – Extraktsüsse grinst breit, während der Wein wie flüssiger Samt über die Zunge gleitet.

2019 Clos du Belvédère Châteauneuf-du-Pape, Château de Vaudieu (südliche Rhône, Frankreich): Süsse Frucht macht Rabatz, Blätterteig lugt hervor, Toast flüstert dezent, Kräuter mischen sich ein, Glamour liegt in der Luft – dieser Wein ist vollmundige Selbstsicherheit.

2016 La Viña Escondida, Canopy (Méntrida, Spanien): Rote Beeren vorn, schwarze hinten, Kräuter, Garrigue, Lakritz dazwischen. Ein Wein, der dich schlank anlächelt, während er dir heimlich den Schuh auszieht.

2017 Arioso Châteauneuf-du-Pape, Rotem & Mounir Saouma (südliche Rhône, Frankreich): Kirschen, Rauch, Zedernholz, Zigarren, Salzstangen und Blutorangen – ein Wein, der dich packt, anhält und auf eine glühend-elegante Achterbahnfahrt schickt, während er deine Sinne in Flammen setzt.

2016 Amiral G Châteauneuf-du-Pape, Château de Vaudieu (südliche Rhône, Frankreich): Wie ein Admiral auf hoher See: Rauch im Bart, Salz auf den Lippen, Pflaumen und schwarze Oliven in der Tasche. Würze im Rückenwind, das Finale segelt weiter und weiter.

2021 Grenache Blewitt Springs, MMAD Vineyard (Australien): Weniger Muckibude, mehr Opernloge: rote Frucht, Mineralität, Lakritz, feine Klinge – pures Understatement. Ein Grenache für Pinot-Nasen.

2021 La Insula Garnacha, Miguel Merino (Rioja, Spanien): Füssiges Kirschenbonbon mit Kräuterdoping und ’nem Schuss Hustensaft – kleiner Wirbelsturm im Glas, Grossalarm für die Geschmacksknospen.

2023 Suzzane Rioja, Oxer Wines (Rioja, Spanien): Sie heisst Suzzane und flüstert Melodie. Dunkle Früchte, feine Kräuter, Lakritze. Jetzt trinkbar – doch die zweite Strophe wartet noch.

2018 Señora de las Alturas, Viña Zorzal (Navarra, Spanien): Rote Beeren, Blutorangen, Asche, zarte Blumen. Elegant, lang, präzis – bereit, das Herz zu entflammen.

2016 Barrosu Riserva Franzisca Cannonau di Sardegna, Giovanni Montisci (Sardinien, Italien): Leicht unsaubere Nase, doch dunkle Beeren und würzige Noten übernehmen die Oberhand. Am Gaumen etwas sprudelig, mit austrocknendem Finale. Schlechte Flasche erwischt?

Donnerstag, 4. September 2025: Barolo & Weissweine aus dem Langhe

Degustierte Weine:

Rizzi, Alta Langa, Pas Dosé 2017: Trocken, leichte Perlage, Nusstöne, Honig und Apfel, schöne Säure. Traubig balsamisch – was immer das heisst. Ein Hauch von Holz – Nussschalen Aromen, würzige Zitrone und einige erkennen die hefige Note mit Brioche. Gefällt.

Diego Conterno, Nascetta 2020, Langhe: Maccia und herbe Blütendüfte, cemig, harmonisch, breit, wenig Säure, spannender und ungewohnter Weisswein.

Giribaldi, Barolo Riserva 2015, Cerviano Merli: Schade – er begrüsst mit Aceton. Schwarze Beeren, süssliche Birnbrotgewürze, Nelken. Am Gaumen sperriges Tanin, laktisch, kantig, angetrocknete Brombeeren, Sauerkirschen, Leder und Kräuten. Nach 24 Stunden in der offenen Flasche: Die Kanten sind gebrochen aber immer noch mit viel Tanin, rabenschwarze Früchte, Lakritz, kraftvoll, Druck und Nobless – er wird also definitv toll altern, mind. 10 Jahre warten.

Fratelli Alessandria, Barolo 2014: In der Nase Leder, feurig, Kirschen und manche riechen Tomatenmus – nicht negativ. Am Gaumen cremig mit Druck, Waldfrüchte, lang und schön.

Marchesi di Barolo, Barolo Cannubi 2010: huuiiii, ist das schön! dunkle Früchte, Trüffel, Tabak, Leder und Rosinen! Am Gaumen saftig und wieder der edle Tabak, griffige Tanine, leichte Süsse. Jetzt und die nächsten 2 Jahre toll zu trinken!

Ettore Germano, Barolo Riserva 2007, Lazzarito: ohhhhhh, was für ein Wein! Trüffel, Tabak, Leder, schwarze Früchte, Lakritz, Harz, Kräuter, Kuba Zigarre! Am Gaumen umani, balsamisch, laktisch, Schoko, Kokos, dicht mit schwarzen Früchten – einfach geil! Gehört sicher zu den tollsten Barolos im Weinkeller – ok – die Gayas ausgeschlossen.

