Vorschau Donnerstag, 28. September 2017: Serie Traubensorten – Everyday Chardonnay…

Tja, die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken – letzte Möglichkeit, in unserer Traubensortenserie noch eine weisse reinzudrücken. Und zwar die wahrscheinlich bekannteste – Chardonnay. Bereits stehen fünf Chardonnays aus fünf verschiedenen Ländern bereit, dazu auch ein Süsswein. Und zwei rote Piraten, damit der Magen danach nicht allzu verrückt spielt…

Wir werden die Weine blind verkosten und versuchen, die Länder zu erraten – für Spannung ist gesorgt!

Otti, Marc und Chardonnayhexenmeister Marcel stehen Chardonnay bei Fuss – cheers und bis bald!

 

 

Frontag, 21. September 2017: Wallis – Waadt – Westschweiz!

Tüo de nid gad zgidannt triichu…    Denkste – mit 17 Weinen haben wir wahrscheinlich einen neuen Quantitätsrekord aufgestellt…

– Nectar d’Ambre Brut 2012, Stéphane Gros (Kt Genf): Weisse Grapefruitnoten, Holunder, Pfirsich, Pomelo; am Gaumen trocken, fadengrad, mundfüllendes Agrumenabenteuer.

– Sauvignon Gris Le Savant 2013, La Cave de Genève (Kt Genf): Litschi, Stachelbeeren, Lindenblütentee, Eiszältli; am Gaumen eher kurzatmig, ohne stützende Säure.

– Grand Cru Morges 2013, Bolle (Kt Waadt, La Côte): Williamsbirne, Traubenzucker, Lindenblüten; am Gaumen buttrig, schön cremig, mittellang.

– Féchy Bayel La Colombe 2013, Domaine La Colombe (Kt Waadt, La Côte): Feuerstein, wieder Lindenblüte, Zitrusfrucht, mineralisch fein; am Gaumen fehlt etwas die Frische.

– Saint-Saphorin Le Magistrat 2014, Neyroud-Fonjallaz (Kt Waadt, Lavaux): schöne Fruchtigkeit, mineralische Noten, sehr ausgewogener Chasselas mit schöner Säurestruktur.

– Yvorne Chant des Resses 2016, Label Or Terravin (Kt Waadt, Chablais): Muskatnuss, Nordpolzältli, aufgesetzte Süsse, leicht bitterer Abgang. Zu einfach.

– Dézalay Millesime 2009, Domaine Bovy (Kt Waadt, Lavaux): Kamille, geschmolzene Butter, mineralisch, Honig; am Gaumen Heuballen, salziger, langer Abgang. Wunderschön gereifter Chasselas!

– Chardonnay Grand Cru Lonay 2013, Jean-François Croisier (Kt Waadt, La Côte): Kork.

– Pinot Gris noblesse attire 2012, I. & S. Kellenberger (Kt Wallis, Leuk): Etwas Sweet Corn, Tannenschösslinge, schon recht weit, am Gaumen fehlt es etwas an Frische.

– Les Vins de Philippe Chevrier Merlot/Caberne Sauv. 2012, La Cave de Genève (Kt Genf): Röstaromatik, recht fruchtig, Merlot drückt durch; am Gaumen Efeu, leicht C02, mittellang.

– Relais Cépages Nobles Chardonne 2014, Neyroud-Fonjallaz (Kt Waadt, Lavaux): Pinot Noir, Gamay und Gamaret. Wirkt unharmonisch, viel zuviel animalische Noten, ist da was mit der Flasche passiert?

– Pinot Noir Bielersee 2014, Tschanz (Kt Bern): Himbeeren, Süssholz, sehr fruchtig, fast schon üppig süss; am Gaumen weich und rund, wieder viel Süssholz.

Humagne Rouge Maître de Chais Réserve Speciale 2011, Provins (Kt Wallis): Teer, Röstaromen, feurig, viel Graphit, typische Tabaknoten, am Gaumen mit leicht grünen Noten, aber viel Druck.

