Donnerstag, 7. September 2017: Serie Bordeaux – 3eme Cru Classé Medoc

Getrunkene Weine:

– Latour Martillac blanc 2009: Limetten, Lindenblüten, Hagebutten, aromatisch; am Gaumen mundfüllend, feine Säure, macht so richtig Spass.

– Kirwan 1975: Waldboden, Laub, Champignons, Stahlwolle – nicht vom Kratzen her, sondern vom Geruch… Ist durchaus noch trinkbar und sofort als reifer Bordeaux erkennbar. Am Gaumen leicht auszehrend.

– Giscours 1979: Klar, der Zenith ist deutlich überschritten, aber trinkbar ist er noch alleweil! Peperoni, Ricola, etwas Stall, feuchter Waldboden, Pilz, am Gaumen starke Säure.

– Boyd-Cantenac 1988: Erfreut anfangs mit einer sauberen, klassischen Reifebordeauxnase. Leicht metallisch am Gaumen. Zerfällt leider schon nach kurzer Zeit.

– La Lagune 1979: Laub, Peperoni, Pilz, sehr viel Druck am Gaumen, hat sehr gut gehalten!

– La Lagune 1986: Viel Bärendreck, leicht erdig, hat eine zupackende Säure, aber Druck und eine gute Länge.

– La Lagune 1995: Wow, wie der noch jung wirkt! Kaffeenoten, Süssholz, würzig, sehr kompakt, pfeffrig, ausgewogen – ist der überhaupt auf dem Zenith? Der könnte vielleicht noch besser werden!

– Marquis d’Alesme Becker 1993: Kaffee, grüne Peperoni, Moschus, am Gaumen leicht grün, nicht harmonisch, die spitze Säure stört. Kurzer Abgang.

– Marquis d’Alesme Becker 2000: Maggikraut, unharmonisch, irgendwas ist da falsch gelaufen. Vielleicht eine fehlerhafte Flasche?

– Monbrison 2000 (Pirat, ist ein Cru Bourgeois): laktisch, leicht animalisch, Brombeeren, verströmt Wärme, hat Druck und eine gute Länge. So stellt man sich einen 2000er vor!

– Ferrière 2004: modern, fruchtig, Zwetschgen, Sauerkirschen, präsente Tannine, recht viel Säure.

– Doisy-Védrines 1996: Marzipan, feine Honignoten, nicht allzu süss, eigentlich gerade richtig – schön!

– Lafaurie-Peyraguey 2009: Zurückhaltend in der Nase, Zitrusnoten, klare Botrytisnoten, fette, fast schon überreife Mirabellen. Am Gaumen beeindruckend schön, üppig, ohne klebrig zu wirken, sensationelle Länge.

 

Donnerstag, 31. August 2017: Serie Traubensorten – R I E S L I N G!!!

Getrunkene Rieslinge:

– Riesling Kabinett Felseneck 2014, Schäfer-Fröhlich (Deutschland): Greenapple, Weinbergspfirsich, sehr frisch, noch jugendlich.

– Riesling Kabinett trocken Hölle 2009, Künstler (Deutschland): Recht viel Petrol, leicht schwefelig, braucht Luft, am Gaumen cremig, Essenswein!

– Saar Riesling 2014, Van Volxem (Deutschland): Grünteenoten, etwas Petrol, Grany Smithapfel; am Gaumen ist die Säure sehr gut eingebettet, der Abgang relativ kurz.

– Riesling Hérzu 2015, Ettore Germano (Italien): Recht üppig, Steinfrucht, Honigmelone, feine Säure, gute Länge. Ein Unikum aus dem Piemont!

– Riesling Eroica 2008, Château St-Michelle, Dr. Loosen (USA): Mango, Aprikosen, etwas Petrol, recht fett, süssliche Textur, cremigbuttrig.

– Riesling Ried Gaisberg Erste Lage 2015, Schloss Gobelsburg (Oesterreich): Steinfrüchte, schöner Schmelz, recht voll, Mirabellen; sehr gute Länge. Toll!

– Riesling Morstein Westhofen 2012, Seehof (Deutschland): Heu, Zündhölzli, Zuckerwatte, irgendwie seltsam, irritierend.

– Riesling trocken Würzburger Stein 2014, Bürgerspital Würzburg (Deutschland): Schöne Steinfruchtnoten, Apfel, sehr trocken, viel Säure, belebend.

– Riesling Win Win 2012, Von Winning (Deutschland): sehr einfach, zuviel Petrol. Fällt ab.