Sant Evasio, Barolo 2003: Wir werden geerdet mit Maggi in der Nase und doch schönen dunklen Früchten. Am Gaumen Harz, Rhumtopf, schwierig, portig, viel Nuss, bleibt ewig.

Massolino, Barolo Serralung 2000: Schade, dezent Maggi stört die Nase, Tabak und schwarze Früchte. Am Gaumen kräftig – wie war das schon wieder mit ‚Schrödingers Katze‘ – tot oder nicht?

Gianni Gagliardo, Barolo 1997, Preve: Wir schnuppern Harz, Champignon, Lakritz und Liebstöckel. Am Gaumen kräftig, Kieferharz, Rauch, Power, elegante Tanine, feingliedrig und lebendig.

Josetta Saffirio, Barolo 1989: huuuuhh, ist der toll im Schuss und präsent! Dunkle Früchte, Salzstängeli, Laugenbrot, Feuerstein, Gewürze und Currykraut. Am Gaumen dunkle edle Früchte, Waldboden, Pilz, schöne stabile Säure. Toll! Danke für dieses Geschenk von Rolf und Susanne 2008.

Donnerstag, 21. August 2025: Tinto Pesquera und weisse Ribera del Duero

Die Degustierten Weine – Einstieg Riesling, Württemberg; Rieber del Duero, weiss; Rot Tinto Pesquera:

Weingut Schnaitmann, Riesling** Schnait 2008: Eine kräftige Nase, würzig, Marzipan, Ananas, Spur Petrol. Am Gaumen herrlich reif, geschmeidig, Agrumen, Ananas, schöne Säure.

Bodega Balbas, Nabal, Abillo Mayor 2022: Kräftige Nase, würzig, Vanille, reife Agrumen, Boskop und leichte animalik. Am Gaumen kräftig, würzig, Kräuter, Agrumen, Boskop, Harz, Tanin und markante Säure.

Pesquera Crianza 1989: Die Nase zeigt Röstaromen, Waldbeeren, Waldboden, Lakritz, und Cassis. Am Gaumen harmonisch, mittellang, erstaunlich präsent. Macht noch immer Freude.

Pesquera Crianza 1990: An der Nase reife Waldbeeren unterlegt mit dumpfem Waldboden – vielleicht eher Kellerboden – leicht modrig und animalisch. Schöner am Gaumen mit Druck von Waldbeeren, Saftig mit schöner Struktur. Noch gut trinkbar.

Pesquera Riserva 1993: Die Nase zeigt wieder die Keller bezw. Waldbodennote, dunkle Waldbeeren, Herbstlaub und Lakritz, vielleicht etwas matt. Am Gaumen wie verschlossen, leicht oxidiert, matt und wenig Druck. Schade.

Pesquera Crianza 2009: Immer wieder diese tollen dunklen Waldfrüchte, richtig Druck in der Nase, Kräuter und Lakritz, leicht animalisch. Am Gaumen toller Fruchtdruck, feurig und lang, Früchte fast agressiv.

Pesquera Crianza 2014: Stinkerli an der Nase, und wieder diese Waldfrüchte, die auch am Gaumen typisch und schön zur Geltung kommen. Lakritz, toller Druck, mittellang, leicht bitter und brandig?

Pesquera Crianza 2015: Die Nase zeigt einen sauberen jungen Fruchtdruck und natürlich wieder mit den tollen Waldfrüchten und Brombeerjoghurt. Am Gaumen scharfe junge Früchte, Traubenzucker, jung und agressiv. Krasser Schritt zu Jung.

Pesquera Reserva 2015: An der Nase saubere edle Frucht, Edelhölzer, toll! Am Gaumen edel, aristokratisch, mit tollem Druck. I like!

Pesquera MXI Selection de Barricas 2019: Wieder diese tollen Waldbeeren mit viel Druck in der Nase. Am Gaumen tolle dunkle Frucht, Schuss Kaffee, lang aber wenig Tiefe oder Vielschichtigkeit.

Pesquera Reserva Especial 2003: Samtige dunkle edle Früchte tänzeln in der Nase. Tropenhölzer, edel. Am Gaumen aristokratisch, elegant und viel Druck. Tief und einfach nur toll!

Pesquera Gran Reserva 2009 Millenium: huuuuuuh, diese Nase mit edlen aristokratischen schwarzen Früchten und Tropenhölzer. Am Gaumen tief und vielschichtig, dicht und samtig, schwarz wie die Nacht, aristokratisch, lang und tolle Säure. Hohe Schule! wow!

Pesquera Janus Gran Reserva 2018: was kommt nach huuuuuuh? ein hooooooo? Tolle aristokratische Creme von schwarzen Früchten und Edelhölzern. Tief und elend lang – ja wir sind noch immer bei der Nase. Am Gaumen cremig, dicht, schwarze Früchte, Tropenhölzer, etwas Joghurt, Brombeeren und etwas Caramel. Wahnsinnig! Etwas vom Besten je im Weinkeller! Danke Markus und Cornelia!

Bilder: Tinto Pesquera – Ribera del Duero