– Cayas Syrah Réserve 2010, Jean-René Germanier (Kt Wallis): Kaffeenoten, Rauchspeck, würzig, Cayennepfeffer; am Gaumen floraler Touch, voller Körper, gute Länge!

– Tourbillon Grains Nobles d’Ermitage 1995, Provins (Kt Wallis): Wer hätte das gedacht, dass dieser Süsswein noch trinkbar ist – aber er ist es, und wie! Reife bis überreife Quitten, zu Tode gedörrte Aprikosen, fermentierte Nüsse, sicher passend zu Blauschimmelkäse.

– Elixir Vendange Tardive 2005, Hammel (Kt Waadt): Sweet Corn, Ananassaft, eine Prise Safran, sehr süss, stützende Säure – hervorragender Süsswein!

– Grain Cinq 2013, Marie-Thérèse Chappaz (Kt Wallis): Fünf weisse Rebsorten zu einem Wein vereint – furztrocken, Zitrusfrüchte, Ananas, mit tragender Säure. Und wir Banausen dachten, der sei süss…

 

 

 

 

 

Donnerstag, 14. September 2017: Vino Nobile di Montepulciano

Getrunkene Weine:

– Vino Nobile di Montepulciano Riserva 1989, Canneto: Maggi, Pilze – Fazit: aus und vorbei.

– Grifi Vino da Tavola 1986, Avignonesi: Wunderschöne Schwarzteenoten, die das bisschen Maggi locker überriechen. Borkum Riff-Tabak, Colafröschli, gedörrte Pflaumen, dies alles von einer wunderbar sanften Süsse umhüllt. Tänzerisch leicht am Gaumen, wieder diese Süss-Tabak-Orgie, perfekt zu Tanners (danke dir!) Orecchiette con Sugo di Salsiccia – Buonissimo!

– Desiderio Vino da Tavola Merlot 1988, Avignonesi: Recht laktisch, hat noch Frucht, Waldbeerjoghurt. Am Gaumen dann eher enttäuschend: die Säure ist zu aufsässig, zudem trocknet einem der ganze Mund aus. Wir wollen trinken, nicht verdursten…

– Vino Nobile di Montepulciano 1997, Bindella: Erstaunlich, wieviel Frucht noch vorhanden ist! Leicht animalisch, Bratensauce, Leder, konzentriert – zusammen mit Essen ein Hochgenuss!

– Vino Nobile di Montepulciano 1999, Calvano: Hat sich ebenfalls gut gehalten, trocknet am Gaumen allerdings aus.

– Vino Nobile di Montepulciano 2004, Azienda Casale Daviddi: Schwarze Beeren, Espresso, feine mineralische Noten; am Gaumen mit Druck, rauchig, gute Länge.

– Vino Nobile di Montepulciano 2007, Icario: Immer noch recht viele Holznoten, pflaumig, Minze, pfeffrig, Rauch; am Gaumen wieder viel Holz, mittellang.

– Asinone Vino Nobile di Montepulciano 2011, Poliziano: Schwarze, vollreife Früchte, Leder, Tabak, salzige Lakritz, feines Holz; am Gaumen subtile Mineralität, stützende Tannine, sehr lang. Fein!

– Brunello di Montalcino 2008, Tenuta la Fuga: Lakritze, schwarze Beeren, nobles Leder. Am Gaumen rund, konzentriert, noch jung wirkend, sehr lang.

– Vino Nobile di Montepulciano 2005, Caggiole Alte: Dunkle Beerenfrucht, recht modern, hat aber Druck.

– Grappa da vinacce di Vino di Montepulciano 2000, Avignonesi: Rauchiges Bukett, florale Noten, sehr viel Lakritze; am Gaumen sehr harmonisch, samtigweich, mit riesigem Druck. Der Druck im Kopf am Morgen danach ist allerdings auch nicht zu unterschätzen…

– Grappa da vinacce di Vin Santo 1997, Avignonesi: Hat etwas leicht Schweissiges in der Nase, wirkt etwas abgestanden. Schon zu lange offen? Am Gaumen etwas scharf, brennt auf der Zunge.