Donnerstag, 19. März 2026: Cabernet Sauvignon vs. Merlot

Ist es Cabernet? ist es Merlot? – das Bottle Battle – wir degustieren blind und bestimmen Rebsorte und Herkunft.

Ein genialer Abend mit einer tollen Truppe, tolle Weine, tolle Sprüche, tolle Stimmung – Die Trefferquote stand wie befürchtet beim Rebsortentip bei 50 – 50 und bei der Herkunft eher miserabel.

Degustierte Weine:

Gambarogno 2021, Bianco di Merlot, Cantina il Cavalier: Fruchtige Nase mit Zitronenzeltli; Am Gaumen Jasmin, Feuersteinzeltli, wenig Säure, wirkt eher lahm, leicht seifig.

Riesling S, Eschendorfer Lump 2019, Horst Sauer: Leuchtende Farbe, feines Grün mit Gold; die Nase zeigt leicht Petrol, Zitrone und Gras; Am Gaumen leicht Petrol, ölig, cremig, Zitrone, Gras, frisch geschnittene Stengel, Mathe, Grüntee, CO2, schöne Säure.

Tempo d’Angelus 2020, Merlot: An der Nase schwarze Früchte, Creme, Cassis, Brombeer, Minze; am Gaumen kantig, sandig, herb, Kräuter, verdeckte Frucht, leicht teerig, nicht harmonisch – Weinkeller Tip (bedeutet Meinung der Mehrzahl): neue Welt, CS

Merlot 2022, Vinobono (Michele): Die Nase freakig, rote Früchte, etwas Stall, Leder; am Gaumen wild und crazy, Thé, reife Kirschen, rote Johannisbeeren, elegant, frisch, saftig, Säure eher tief – Weinkeller Tip: Merlot del Ticino

R – Realm Cellars, Houyi Vineyard 2014: wow! Dunkle Früchte, Kaffee, Espresso, pralle schwarze Kirschen, und alles als Schnuppercreme schon in der Nase; am Gaumen dicht und cremig, harmonisch, vielschichtig, spielerisch, Kraft, Eleganz und Üppigkeit in Einem, Schokolade, Raffaello, Minze, toller geiler Wein! – unser Tip: Californien, CS

Vérité, La Joie 2008 (Sonoma County, 71% CS): Tolle tiefe Nase, dunkle Früchte, cremig, leicht Rauch und Asche; am Gaumen dunkle Früchte, balsamisch, rauchig, kalte Asche, siltige Textur der Tanine, feine frische Bitternoten, frisches Leder, schöne Säure, ein toller Wein – unser Tip: Südafrika, CS

Galatrona 2020, Petrolo (Merlot): Die Nase zeit etwas Lack, dunkle Früchte, kalter Rauch, Stengel, Grünschnitt; der Gaumen vermittelt – Männerwein -, viele Tanine, hohe Säure, streng, dunkle Kirschen, Joghurt, Waldbeeren, noch jung und unharmonisch, opulent, Zwetschgen, hat es schwierig nach den beiden Schmeichlern aus Californien – unser Tip: Italien, Merlot 4 zu 3

Buccella Merlot 2012 (Nappa): Die Nase verführt uns nach Italien mit sauren Kirschen, Wildkirschen, Brombeeren und aufblitzenden Himbeeren; am Gaumen rote Beeren, Süssholz, Joghurt, saftig, laktisch, Cassis, Brombeeren, Rauch, Speck, Schokolade – tönt zwar alles chaotisch, aber das hab ich mal der Reihe nach aufgeschrieben – unsere Tips: Herkunft aus allen Kontinenten 2-2-2-1 mit allen Traubensorten CS, Merlot 50-50

Remhoogte Reserve 2017, Cabernet Sauvignon (South Africa): Die Nase schnuppert cremig schwarze Früchte, laktisch, kalter Rauch; am Gaumen rund und toll, zwar nicht komplex aber schöner Trinkfluss, Teer, Schwarztee, Rauchnoten, leicht grün – schöön – unser Tip: Südafrika, CS

Thelema, Rabelais 2021 (Stellenbosch, CS): Die Nase zeigt Kräuter und schwarze Früchte, zugeknöpft, streng, Kaffee, laktisch, Schokolade; am Gaumen dicht und cremig, streng, schwarze Früchte, Brotrinde, Lederstring, herb – unser Tip: Frankreich, CS

