Donnerstag, 9. Oktober 2025: Franken

Was war das für ein Hammer-Frankenabend, bevor der Weinclub dann auf Schulreisli in die Toskana geht. Wir durften die Besten der Besten trinken – vielen Dank an ALLE!

Getrunkene Weine:

2019 Silvaner GG Escherndorf am Lumpen 1655, Horst Sauer:
Zitrus und Grapefruit, Mineralik dabei wie ein Hauch Sommerwind. Am Gaumen prickelt es leicht – macht trotzdem Laune auf den nächsten Schluck.

2021 Sulzfelder Silvaner Alte Reben, Zehnthof Luckert:
Frühlingsblumen im Haar, Mirabelle im Glas, Grapefruit rollt die Augen. Saftig und verspielt – ein Silvaner, der weiss, was er hat.

2023 Riesling Maustal GG, Zehnthof Luckert:
Bergamotte und grüner Pfirsich ziehen mit Muschelkalk die Geschmacksknospen glatt – ein Riesling mit Süssschmelz, der weiss, wie man Herzen klaut.

2021 Silvaner Maustal GG, Zehnthof Luckert:
Lindenblüte und Zitrusfrucht als Parfüm, passt perfekt zum aristokratisch zurückhaltenden Auftritt – Maustal Silvaner als Verführung im Flüsterton.

2021 Sylvaner Creutz ***, Zehnthof Luckert:
Der Creutz winkt charmant und sagt: „Ich bin 1870 geboren und immer noch der coolste Wein im Raum!“ Jeder Schluck sprüht vor zitroniger Frische und salziger Eleganz, während feine Tannine wie elegante Tänzer durch die Geschmackspaläste wirbeln.

2016 Es ist wie es ist, Horst Sauer:
Lindenblüten, Rauch und Kastanien geben sich die Klinke in die Hand, Eistee und Toast schauen verdattert zu. Ein typischer Franken-Weisswein? Nein, aber: Es ist wie es ist…

2017: Sulzfelder Frühburgunder unfiltriert, Zehnthof Luckert:
Kaffee, ein Hauch Karamell – warm wie eine Umarmung nach dem dritten Glas. Kein Komplexling, dafür saugemütlich.

2017 Spätburgunder Maustal GG, Zehnthof Luckert:
Black Currant, Holunder, Eukalyptus und staubige Stahlträger – klingt irre, schmeckt herrlich verrückt bis zum letzten Schluck.

2020 Spätburgunder Benediktusberg Retzbach, May:
Karamell, dunkle Frucht – rund, leicht süss und angenehm fleischig. Ein Schmeichler mit Hüftschwung.

2020 Klingenberger Spätburgunder, Fürst:
Rote Früchte im Anmarsch, Holz kuschelt mit, rund wie dein Lieblingspulli – Zunge happy, du auch.

2018 Frühburgunder R, Fürst:
Wirbelt wie ein Duft-Akrobat durchs Glas, kitzelt jede Nase und lässt die Sinne Purzelbäume schlagen. Himmel, ist das attraktiv – dieser Wein könnte glatt ein Tinder-Profil haben!

2022 Spätburgunder Hundsrück GG, Fürst:
Ein Pinot, der mit hellen und dunklen Beeren spielt, Zimt wie neckisches Glitzern über die Zunge streut und schon jetzt vor Neugier funkelt. In ein paar Jahren wird er jeden Gaumen charmant um den Finger wickeln.

2017 Spätburgunder Hundsrück GG, Fürst:
Ein Spätburgunder von majestätischer Präsenz – dunkle Früchte, Blutorange und ein Hauch Schokolade tanzen in perfekter Balance, dezent umhüllt von edlem Rauch. Ein Monument aus Eleganz und Kraft, das Weltklasse mit sinnlicher Gelassenheit buchstabiert.

Donnerstag, 2. Oktober 2025: Serie Bordeaux – Grand Cru Classé de Graves

Getrunkene Weine:

2015 Château Carbonnieux blanc: Grapefruithäutchen kitzeln die Nase, Gras und Rauch spielen Kicker, ein Hauch Lanolin guckt vorbei. Kein Nobelpreis, aber Mund frohlockt.

2016 Château Smith Haut Lafitte blanc: Oxidiert, Sherry grüsst, Bordeaux weint.

2004 Château Malartic Lagravière blanc: Apfelig, über dem Zenit, Greisenalter erreicht – nix mehr zu holen.

2006 Château Malartic Lagravière blanc: Leichter Korkton im Glas – dieser Malartic spielt fies.

1995 Domaine de Chevalier blanc: Flüssiger Oldtimer: Quitten im Handschuhfach, Lindenblüten im Rückspiegel, Wachskerze am Armaturenbrett. Gleitet wie Lanolin – geschmeidig, ölig, Türangel-Glücksmoment.

2014 Château Latour-Martillac blanc: Messerscharfe, kristallklare Säure – streng wie ein Nonnenlineal. Und doch tanzt der Wein voller Spannung über die Zunge: straff, lebendig, mit Zitrusfrische, Kräutern und mineralischer Kühle.