– Riesling Spätlese trocken Brauneberger Juffer 2006, Fritz Haag (Deutschland): Viel Honig, Petrol, Kandiszucker, Grüntee, am Gaumen leicht spitze Säure, aber angesichts des eher schwierigen Jahrgangs ein toller Wein! Topgut!

– Riesling Grosses Gewächs Würzburger Stein 2007, Juliusspital Würzburg (Deutschland): Das riecht nach 1. August bzw. nach Feuerwerk. Mineralisch, Papaya, schöner Schmelz, prägnante Säure, sehr gute Länge.

– Riesling Spätlese Oberemmeler Hütte 1994, Von Hövel (Deutschland): Reife Aepfel, buttrig, Pink Grapefruit, Pfirsicheistee (kein billiger); wunderschöne Mineralität. Wirkt viel jünger als die 23 Jahre! Ein tolles, restsüsses Trinkvergnügen!

– Riesling Spätlese Kiedricher Sandgrub 1975, Schloss Groenesteyn (Deutschland): Kandiszucker, Safran, erinnert an einen Sauternes! Es fehlt etwas an Schmelz, aber spannend ist’s alleweil!

– Riesling Auslese Steinberger 1975, Verwaltung der Staatsweingüter Eltville (Deutschland): Def wie ein Sauternes! Gedörrte Aprikosen, Safran, Tee, Honig, recht üppig, tolles Süss-Säurespiel – fein!

– Riesling Auslese Uerziger Würzgarten 1992, Ch. Berres (Deutschland): Nussig, Gebäck, unharmonisch. Macht nicht wirklich Spass.

– Riesling Auslese Baron Waldbott-Bassenheim GK 2002, Schloss Halbturn (Oesterreich): Hat irgendwie einen schweissigen Anfangsgeruch, dahinter kommen zum Glück Feigen, Eistee, gedörrte Aprikosen, Kandiszucker.

– Riesling Beerenauslese Uerziger Würzgarten 2009, Karl Erbes (Deutschland): Sooo schade, zwar kein Kork, aber ein gemeiner Essigstich macht einem einen Strich durch die Rechnung. Am Gaumen paradiesisch süss – wirklich gemein!

 

 

Donnerstag, 24. August 2017: Schäumende Träume – Rudis Reise durch die Schaumwelt Europas!

Vielen Dank Ruedi für diesen spannenden Schäumerabend! Die Reise durch DIE Sprudeldestinationen Europas war sensationell!

Getrunkene Schaumweine:

– Champagne Blanc de Blancs Cuvée Perlée, Emmanuel Tassin: Da war die Sache noch einfach. Dieser Champagner wurde nicht verdeckt eingeschenkt…

– Chardonnay Vintage brut 2007, Raumland (Deutschland, Rheinhessen): Schäumt wie verrückt, ist hefig, riecht fein nach Apfel, Nuss, hat florale Noten, Zitronenschale. Von wo? Niemand kam auf Deutschland.

– Cuvée Bel Héritage Grand Vin Mousseux 2012, Mauler (Schweiz, Neuenburg):  Der kommt ja aus der Schweiz – und ist richtig gut!! Mandelsplitter, Flieder, reife Trauben. Sehr harmonisch und fruchtbetont – toll!

– Terrers Brut Nature Gran Reserva 2009, Recaredo (Spanien, Cava): Rote Johannisbeeren, Hefe, Honig, ein Gaumenschmeichler.

– Cartizze Valdobbiadene Superiore 2014, Bisol (Italien, Veneto): Etwas parfümiert, Holz, Feuerstein, Nordpolzältli, zwar saftig, aber mit etwas wenig Säure, wirkt restsüss.

– Crémant d’Alsace Brut nature Chardonnay 2012, Dopff Moulin (Frankreich, Elsass): Ananassugus, Obst, hefig. Belebend. Aber auf Elsass kommen? Denkste…

– Grosvenor Blanc de Blancs Brut 2010, Ridgeview (England): Riecht etwas nach verbrannter Milch, ist da vielleicht etwas bei der Gärung falsch gelaufen? Zudem mit brutaler Säure. So auf England kommen? Niemals!

– Champagne Premier Cru Paranthèse 2009, Colin (Frankreich, Champagne): Die Profis unter uns tippten sofort auf Champagner – bravo! Sehr harmonisch, mit floralen Noten, feiner Frucht, Säure perfekt abgestimmt.

– Black Shiraz Sparkling, Rockford (Australien): Und zum Schluss noch was ganz Verrücktes: ein Sparkling aus Shiraztrauben! Blutaorange, Holzwachs, Rosen und Rosmarin, um nur einige Sachen aufzuteilen, die die Nase kitzeln. Spannend und knorrig wie die Rotweine Rockfords.