Donnerstag, 10. November 2022: Australien – meets Penfolds & big wines

Getrunkene Weine

2015 Riesling Ürziger Würzgarten Alte Reben, Steinmetz und Hermann: Grapefruit, saftiger Pfirsich, Wachs, ganz wenig Petrol. Osterglockenduft! Ein für Moselverhältnisse recht opulenter Riesling, doch die Säure hält locker mit.

1999 Yattarna Chardonnay, Penfolds: Wie kann ein 23jähriger Chardonnay noch sooo frisch sein? Ananas und Papaya, Nidelzältli, Butter, leicht grasig wie bei einem Sauvignon Blanc. Grossartig!

1994 BIN 128 Shiraz, Penfolds: Angebrannte Bratensauce, Banane, Hustensirup, Eukalyptus. Hat die besten Zeiten längst hinter sich gelassen.

1989 BIN 389 Cabernet/Shiraz, Penfolds: K O R K! Dahinter versteckt sich ein irrsinnig schöner, reifer Australier – schei… auf den Kork, wir trinken das Glas leer!

1993 St. Henri Shiraz, Penfolds: Leichtes Kellermüffchen. Colafrösche, Erdbeerkompott, süsslich. Mit etwas mehr Luft kommt schwarzer Pfeffer und eine erdige Note dazu. Zehrt im langen Finale leicht aus.

1998 Seven Acre Shiraz, Greenock Creek: Da haben wir sie wieder, die gute alte Plumeria! Blut, Pfeffer, Colafröschli, Leder. Früher schüttelten 90% die Köpfe und nur die Dekadentesten unter den Mitgliedern flippten aus vor Freude. Jetzt gefällt’s plötzlich allen – was ist auch los mit Euch?

2001 Hoffmann Shiraz, Rockford: Noch solch ein Plumeria-Muster! Brombeeren, Blut, Tomatenmark, nobles Leder. Geiler Stoff!

2002 Stonewell Shiraz, Peter Lehmann: Eukalyptus, Brombeeren, Pfeffer, tiefgründig, mineralisch. Stonewell von seiner besten Seite!

2002 Eight Songs Shiraz, Peter Lehmann: Recht üppig, dezent Dörrfrucht, wirkt fast ein wenig überladen, aber mit enormem Druck im langen Finale.

2002 Meshach Shiraz, Grant Burge: Wundsalbe, Eukalyptus, Brombeeren. Lakritz, schwarzer Pfeffer, nach längerer Belüftung eine Mischung zwischen Bruderhaus Wildschwein- und Bruderhaus Hirschgehege. Bevor wir uns für eine Tierart entschieden haben, ist die Flasche leer…

1997 Grange Shiraz, Penfolds: Kaffee, Rauch, Cola, Zedernholz, Brombeerlikör! Ein Hauch Eukalyptus. Verführerische Süsse, rein und voller Eleganz. Grossartig! Danke, Marcel!

2010 Tier1 Shiraz/Cabernet Sauvignon, Hemera Estate: Pflaumig, aber auch Brombeerfrucht, Mokka, Vanille, Schokolade. Recht üppig, aber nicht überbordend, erstaunliche Säure, gute Länge.

2005 Amon-Ra, Ben Glaetzer: Dunkle Schokolade, eingedickte Bratensauce, pralle Brombeeren. Üppiger Stoff, modern, aber mit einer Wärme, der man sich nicht entziehen kann!

Minimum 20 Year old Fortified, Woodstock: Toffee, nussig, Feigen. Sehr süss, mit einer präsenten Säure und einem sehr langen, ultrasüssen Finale. Der perfekte Schlusspunkt!

Donnerstag, 27. Oktober 2022: Madiran

Getrunkene Weine:

2014 Riesling Ellergrub, Immich-Batterieberg, Mosel: Kein Donnerstag ohne Riesling. Dieser hier gefällt durch seine interessante Nase, die von Zitronenabrieb, Passionsfrucht und Schiefernoten geprägt ist. Tee, gute Säure, im leeren Glas riecht’s plötzlich nach Artischocke – spannend!

2016 Godello, Mauro, Vino de la Tierra de Castillo y León, Spanien: Apfel im Schlafrock, wenig Zitrus, Lindenblütentee, mineralisch. Gute Länge, gehört jetzt aber ausgetrunken.

1990 Bouscassé Madiran, Alain Brumont: Bärendreck, leicht animalisch, Leder, überreife Blutorangen, recht fleischig. Erstaunlich – noch sehr gut trinkbar!

2010 Pinot Noir d’Alain Brumont, Madiran: Kaffee, Espresso, Erdbeeren, Speckbrot, mit der Zeit plötzlich warme Brotrinde. Am Gaumen burgundisch, erdig, fleischig, mit guter Länge.

1989 Château Montus, Alain Brumont: Animalisch, Mandarinli, Leder, etwas Tabak, fleischig, zähnebeschlagend, endet leicht metallisch.

1995 Château Montus, Alain Brumont: Keine Animalik, dafür noch recht viel dunkle Beerenfrucht, würzig, nach wie vor ein Ungeheuer von Wein – nochmals 10 Jahre warten?

2000 Château Montus, Alain Brumont: Kaffee, Holz, dunkle Frucht, leichte Lacknoten am Gaumen. Nach wie vor streng.

2001 Château Montus Cuvée Prestige, Alain Brumont: Lakritz, Speck, Militärschuhcrême, Schokolade. Am Gaumen Maggi, auch eine Spur Nagellack – schwierig!

2010 Torus, Alain Brumont: Tannat, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Süssholz, Zwetschgen, Kaffee, Coca Cola, Schokolade. Am Gaumen leicht sprudelig, endet kurz.

1999 Château La Tour Blanche: Die angebrochene Flasche stand anderthalb Monate im Kühlschrank – ist das noch was? Yes! Gedörrte Aprikosen, haufenweise Safran, Marzipan – lecker!

Höhepunkt des Abends: sieben verschiedene Comtés in fast jeder Altersstufe (bis 40 Monate gereift) – soooo gut! Vielen Dank, Otti!