Camano 1995, Tamborini (Merlot del Ticino): Aufzeichnung der Reihe nach – In der Nase Schoko, Rauch, Speck, Gummi Abrieb, Wildsau, Harz; am Gaumen schwarze Noten, Schwarztee, saftig, Jod, kaltes Blut, eisig, metallisch, Dosenwasser von Champignons, leicht grün, kühl, Graphit, angesengtes Fleisch, Bild: ‚Verkehrsunfall mit Wildsau mit viel Blut und Innereien verschlierget überall auf der Strasse‘ – Ich wollte dazu ChatGpt ein Bild erstellen lassen – Antwort: Dabei kann ich dir nicht helfen. Wenn du möchtest, kann ich dir aber gern eine weniger grafische Beschreibung erstellen, z. B. für einen Unfallbericht, eine Versicherungsmeldung oder eine neutrale Szene ohne explizite Details. – Schlusssatz K.: Ihr seit doch alles Wi – piip! – unser Tip: Herkunft alles, CS >> ChatGpt Zusammenfassung dieses Textes: “Der Wein ist sehr eigenständig, kantig und herausfordernd, eher von herber, archaischer Stilistik als von Frucht geprägt. 👉 Fazit: Kein gefälliger Wein, sondern ein polarisierendes, intensives Erlebnis – stark terroirgeprägt“.

Eiswein 2012, Cabernet Sauvignon, Anhäuser, Rheinhessen: Gold-Braune Farbe; Schnönes Nasenbild mit Honig, Apfel, gedörrten Feigen, Aprikosen, Birnen, Schwarztee und schwarze Oliven; am Gaumen bezaubernde gedörrte Birnen, Birrenweggen, saftig, nur dezent süss – macht Spass

Abschlusssatz K.: ‚Ich hab Lust zum alles Leersaufen!‘

Donnerstag, 12. März 2026: Chile

Getrunkene Weine:

2018 Riesling Geyersberg GG, Weingut Winter (Rheinhessen, Deutschland):
Ein Hauch Petrol, gelbe Frucht, freche Grapefruit. Frische Säure mit wachküssendem Biss – der Abgang: weisse Blüten, die bleiben wollen.

2017 Chardonnay Montes Alpha, Montes:
Karols Version: Reif und aromatisch mit süssem Büchsenmais, würzige Amalfizitrone, Pomelo, gelbe Fruchtreife, Birne, Creme, Butter, Vanille… Am Gaumen nur mittlere Säure, breiter Körper, bittere Zitronenwürze, Nuss und Toast im anhaltenden Finish.
Marcs Minoritätsgeschwafel: Sweet Corn, buttrig, viel Vanille, träge. Der Pfupf? War nie da.

2023 Sauvignon Blanc CIVIS, TerraNoble:
Hocharomatisch, extrovertiert: Stachelbeere, Grapefruit sowieso, etwas Honig, dazu Spargel. Das Finish leicht bitter und kurz – aber der Preis stimmt.

2005 Pinot Noir Lo Abarca Hills Vineyard, Casa Marin:
Von Bratensauce über Nagellack bis Liebstöckel – alles da. Zum Trinken allerdings nicht mehr geeignet.

2013 Montsecano Pinot Noir, Montsecano:
Ein Querkopf aus dem Casablanca Valley: schütteln, lüften, Stallnoten vertreiben – dann Bogart spielen: „Ich schau dir in die Augen, Kleines.“ Wilde Kräuter, Ross­sattel, Harz, Rauch, rote Früchte, und im Abgang: Wacholder pur.

2021 Secano Dry Farmed Syrah, Polkura:
Cassisnoten, laktisch, Rauch, weisser Pfeffer, süsslich – aber irgendwie sexy. Wärmende 15 % Alkohol, die im Abgang ein leicht brandiges Gefühl hinterlassen.

2019 Cariñena Field Blend Truquilemu Vineyard, Garage Wine & Co:
Ein Hauch Animalik pfeift durchs Glas, dazu Blutorange, ein Korb roter Beeren, dunkler Pfeffer und Holzkohle. Griffige Tannine, moderat bitteres, sehr langes Finale. Spannender Carigñan.