1967 Château Haut-Brion: Jod und Rauch in der Nase, dazu Backpflaumen, Tabak und erdige Noten. Am Gaumen reife Würze, Nüsse und die typische, subtile Tiefe eines grossen gereiften Haut-Brion. Ein Wein, der mehr erzählt, als er prahlt. Danke, Otti!

2005 Château Haut-Bergey: Sehr modern, da scheiden sich die Bordeauxgeister im Weinclub. Wirkt für die meisten überextrahiert, die Schoko-Kaffee-Samtpantoffelfans jubilieren.

2004 Château Smith Haut Lafitte: Früher laut und bissig, heute lässig und elegant: schwarze Beeren, Leder, Tabak, Zedernholz und Cola – Smith Haut-Lafitte 2004 hat jetzt Stil. Ein Gentleman mit Dampf.

1989 Château Carbionneux: 1989 – die Patina glitzert, der Schmelz flirtet. Château Carbonnieux bleibt ein alter Charmeur mit weichem Händedruck.

1995 Château Haut-Bailly: Wie ein alter Plattenspieler, der jeden Ton noch mit Seele spielt – dieser 95er flüstert Geschichten von Zigarrenlounges, alten Bibliotheken, Rosssätteln und einer Zeit, als Wein noch Charakter statt Filter hatte.

2015 Château Pape-Clément: Laktisch und süsslich wie ein Liebesbrief aus Sahne – Samt auf der Zunge, Sünde im Blick, und null Bock auf Busse.









Donnerstag, 25. September 2025: Best of Österreich

Wir haben folgende Weine degustiert:

Hirsch, Grüner Veltliner Ried Lamm 2019: Die Nase zeigt schöne reife Zitronen und Kräuter. Am Gaumen gelbe Früche, leichte Süsse, kräftig, Pfeffer, reif, schön.

Johann Donabaum, Grüner Veltliner Limitierte Edition Smaragd 2015: Kein Riedwein? Ist das ein schöner Ortswein – nein – das Weigut schreibt dazu: WEINGARTEN: Ried Spitzer Point und Ried Kirchweg – Die reifsten Trauben unserer Einzellagen Spitzer Point und Kirchweg werden in besonderen Jahrgängen streng selektioniert und separat ausgebaut. Hochreifes, konzentriertes Traubenmaterial mit geringem Anteil an geschrumpften Botrytisbeeren. Diese Qualität ist nur in außergewöhnlichen Jahren und vor allem nur in kleinen Mengen zu produzieren. – Die Nase zeigt reife Äpfel, traubig. Am Gaumen Lindenblüten, Kräuter, Kräutertee, gerösteter Toast, schöner Wein.

Neumeister, Sauvignon blanc, Moarfeitl 2001: In der Nase Honig, Lindenblüten, Caramel, Orangen, ist da etwas Lack?. Am Gaumen leider flach, kein Druck, überschmelzig, keine Säure und leider angeschlagener Apfel.

Frauwallner, Sauvignon blanc, Privat 2017: An der Nase frische exotische Früchte und Gras. Am Gaumen Stachelbeeren, Pfirsichhäutchen, mineralisch, leicht bitter, lang und saftig.

Polz, Sauvignon blanc Steirisch klassik 2000: Die Nase und der Gaumen verführt mit cremigen Agrumen, exotischen Früchten, etwas Heu, mit schöner Säure.

Hannes Reh, Unplugged X. Cuvée Rot 2015: An der Nase intensive rote Füchte, Johannisbeeren, schwarze Kirschen, rauchige Zwetschgen. Am Gaumen schwarze Früchte, Cola, Kräuter, pfeffrig, bitter, herb, zähnebeschlagend. Der Besitzer droht uns, dass noch eine weitere Flasche im Keller liegt.

Alphart, Chardonnay Privat 2023: Noch ein Privat – der Winzer erklärt: „Dieser Wein, der nur in besonderen Jahren gekeltert wird, ist die Auslese der perfekten Beeren unserer ältesten Chardonnayanlage für meine Interpretation eines langlebigen Spitzenweins“. (Florian Alphart) Er reift für mindestens 12 Monate auf der Feinhefe in kleinen Holzfässern – und anschließend noch in der Flasche. Wir degustieren: An der Nase prasselt es von verschiedensten Meinungen wie Green Apple, ufff Parfum, Waschmittel, Öpfelzeltlie, Feuerstein, Rahmtäfeli … am Gaumen ölig, schmelzig, cremig, Tee, Kamille, Banane, im Abgang Caramel, schöne Säure, sahnig, buttrig.

Es fehlt uns Rot – deshalb wählen wir in Erinnerung an den tollen Grenache Abend einen Parker 97 Punkte Wein: Pegaso 2021 Barrancas de Pizarra: Die Nase zeigt Eleganz, rote Frucht, feine suptile Frucht, Blutorangen, Erdbeeren, Gevery-Style. Am Gaumen eher bittere Beerli, astringierend, Pfeffer, herb, grün, Kräuter – wir sind erwas ratlos.