2012 Don Maximiano Founder’s Reserve, Errazuriz:
Früher eine Cassisorgie par excellence – heute? Everybody’s Darling, mit noblem Tabak, Rauch, Zedernholz, das ganze Aficionado-Programm. Klar, Cassis, aber auch andere dunkle Beeren, Schokolade, alles feinfühlig zusammengefügt. Hut ab!

2004 Montes Alpha M, Montes:
22 Jahre auf dem Buckel – und kein zahnloser, tattriger Greis, sondern gereift wie George Clooney. Apropos Clooney: Duft nach frischem (N)Espresso! Dazu Tabak, Lakritz, ein Hauch Rauch, Cassis, Zitrusabrieb – einfach nobel.

1991 Don Melchor Private Reserve Cabernet Sauvignon, Concha y Toro:
Packt noch etwas Cassis aus, dazu Minze, Weihrauch, Cola, Leder – nicht das noble Ding zur Maserati-Massage, eher John-Wayne-Pferdesattel. Die Länge phänomenal, die Aura immer noch da.

2018 Late Harvest Sauvignon Blanc Reserva Privada, Concha y Toro:
Fruchtsalat vom Feinsten, angeführt von Grapefruit, Mango, Pomelo. Süffigsüsse Verführung für romantische Minuten – für Stunden bräuchte es mehr als nur ein halbes Fläschchen…

Donnerstag, 5. März 2026: Serie Bordeaux: St. Emilion Teil 2

Getrunkene Weine:

2019 Riesling Gottesfuss Alte Reben GG, Van Volxem:
120 Jahre alte wurzelechte Reben. Was für ein genialer Riesling! Edel, ohne angeberisch mit Fruchtsalven und Holz um sich zu werfen. Füllt den Raum, ohne sich anzubiedern. Jetzt gross. Morgen auch. In zehn Jahren erst recht.

1995 Château La Dominique:
Balsamische Würze, Leder und Lavendel. Im Nachhall lakritzig, schlank, leicht zehrend.

1998 Château La Tour Figeac:
Reife Früchte, balsamisch, Hauch von Efeu. Leicht grünes, mittellanges Finale. Ein Wein, dessen Duft mehr verspricht, als der Gaumen liefert.

2004 Château Quinault l’Enclos:
Umami, Schokolade, Lakritz, Waldboden und Kiefernadeln. Weit, vielleicht schon am Limit.

2006 Château Quinault l’Enclos:
Laktisch, schwarzbeerig, mit Noten von Kaffee und Nusshäutchen – saftig, zugänglich, ein Wein, der den Gaumen sanft füllt.

2000 Château Pavie Macquin:
Fruchtkompott, Tomatenmark, zerbrochene Schellackplatte, Blutorangen, Zedernholz, Tabak, Schokopulver. Klingt nach Chaos – schmeckt aber überraschend fein und könnte locker als Barossa-Shiraz durchgehen.

2003 Château Figeac:
Kaffee und Waldbeeren, durchzogen von Lanolin und einem Hauch Animalik, dazu ein Flüstern von Harz und überraschender Ameisenhaufen-Würze. Vollmundig, mit pelzigen Tanninen, die über die Zunge kriechen, und einem Abgang, der sehr lange nachklingt.

2005 Château Rol Valentin:
Schwarze Kirsche, Lakritz, Gewürze und ein Hauch Weihnachtsbäckerei – noch grün hinter den Tanninohren und etwas kantig. Mal sehen, wohin das Erwachsenenleben führt.

2011 Château Cote de Baleau:
Schwarze, etwas freudlose Frucht, Tabak, Kaffee und viel Grünzeug. Staubig, herb und leicht bitter – mehr mürrisch als spannend.

2015 Château Faugères:
Dunkle Beeren, Cassis, Lakritz, etwas Mandarine und ein laktischer Touch. Dicht und zupackend – die 15 % wärmen wie ein kleiner Heizlüfter.

2018 Château Trianon:
Schwarze Frucht, Tabak, vanilliertes Holz und ein kleines Feuer auf der Zunge. Dicht und geschniegelt – Charakter eher dünn gesät.

1976 Bordeaux Blanc doux, Maison A. de Luze:
Boskop, Kandiszucker, Vanille und ein bisschen alter Schrankduft, mit Safran in den Ecken. Wenig Süsse, versteckte Säure – naja, die besten Zeiten sind vorbei.